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Zwischen Hoffnung und Herausforderung

Die Trockenzeit hat mit rund zwei Monaten Verspätung endlich begonnen. Nun wird es sich zeigen ob die Regierung von Ecuador sich vorbereitet hat oder ob wir auch dieses Jahr wieder Strohmunterbrüche zwecks Wassersparens haben werden. Wir sind gespannt, aber wer uns kennt weiss, dass wir gut darauf vorbereitet sind. In der Trockenzeit fallen die Pegel der Flüsse und das Goldwaschen wird wieder einfacher. Leider hatten wir schon mehrere Vorfälle in der direkten Nachbarschaft. Dank der Allianz die wir geschlossen haben, funktioniert die Alarmierung immer noch schnell und gut. Letztens hat uns der Präsident von der Nachbarsgemeinde darauf aufmerksam gemacht, dass gerade ein Bagger mit Waschmaterial den Fluss Arajuno überquert hat. Michi ging sofort zu ihm, um mit der Drohne nachzuschauen. Die Bilder und die genauen Koordinaten gab er dann dem Geschäftsführer von SelvaViva der noch am selben Tag eine Meldung machte.

Bagger beim Goldwaschen auf der Insel Anaconda

Zwei Tage später kam dann auch die Polizei und nahm den Tatbestand auf. Den Goldwäschern wurde es zu gefährlich und sie sind noch in der gleichen Nacht mit samt dem Bagger und den Waschmaterialien gegangen. Sonst wäre das Militär gekommen und hätte alles verbrannt. Einmal mehr war das schnelle Handeln nur möglich, dank der guten Zusammenarbeit mit verschiedenen Personen, die alle das gleiche wollen: Einen gesunden Lebensraum für die Tiere und für uns. Während des Schreibens dieses Abschnitts erreicht uns die Nachricht, dass an der Grenze zum Schutzwald von SelvaViva erneut Bagger aufgefahren sind. Michi ist gleich losgefahren und nachschauen gegangen. Schockiert musste er feststellen, dass beim Nachbarn, da wo noch vor vier Tagen eine schöne Kakaoplantage stand, nun ein riesiges Loch in der Landschaft ist und die Bagger immer weiterarbeiten. Michi gab sich als besorgter Nachbar aus und stellte fest, dass sie bereits rund zwei Meter über die Grundstücksgrenze hinaus waren. Die Besitzerin des Grundstücks wurde herbeigerufen, um den angeblichen Grenzstreit zu klären. Sie hat den Goldwäschern das Land «verkauft». Das bedeutet, sie hat das schnelle, einmalige Geld angenommen und stellt dafür den Goldwäschern eine Fläche zur freien Verfügung. Was sie sicherlich nicht weiss ist, dass sie somit die Auftraggeberin des Goldwaschens ist und so ist zu hundert Prozent dafür verantwortlich. Denjenigen die das grosse Geld machen passiert nichts, ausser dass sie ihre Bagger verlieren könnten (aber die sind Verbrauchsmaterial und können innert kürzester Zeit wieder ersetzt werden). Natürlich hat Michi, als er wieder zu Hause war, sofort den Geschäftsführer von SelvaViva informiert. Mal schauen, wie es weiter geht. Dieser Blogg ist sicher schneller geschrieben.

Vor zwei Wochen haben Michi und die Waldhüter von SelvaViva, bei ihrer regelmässigen Sitzung, die Fotofallen vom Schutzwald ausgewertet. Wir haben ja schon des Öfteren berichtet, dass uns immer mehr Raubtiere und auch vermehrt seltene Tiere vor die Linsen laufen, aber dieses Mal rieb sich Michi die Augen. Was uns da in die Fotofalle ging, liess sein Tierpfleger Herz höherschlagen: Es war ein Kurzohrfuchs. Das hört sich jetzt nicht so spektakulär an, denn die meisten finden den Jaguar, Tapir oder Puma spannender. Aber der Kurzohrfuchs ist eines der scheusten Säugetiere. Er ist kaum erforscht und es gibt nur ganz wenige Berichte über ihn. Er lebt normalerweise nur im Primärwald, weit weg von der Zivilisation. Er ist ein Geist des Regenwaldes und die meisten Leute hier wissen nicht einmal, dass es ihn gibt. In solchen Momenten wird uns wieder bewusst, wofür wir das alles hier machen.  

Kurzohrfuchs in SelvaViva

Joëlle war in der Schweiz in den Ferien und Michi hatte sich viel vorgenommen, wahrscheinlich zu viel, aber das ist was anderes. Er hat das Bad umgebaut und dabei eine Duschwand aus Flaschen gebaut. Dazu kam eine starke, heisse Regenwalddusche und noch ein, zwei andere Dinge. Das Einziehen des Warmwassers gestaltete sich schwieriger als erwartet.

Endlich eine heisse Dusche, was für ein Luxus!

Gleichzeitig war er auch daran, ein neues Büro zu bauen. Das Fundament dafür hatten wir noch vor Joëlles Abreise gegossen. Dann bauten wir die Bambuskonstruktion und das Dach. Auch bei diesem Bau gaben wir einigen jungen Männern die Chance mitzuarbeiten. Das Grundgerüst war schnell aufgestellt und auch das Dach war schnell drauf. Für die Wände hatte Michi mal wieder eine spezielle Idee mit Flaschenrecycling. Es sollte eine Mischung aus Lehmsteinen und alten Flaschen geben, aber dafür brauchten wir einen guten Maurer den wir zum Glück auch fanden.

Die Fenster und der Türrahmen machte uns Carmelo, der zurzeit bei uns ist. Für ihn war es eine Herausforderung die Ramen aus Bambus zu bauen. Er hat diese Aufgabe mit Bravour gemeistert. Nun ist der Rohbau fertig und wir können mit den Details beginnen. Jetzt braucht Michi aber erst einmal eine kleine Auszeit. So kann er dann mit neuer Energie und vielen neuen Ideen weiter arbeiten.

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2 Anworten auf „Zwischen Hoffnung und Herausforderung“

Super bau hend ihr do baut….👍👍👍
S Goldwäsche werdet ihr nöd weg bringe!😪😪😡😡😡😡
aber ihr chönnnts im Zaum halte…
Gruss an alle die mich kennen….😉
Thömi

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