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Kampf gegen die Elemente

Wir haben mit dem Bau für unser Bambusprojekt begonnen. Auch wenn wir die Finanzierung noch nicht ganz zusammen haben, sehen wir eine grosse Chance für uns und die Region. In den letzten Monaten führten wir viele Gespräche mit Interessenten. Wir haben einige Zusagen fürs nächste Jahr von Leuten bekommen die immunisierten Bambus bei uns kaufen werden. Wir haben sogar schon eine Anzahlung erhalten und haben darum beschlossen mit dem Bau eines Immunisierungsbeckens und eines Trocknungslagers zu beginnen. Das ist ein grosses Risiko das wir jetzt eingehen aber wer nicht wagt der nicht gewinnt. Vielleicht finden wir ja noch einen Investor oder Spender der uns den Rücken stärkt.

Die erste grosse Hürde ist geschafft, wir mussten zuerst mal den Platz aus ebnen und ein 14 Meter langes Loch graben. Dafür brauchten wir abermals einen Bagger den wir auffahren liessen. Da hat uns leider das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Durch die intensiven Niederschläge musste der Boden mehr verdichtet werden als erwartet und so hat das Ganze doppelt so lange als vorgesehen gedauert und leider auch doppelt so viel gekostet. Aber egal, jetzt waren der Platz eben und das Loch gegraben. Leider ist dann das Loch wegen Starkregens innert einer Stunde vollgelaufen und beim Abpumpen sind die Wände etwas eingestürzt. „Macht nichts“ haben wir gesagt, „das hält uns nicht auf“, und wir haben begonnen den Boden zu zementieren und die Armierungseisen anzubringen.

Nach der sehr trocknen Trockenzeit kamen einige heftige Stürme mit viel Regen und das hat einige Bäume entwurzelt. Zum einen liessen wir dieses Holz schneiden für die Konstruktion der Überdachung. Zum anderen haben wir einige Bäume von unseren Nachbarn bekommen um daraus für die Verkleidung zum Zementieren Bretter schneiden zu können. Leider hat uns auch da der Regen wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir brauchten auch dafür doppelt so lange. Natürlich müssen wir die Arbeiter auch bezahlen wenn sie dem Regen aus dem Weg gehen.

Holz von umgefallenen Bäumen für die Konstruktion

Trotzdem kommen wir vorwärts und erledigen einfach andere Arbeiten bei denen es nicht so auf den Regen ankommt. Eine neue Reifenmauer kann auch im Regen gebaut werden und die brauchen wir zum Abstützen der Plattform des Immunisierungsbeckens. Für uns ist alles viel Kostenintensiver geworden als geplant. Wie man so schön sagt: „Des einen Leid ist des andern Freud“. Unsere Mitarbeiter sind froh wenn sie ein Einkommen haben ganz besonders jetzt vor Weihnachten und auch nächste Woche vor Neujahr. So können sie einige Geschenke für die Familie besorgen und sich auch mal wieder was leckeres zu Essen kaufen. Zehn Mitarbeiter aus sechs verschiedenen Familien können wir so ein wenig glücklich machen. Ja unser Projekt wird immer sozialer. Wir hoffen, dass es nächste Woche etwas trockener sein wird und wir das Dach des Beckens fertig haben werden bevor die Regenzeit einsetzt.

Grosser Mittagstisch mit Mitarbeitern

Nebenbei haben wir auch noch unsere alltäglichen Aufgaben zu erledigen. Michael musste endlich lernen, dass er nicht überall mitarbeiten kann. Er konzentriert sich nun mehr auf das Organisatorische wie das Beschaffen von Materialien und das Suchen nach Fachpersonal. Naja er versucht es zumindest, denn er kann es nicht lassen mit zu schaufeln und mit zu tragen. Zur Ablenkung und um einen freien Kopf zu bekommen schreinert er deshalb schöne Möbelstücke.

Joëlle hingegen muss alles Buchhalterische und die Bestellungen unter einen Hut bringen. So müssen wir Prioritäten setzen und so andere Arbeiten und Aufgaben zurückstellen. So können die Tage sehr lang werden und wir können nicht immer so einfach abschalten. Wir haben aber immer noch Spass und viel Freude. An solchen Projekten merken wir zu was wir gemeinsam im Stande sind und was wir alles bewerkstelligen können. Wir haben aber auch Unterstützung von Milena, unserer neuen Volontärin. Sie bepflanzt fleissig unseren Garten und hilft uns sehr mit den Tieren, im Haus und der Küche. Auch das Bepflanzen der Hänge ums Bambusbecken und dem Trocknungslager mit Vetiver hat sie übernommen. Vetiver ist ein Gras das bis zu 5 Meter lange Wurzeln bekommen kann, somit ist das zusätzlich zu den Reifen ein weiterer Hangschutz.

Reifenmauer zur Abstützung

Wie vorgängig erwähnt gehen die normalen Arbeiten weiter. Wir haben fünf unsere jungen Rinder verkaufen können und einen guten Preis dafür erhalten. Der Erlös fliesst natürlich gleich wieder in unser neuestes Projekt. Aber kaum war die Kuh-Herde verkleinert haben wir auch schon wieder neuen Nachwuchs bekommen. Till ist der jüngste Spross in der Gruppe. Auch da ist einmal mehr der viele Regen nicht gerade förderlich und wir müssen gut aufpassen, dass der Kleine nicht im Schlamm stecken bleibt. Denn er ist zum Glück sehr aktiv und rennt noch Kopflos einfach drauflos. Unsere Plantagen gedeihen gut und wir müssen einfach mal zwischendurch das Unkraut schneiden. Unsere gepflanzten Bäumchen werden ebenfalls alle zwei Wochen besucht um sicher zu stellen, dass es ihnen gut geht. Bei uns ist immer viel los und das ist auch gut so, denn Stillstand ist der sichere Tod.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Freunden, Bekannten, Familien, treuen und neuen Lesern bedanken. Danke für die finanzielle Unterstützung und für die vielen lieben Gedanken und Worte von euch. Es ist schön zu wissen, dass ihr an uns glaubt – das gibt uns immer wieder den neuen Antrieb. DANKE!

Yuma freut sich auch

Wie wünschen allen ruhige und erholsame Weihnachten und dass ihr euch nicht überesst und dann deshalb leiden müsst. Einen guten Start ins neue Jahr und bleibt gesund!

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Wiederaufforstung, ein sinnvolles Weihnachtsgeschenk

Wir haben mit der Wideraufforstung von ca. drei Hektaren alter Plantage begonnen. Seit wir hier in Ecuador angekommen sind haben wir aus allen Samen die wir bekamen oder gefunden haben Pflänzchen gezogen. So entstand eine ansehnliche Baumschule mit über 1200 Pflanzen von über 30 Arten. Nun war es endlich soweit und wir konnten mit der Wiederaufforstung eines grösseren Stücks beginnen. So einfach das klingen mag es ist harte körperliche Arbeit. Zuerst mussten wir in der alten Plantage Wege öffnen und alle „ungewollten“ Pflanzen rausschneiden. Das ist z.B. Zuckerrohr das hier im Regenwald nichts verloren hat weil es die Böden mit der ohnehin sehr dünnen Humusschicht stark auslaugt. Dann mussten die Pflänzchen mit Hilfe von Schubkarren, soweit wie das möglich war, in den Wald gebracht und den Rest der Strecke getragen werden.

Wir haben über 200 junge Bäumchen gepflanzt, da mussten wir einige male hin und her laufen. Für jeden einzelnen Baum musste ein Loch gegraben werden und zu guter Letzt haben wir von jeder Pflanze natürlich die Koordinaten aufgenommen, so dass wir wissen welche Pflanze wo steht.

Wir haben acht verschiedene Baumarten gepflanzt, verschiedene Edelhölzer und verschiedene wilde Fruchtbäume. Die Fruchtbäume sind sehr wichtig für die Wildtiere wie z.B. Affen, Nagetiere, Vögel und diverse Insekten. Eine gute Durchmischung ist sehr wichtig für die Artenvielfalt. Mit fünf Leuten brauchten wir fünf Tage bis wir alles gepflanzt hatten. Wer nun denkt die Arbeit sei damit getan der irrt sich leider. Wir werden alle ein bis zwei Monate jede Pflanze kontrollieren gehen und sie nötigenfalls von unerwünschten Kletterpflanzen befreien bis sie dann eine Grösse haben werden um mit solchen Pflanzen gut leben zu können. Bei den Fruchtbäumen geht das schneller als bei den Edelhölzern, die wir die nächsten zwei bis drei Jahre begleiten werden.

Frisch gepflanztes Chunchobäumchen

Für diese Bäume kann man eine Baumpatenschaft erwerben und so aktiv bei der Wiederaufforstung in unserer Region mithelfen. Für all diejenigen die auf der Suche nach sinnvollen Weihnachtsgeschenken sind und nicht wissen was sie ihren Lieben schenken sollen ist eine Baumpatenschaft eine ausgezeichnete Alternative zum „obligaten Staubfänger“. Eine Baumpatenschaft gilt für Lebzeiten und setzt weder Staub an noch muss sie bei der nächsten Entrümpelungsaktion wegen Platzmangels entsorgt werden. Die Patenschaft bekommst du für den Betrag, den dir oder der beschenkten Person ein Baum wert ist. Mit jeder Patenschaft bekommt man eine Urkunde mit Pflanzenart und den Koordinaten wo sich das Bäumchen befindet damit man im Internet den Standort nachschauen kann. Jeder der seinen Baum besuchen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen bei uns. HIER findest du mehr Infos dazu. Wir wünschen allen eine ruhige und besinnliche Adventszeit und dass ihr gesund bleibt.

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La Casa del Payazo

Michi und unsere Mitarbeiter haben diesen Samstag den überdeckten Parkplatz und die Holzwerkstatt fertig gebaut. Das war wohl nicht ganz einfach und einer unserer Mitarbeiter hat während des Aufstellens der Bambuskonstruktion gemeint, da alles so schief und instabil sei hätte er grosse Lust dem ganzen einen Stoss zu verpassen und es den Hang runter zu werfen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass aus der Konstruktion mit der richtigen Technik am Ende ein wirklich standfestes Gebäude zustande kommen wird.

César gut geschütz vor der Sonne bei der Installation des Dachs

Jetzt ist es fertig und steht wie eine Eins, dennoch nennen es unsere Mitarbeiter „La Casa del Payazo“ (Haus des Clowns) weil es eben nicht dem „normalen“ Baustil entspricht. Wir mögen es sehr auch deshalb weil nichts rechtwinklig ist und es schon fast ein bisschen was vom „Hundertwasser Stil“ hat. Wir freuen uns auf weitere Bauten im selben Stil. Den ersten Sturm hat es bereits überstanden.

Joëlle kümmert sich um die Administration der Finca Don Sigifredo. Das beinhaltet Aufgaben wie Buchhaltung, Planung- und Einkauf der benötigten Lebensmittel, Kommunikation mit verschiedenen Institutionen wie Landwirtschaftsamt, Vorsorgeeinrichtung der Mitarbeiter, Steueramt, Arbeitsamt usw. Daneben ist sie seit über einem Jahr die Verantwortliche für die Kasse der Stiftung Selva Viva in Ecuador. Aber bis sie tatsächlich Zugriff auf das Konto von Selva Viva erhielt war es ein langer und anstrengender Prozess. Bank- und Behördengänge sind immer sehr Zeitaufwändig und Nerv tötend. Das kann schon Mal zu einer Mission werden oder gar zur Lebensaufgabe ausarten. Eigentlich hätte im Frühling 2020 der Stiftungsrat von Selva Viva Ecuador durch das Umweltministerium neu bestätigt werden müssen. Doch durch den Ausbruch der Pandemie war dies nicht möglich. Aufgrund der fehlenden Bestätigung war es deshalb der Bank aus juristischen Gründen nicht möglich Joëlle den Zugriff auf das Konto zu gewähren. Soweit ist das durchaus verständlich und nachvollziehbar. Als Joëlles Vorgänger Mitte dieses Jahres aus gesundheitlichen Gründen in die Schweiz reiste, hatte plötzlich niemand mehr Zugriff. Um wenigstens die Löhne der Waldhüter bezahlen zu können hatte Joëlle eine Handvoll unterzeichneter Blankochecks. Das ist im Falle von Diebstahl absolut verantwortungslos aber es blieb keine andere Wahl. Nach über einem halben Jahr und unzähligen Gängen zur Bank und zum Umweltministerium hat sie jetzt seit knapp einem Monat die Unterschriftsberechtigung um Checks auszustellen. Auch der Zugriff aufs E-Banking funktioniert, allerdings nur um Saldoabfragen zu tätigen. Überweisungen sind im Moment nicht möglich. Es konnten zwar letzte Woche drei Überweisungen getätigt werden doch seit dieser Woche geht das nicht mehr. Nun stehen wieder Besuche bei der Bank an um abzuklären, weshalb es nicht mehr funktioniert.

Hildegard besucht uns manchmal nachts

Immer wieder kommen Leute vorbei und bitten um Hilfe. Meistens geht es dabei darum, dass wir ihnen Geld „ausleihen“ sollen. Wir haben bereits darüber berichtet. Diese Gespräche können lange dauern und sind nicht immer einfach. Besonders dann, wenn wir die Anfrage ablehnen müssen. Letzten Monat hat uns Klever besucht. Er und seine Frau haben selber keine Kinder. Letztes Jahr haben Sie ein Kind angenommen dessen Mutter leider gestorben ist und dessen Vater sich nicht selbst um das Kleinkind kümmern konnte. Trauriger Weise ist das Kind körperlich behindert und obwohl es bereits zwei Jahre alt ist kann es noch immer nur krabbeln. Im lokalen Gesundheitszentrum konnten die Ärzte leider nicht weiterhelfen. Deshalb hat er uns gebeten ihm Geld auszuleihen, damit er und seine Frau einen Arzt in Tena aufsuchen konnten. Dort wurde das Kind gründlich untersucht. Die Familie muss jetzt orthopädische Schuhe kaufen. Diese sollen dabei helfen, dass das Kind langsam anfängt laufen zu lernen. Für eine Familie ohne regelmässiges Einkommen sind solche Aufwände kaum zu finanzieren. Zum Glück standen bei uns gerade viele Arbeiten an und so konnten wir Klever die letzten drei Wochen bei uns arbeiten lassen. Wir werden Klever und seine Familie in den nächsten Wochen weiter unterstützen indem wir sie zum Arzt sowie zum Orthopäden begleiten werden um gründlich alles abzuklären und nachzufragen. Selbstverständlich helfen wir finanziell auch beim Kauf dieser Schuhe. In unserem Projekt wird der soziale Aspekt je länger je wichtiger, da die Weltweite Krise anhält und es hier in Ecuador vor allem die indigene Bevölkerung trifft – eine Rückkehr zur „Normalität“ wird für eine sehr lange Zeit nicht möglich sein.

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Urwald Snacks

Mit dem Umbau des Schulhäusschens sind wir gut vorangekommen. Unter andrem auch deswegen weil es nicht geregnet hat. Wir konnten sehr schnell das Dach vom neuen Schulzimmer anbringen und den Boden zementieren.

Leider haben wir aber auch einige Baumängel beim bestehenden Haus gefunden die wir unbedingt reparieren mussten. Das hat uns fast mehr Zeit gekostet als die neue Konstruktion und der Umbau des Dachstocks.

Durch den Umbau haben wir unseren gedeckten Parkplatz verloren und wir mussten uns überlegen wo wir einen neuen bauen wollen. Der neue Platz war schnell gefunden, da müssen wir aber viel Erdreich bewegen. Es ist ein sehr guter Platz und wir können da auch gleich unser Holzlager einrichten. Unser Holz wird zurzeit überall, etwas verstreut, gelagert. Es ist viel Arbeit aber die Leute die wir so beschäftigen können freut es sehr, denn sie bekommen selbstverständlich einen Lohn dafür.

Baustelle Parkplatz und Holzlager

Letzte Nacht hatten wir endlich wieder mal Regen und unser Fischteich hat sich im nu gefüllt, es war ein richtiger Tropenregen. Es wurde etwas weniger und ist nun einfach ein Regen der anhält und das ist gut so. Die Böden sind viel zu trocken. Wir hatten in den letzten drei Wochen nur einige Tropfen abbekommen – und das im Regenwald. Wir sollten schon längst mit dem Auspflanzen von diversen Pflanzen für die Wiederaufforstung beginnen. Nun hoffen wir, dass es noch den ganzen Tag weiter regnet, denn nur dann können wir bald auspflanzen.

Es gibt einige Urwald Snacks die für Europäer etwas Ekelerregend wirken können. Lasst all jenen gesagt sein: Es ist nur eine Kopfsache. Wenn man einen Waldspaziergang mach findet man oft Bäume die von der Limonen Ameise befallen sind. Sie nisten sich unter der Baumrinde ein und bauen so ihren Staat in dem Baum auf, ohne den Baum zu töten. Wenn man einen der Ameisen-Knoten öffnet kommen da hunderte nur millimetergrosse Limonen Ameisen raus. Die kann man essen und sie schmecken sehr gut. Limonen Ameisen heissen so weil sie nach Limone schmecken. Klar, man wird nicht satt davon aber es gibt einen angenehmen Geschmack im Mund. Anders ist das bei den Blattschneider Ameisen. Die fliegen einmal pro Jahr in der Nacht aus, in dieser Nacht fliegen Millionen von jungen Königinnen aus. Sie sind ca. zwei Zentimeter gross und ihr Hinterleib ist mit Nektar gefüllt, der soll sie in den ersten Wochen beim Aufbau ihres neuen Staates ernähren. Das ist nicht nur für alle insektenfressenden Tiere eine willkommene Abwechslung, sondern auch für die Einheimischen Leute. Sie gehen mit Taschenlampen nach draussen und locken so die Königinnen an. César und seine Familie haben so innert einer Stunde eine ganze Einkaufstasche voll mit Ameisenköniginnen gesammelt.

Flugnacht der Blattschneider Ameisen
Video: César Cerda

Anschliessend wurden sie in der Pfanne geröstet und fertig war der energiereiche Snack. Da wir keinen Blattschneider Ameisenbau in unsere Umgebung haben konnten wir das Schauspiel diesmal nicht miterleben. César hat uns aber einen Becher voll mitgebracht den wir dann mit unserem Volontär, Luca, gemütlich verzehrt haben.

Eine wahrhafte Delikatesse sind Chonta Curos „Chontapalmmaden“. Das sind Larven des Schwarzrüsselkäfers. Die legen ihre Eier in gefällte Chontapalmstämme wo dann zu bis zu fünf Zentimeter grosse Maden wachsen. Nach rund vier Monaten öffnet man den Stamm und sammelt die Maden ein. Das ist aber nicht so einfach, denn der Stamm ist mit Dornen übersäht wie bei einem Kaktus. Die Dornen haben viele Widerhacken, sodass man sie nicht einfach rausziehen kann. Wer schon einmal Kontakt mit einer Chontapalme hatte weiss von was wir schreiben. Die Chonta Curos werden entweder an einem Spiess gegrillt oder in einem Bananenblatt gegart. Die Maden sind eine wahre Delikatesse und sind im Handel sehr teuer. Drei Maden kosten einen Dollar! Auch wir haben kürzlich von einem Mitarbeiter einige Maden als Dankeschön erhalten. Wir haben sie schon oft gegessen aber noch nie haben wir sie selber zubereitet. Hilda, die Frau von César, hat uns deshalb gezeigt wie man das richtig macht. Als Dank dafür haben wir ihr natürlich eine Made geschenkt die sie sogleich roh gegessen hat.

Hilda bei der Zubereitung

Den Rest haben wir im Bananenblatt gegart und als Nachmittagssnack gegessen. Das war dann doch Zuviel für Luca und er hat nicht mit genascht, die Lehrerinnen der Schule aber schon. Nun die Frage wie schmecken sie eigentlich? Sie haben einen leichten Erdnuss Geschmack und die ätherischen Öle des Bananenblatts geben eine spezielle Note dazu. Man muss sie einfach mal probiert haben, wir mögen sie sehr.

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Besuch in der Schweiz

Letzten Monat war Michael zu Besuch in der Schweiz. Er sich dreieinhalb Wochen Zeit genommen um über unser Projekt zu berichten und Vorträge zu halten darüber was bisher geschehen ist und natürlich auch um neue Spenden zu sammeln. Jetzt können wir mit vollem Tatendrang weiter Planen. Der Besuch in der Schweiz war für ihn sehr schön und lehrreich. Er durfte einen Schweisserkurs bei seinem Bruder in der Schlosserei besuchen. Dort bekam er einen groben Einblick ins Schweissen. Natürlich hat er auch Urlaub gemacht und sich mit Freunden getroffen, Familie besucht und konnte sich dabei auch etwas erholen vom ganzen Trubel hier in Ecuador. Wir bedanken uns recht herzlich bei allen die Michael unterstützt haben sei es in Form von finanziellen Beiträgen für unser Projekt aber auch durch Unterkunft und Verpflegung und natürlich auch für das Ausleihen von Autos, so dass Michi immer schön flexibel bleiben konnte. Dadurch konnte Michi sein Bein richtig schonen und war nach seiner Rückkehr wieder voll einsatzfähig und voller neuem Tatendrang. In der Zwischenzeit war Joëlle hier auf der Finca Don Sigifredo tätig. Es ist leider noch nicht möglich, dass die beiden gemeinsam verreisen können. Deshalb hat sie während der Abwesenheit von Michi viele seiner Aufgaben übernommen. Es ist beindruckend, was alles täglich gemacht werden muss. Wenn man zu zweit ist fällt das manchmal gar nicht so richtig auf. Zudem waren da ja auch noch die administrativen Aufgaben die in dieser Zeit etwas hinten anstehen mussten. Täglich kamen neue Herausforderungen dazu. Manchmal wusste sie kaum mehr wo ihr der Kopf stand. Die Koordination der Arbeiten konnte sie zum Glück grösstenteils César überlassen. Er arbeitet ja schon seit etwas mehr als einem Jahr bei uns und kennt sich deshalb bestens aus.

Michael ist mit einer Drohne im Gepäck aus der Schweiz zurückgekommen. AmaSelva hat diese grosszügigerweise Selva Viva gespendet. Noch in der Schweiz konnte Michi bei seinem Freund Patrick, der die gleiche Drohne besitzt, Flugunterricht nehmen. Die Drohne dient Selva Viva zur Überwachung des Schutzwaldes, um darüber zu fliegen und zu kontrollieren ob Bäume rausgefällt werden und natürlich auch als Abschreckung für Wilderer. Die hohe Auflösung der Kamera erlaubt es uns, beim Zoomen von Bildern die in einer Höhe von 200 Meter gemacht wurden, die Gesichter von Menschen zu erkennen. Michi übt nun fast täglich über den Wald zu fliegen und dabei die nötige Flugroutine zu erlangen. Da die Drohne eine sehr grosse Reichweite hat können wir von unserem Haus aus rund einen Viertel des ganzen Schutzwaldes von Selva Viva sowie unseren eigenen Wald überfliegen. Wie schön wenn Arbeit auch richtig Spass macht.

Als Michael endlich zurückkehrte und nachdem Joëlle ihn informierte was alles gelaufen war, brauchte auch sie eine kleine Auszeit. Unsere lieben Tanten haben extra für Joëlle einen kleinen „Batzen“ mitgegeben, so dass sie sich drei Tage lang eine Auszeit in den Thermalquellen von Papallacta nehmen konnte. Sie lag so lange im heissen Wasser bis ihr fast Schwimmhäute wuchsen und sich Kiemen bildeten. Danach kam sie erholt und entspannt wieder zurück. Sie konnte diese kleine Auszeit richtig geniessen. Nach ihrer Rückkehr gab es eine Überraschung wenn nicht sogar eine kleine Sensation. Denn unsere Kuh Asia, hatte endlich ihr Kalb geworfen. Wir hatten schon fast nicht mehr daran geglaubt, denn seit wir damals 2020 hier ankamen, war sie immer die dickste Kuh auf der Weide. Wir waren kurz davor einen Tierarzt zu bitten eine Kontrolle durchzuführen ob sie tatsächlich trächtig ist.

Endlich haben wir den Vertrag für die Finca Don Sigifredo bekommen um für Selva Viva im Schutzwald ca. drei Hektaren aufzuforsten. Als Gegenleistung dürfen wir eine halbe Hektare alte Kakao Plantage, die an unsere Finca grenzt, bewirtschaften. Umgehend haben wir damit begonnen diese Plantage frei zu schneiden, zu säubern und die Bäume etwas zurückzuschneiden. Wir hoffen, dass wir nicht zu spät waren beim Rückschnitt der Plantage, denn die Kakao Blüte hat bereits begonnen. Nun haben wir insgesamt rund eine Hektare Kakao der wir durch neue Pflanzung eine weitere Hektare hinzufügen möchten. Für das Wiederaufforsten der drei Hektaren haben wir bereits Pflanzen gezogen und werden nächsten Monat rund 200 Bäume auspflanzen.

Mit Michis Rückkehr haben wir einen kleinen Bauauftrag für Christines Schulhäusschen bekommen. Es wird ein grösserer Aussenbereich entstehen und der Dachstock wird zu einer Wohnung für die Lehrer ausgebaut. Da sind wir im Moment dran und mittendrin. Das ist hier im Regenwald nicht so einfach, denn man darf beim Einkaufen nichts vergessen auch keine Kleinigkeiten wie Schrauben, Nägel usw. Der nächste Baumarkt ist eine Stunde von uns entfernt, man kann da nicht mal eben hinfahren um noch schnell etwas Fehlendes zu besorgen…

Umbau des Dachstocks zum Wohnbereich

In den letzten drei Wochen fiel hier kaum Regen und die Böden sind stark ausgetrocknet. Der Fluss Arajuno ist sehr, sehr niedrig, so dass man jetzt sogar an gewissen Stellen knietief hindurchwaten kann. Wenn es im Regenwald nicht mehr regnet ist das ein Problem. Unsere Quellfassung droht zu versiegen und falls es soweit kommen sollte werden wir ein riesiges Problem haben. Denn Wasser ist Lebensgrundlage. Auch für das Auspflanzen ist es wichtig, dass der Boden genügend feucht ist. Letzte Nacht kam endlich das langersehnte Gewitter. Es hielt acht Stunden mit Blitz, Donner und etwas Regen an. Es war aber nur der berühmte Tropfen auf den sprichwörtlich heissen Stein denn es fielen nur 20 mm. Der Regen wurde von der Erde direkt aufgesogen.

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Führerschein

Nach über einem Jahr ist es endlich soweit, wir haben diese Woche unseren Ecuadorianischen Führerschein endlich erhalten. Auch das war eine grosse Herausforderung, wie so vieles hier. Uns war bewusst, dass wir höchstens drei Monate mit unseren Schweizer Führerscheinen hier Autofahren dürfen. Da wir aber letztes Jahr im Juli, während des Landesweiten Lockdowns, eingewandert sind war es lange Zeit nicht möglich Behördengänge zu machen. Denn die Behörden waren alle vollständig geschlossen. Das war dann auch der Grund weshalb es über ein halbes Jahr dauerte, bis wir unsere Ecuadorianischen Identitätskarten (Cedula) beantragen konnten. Und weil man ohne die Cedula keinen Ecuadorianischen Führerschein bekommt, hat das natürlich warten müssen. Bei Fahrzeugkontrollen durch die Polizei, und das waren einige, konnten wir uns zum Glück immer mit dem Argument „Covid“ rausreden. Bis dann Joëlle im Juni unseren Volontär Luca in Quito abholen ging. Dort geriet sie innert 10 Minuten in zwei Fahrzeugkontrollen. Bei der ersten ging noch alles gut aber bei der zweiten wollte der Polizist nicht „einsichtig“ sein. Zwar war es offensichtlich, dass er einfach „Kohle“ wollte, aber Joëlle liess nicht locker. Da hat sie zum Glück die richtige Frage gestellt: „wie können wir dieses Problem jetzt lösen?“. Daraufhin meinte der Polizist es müsse eine Person herkommen, die einen gültigen Führerschein besitze um uns weiterfahren zu lassen. Nichts leichter als das, Luca hatte einen internationalen Führerschein bei sich uns so durften die zwei schlussendlich weiterfahren.

Nun war aber klar, dass jetzt so schnell wie hier eben möglich die Ecuadorianischen Führerscheine erworben werden mussten. Auf Nachfragen bei der nationalen Behörde für Transport wurde klar, dass es etwas kompliziert werden würde. So mussten wir uns bei einer Fahrschule in Tena anmelden um die „Licencia de conducir por la primera vez“ (Führerschein zum ersten Mal) zu erwerben. Das bedeutet, dass wir einen komplett neuen Führerschein mit Verkehrskundeunterricht, Hausaufgaben, Fahrprüfung und Theorieabschlussprüfung machten. Wir mussten (online) an sechs Abenden pro Woche jeweils drei Stunden Verkehrskundeunterricht besuchen. Zu diesen Lektionen mussten wir jeweils Hausaufgaben einreichen die kontrolliert und bewertet wurden. Am Ende der Woche absolvierten wir online eine Theorieprüfung. Zur Fahrprüfung wurden wir zum Glück ohne vorherige Fahrstunden zugelassen. Die Fahrprüfung wurde von den Fahrlehrern der Fahrschule und nicht etwa von offiziellen Experten der nationalen Behörde für Transport durchgeführt. Da wir beide über 25 Jahre Fahrpraxis haben war diese Prüfung schnell und leicht zu bestehen. Einmal alle diese Schritte absolviert wurde unser Dossier bei der nationalen Behörde für Transport zur Kontrolle und Bestätigung eingereicht. Die Behörde hat die Dokumente danach wieder an die Fahrschule zurück geschickt und dort konnten wir sie dann abholen. Mit den Dossiers mussten wir uns dann wiederum zur Behörde begeben um sie dort abermals einzureichen und erneut eine Theorieprüfung zu absolvieren. Da es für Michi aufgrund seiner Legasthenie sehr schwer ist Spanisch zu lesen hat er von der freundlichen Dame die die Führerscheine ausstellt Hilfe bekommen. Nicht dass sie Deutsch sprach und ihm beim Übersetzen hätte helfen können, sie hat ihm einfach jeweils die richtige Antwort gezeigt. Was aber nicht bedeutet, dass er die Prüfung nicht bestanden hätte. So war es einfach für alle der einfachste Weg. Das Ganze hat vom ersten Mal Nachfragen bei der nationalen Behörde für Transport bis zur Ausstellung der Führerscheine auch grad nur 1,5 Monate gedauert. Aber jetzt haben wir es hinter uns und dürfen bis nächstes Jahr, wenn unser Visum erneuert werden muss, legal fahren. Aber dann werden wir nicht nochmals alles wiederholen müssen sondern einfach noch einmal die Theorieprüfung ablegen.

Mit unseren Projekten geht es aber natürlich auch weiter. Wir haben damit begonnen mit selbstgezogenen Fruchtbäumen (Guanábana) die Weiden zu bepflanzen, so dass es eine Plantage gibt die integriert in die Kuhweiden ist und wo die Kühe umhergehen können. Dies ist problemlos möglich da diese Fruchtbäume keine grossen Schattenspender sind und wir sie nicht dicht aufeinander pflanzen. Auch bei der Kakaoplantage haben wir begonnen selbstgezogene Edelhölzer zu pflanzen. Da mischen wir Chuncho- mit Kakaobäumen indem wir die Abstände der Bäume gross halten und somit eine Kombination problemlos ist. Unser Versuch die Vanille an Kakaobäumen hochwachsen zu lassen war bis jetzt sehr erfolgreich. Somit haben wir bereits drei verschiedene Kulturpflanzen in einer Plantage zusammenführen können. Den Kakao können wir nächstes Jahr ernten, bis die erste Vanille geerntet werden kann wird es noch ca. zwei Jahre dauern und die Chunchobäume können wir wohl erst in ca. 20 bis 25 Jahre ernten. Dazwischen wachsen wilde Balsabäume die wir in vier bis fünf Jahren ernten werden.

Leider ist Ende Juli unser lieber Freund und Gönner Sigi (Don Sigifredo) verstorben. Wir vermissen ihn sehr. Er hat hier seinen eigenen Gedenkplatz auf einer der Weiden seiner Kühe und mit Aussicht auf den Fluss. Dort haben wir einen Cedro gepflanzt und aus einer angeschwemmten Mindalwurzel hergestellte Gedenktafel errichtet.

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Das erste Jahr

Ein Jahr geht schnell vorbei, besonders wenn man etwas Neues aufbaut. Die Zeit flog nur so an uns vorbei und dies ist der Zeitpunkt um uns einen Überblick zu verschaffen was wir schon erreicht oder leider auch noch nicht erreicht haben. Unser Lebenstraum war leider auch zeitweise ein Albtraum. Wir haben 35 Blogbeiträge geschrieben und es fiel insgesamt 4045 mm Regen in diesem Jahr. Es gab 13 Vollmondnächte und einmal erlebten wir ein richtiges Hochwasser als der Fluss Arajuno über vier Meter anstieg, sich mit dem Fluss Napo vereinigte und dabei die Insel dazwischen teilweise überschwemmte. Seit einem halben Jahr ist Yuma, unser neues Familienmitglied, bei uns. OK, das sind Dinge die nicht so interessant, aber dennoch geschehen sind.

Yuma

Unsere Vanilleplantage befindet sich im Aufbau und es gedeihen bereits über 100 Pflanzen. Wir experimentieren seit unserer Ankunft mit wilder Vanille (aus dem Wald) und wir fanden bis jetzt vier verschiedene Arten. Ebenfalls lassen wir die Vanille an verschiedenen Pflanzen wie z.B. an Kakao oder Edelhölzern hoch wachsen. Bis jetzt wächst noch alles gut und in rund einem Jahr werden wir wissen ob es funktioniert hat wenn dann (oder auch nicht) die ersten Blüten wachsen werden. Mit dem Ausschneiden der Kakaoplantage konnten wir endlich beginnen und hoffen nun auf einen grösseren Ertrag für nächstes Jahr.

Vanillepflanze

Mit unseren Kühen haben wir viel Geduld, denn sie sind erfolgreiche Ausbrecherkönige und haben kein bisschen Respekt vor den Zäunen. Aber auch dafür haben wir eine Lösung gefunden. Die Zäune haben wir verstärkt und mehr Pfosten gesetzt, so dass die Rindviecher nicht mehr ausbüxen können. Erstaunlicherweise hat das gut funktioniert und sie sind seither nicht mehr abgehauen. Mal sehen wie lange sie brav bleiben werden. Es wurden dieses Jahr neun Kälber geboren wovon leider eines eine Todgeburt war – es war das erste Kalb dieser jungen Kuh. Die anderen acht Kälber wuchsen gut und sind wohlauf. Wir haben ebenfalls vier Kälber von unseren Nachbarn übernommen wovon leider zwei gestorben sind. Das eine ist kopfvoran in ein riesiges Erdloch gefallen, wir haben es leider zu spät gefunden. Das andere ist dem Zeckenfieber erlegen. Aktuell haben wir einen Kuhbestand von 26 Tieren die alle gesund sind. Dank dem Verkauf von insgesamt sieben Rindern hatten wir zumindest ein kleines Einkommen.

Am meisten freut es uns, dass die Baumschule so gut gedeiht und wir bereits über 1000 Pflanzen ziehen konnten. Mit dem Auspflanzen der Setzlinge haben wir bereits begonnen. Rund 120 neue Jungbäume stehen jetzt in unserem Wald verteilt. Das ist der Beginn der Vermehrung der Artenvielfalt in gewissen Waldabschnitten. Da wir viel Sekundärwald haben, wird noch viel mehr zu pflanzen sein. Momentan warten wir auf die nächste Samenzeit der Bäume und hoffen, dass wir da auch noch andere Baumsorten ziehen werden können. Es gibt Bäume die nur alle zwei bis drei Jahre Samen tragen. Wir sind gespannt was nächstes Jahr alles blühen wird und hoffen sehr, dass uns die Wildtiere einige Samen übriglassen werden.

Unser neustes Projekt des „nachhaltigen Bauens mit Bambus“ haben wir langsam begonnen. César hat einen Monat lang einen Kurs besucht und durfte beim Bau eines Bambushauses mithelfen. Er ist derjenige der unser luxuriöses Hühnerhaus gebaut hat. Im Moment sind wir auf der Suche nach neuen Spendern oder Investoren für das Projekt. Falls jemand von Euch jemanden kennen sollte der evtl. jemanden kennt (ach ihr wisst schon J) der Interesse daran haben könnte, der soll sich bitte bei uns melden. Wir schicken gerne den Projektplan zu.

Luxusvilla der Hühner

Leider hatten wir auch einige grosse Rückschläge. Michis Beinbruch war natürlich nicht so toll und hat uns sehr ausgebremst. Aber es geht ihm schon wieder viel besser und die Knochen sind zusammen gewachsen. Die Muskulatur muss nun noch komplett wieder aufgebaut werden und das dauert eben einen Moment. Auch der Rechtsstreit mit dem Vorpächter hat uns viel Zeit und Geld gekostet. Aber bekannter Weise haben wir auch diese Hürde gemeistert und können nun endlich besser voraus planen. Dass uns eine grosse Kuh an einer Limone erstick ist, war einfach ein riesen Pech und natürlich ein erheblicher finanzieller Verlust. Da hat sich zum Glück jemand an den Kosten beteiligt und uns einen Teil des verlorenen Ertrags gespendet und somit den Familien mit dem Fleisch geholfen. Ein sehr grosses DANKESCHÖN dafür! Am Meisten hat uns aber Corona oder besser gesagt viel mehr die Corona Krise zugesetzt. Wir können nicht sagen ob es uns eher mehr Geld als eingeplant gekostet hat oder uns mehr ausbremste. Sicher ist, dass wir unsere Pläne und Vorhaben stark ändern mussten und wir uns deshalb viel stärker sozial engagieren. Ja, die Krise hat in unserer Region die meisten arbeitslos gemacht und wir versuchen so viele verschiedene Familien wie möglich bei der Arbeitsvergabe zu berücksichtigen. Aber genau das hat leider auch unser Budget der Löhne gesprengt. Immerhin konnten wir einigen Familien helfen ihre Kredite bei der Bank zurück zu bezahlen ohne dass man ihnen das Haus und Land weggenommen hat. Ja, Umweltschutz beginnt immer bei der Bevölkerung.

Viele Familien freuten sich über das Fleisch

Das alles konnten wir nur dank unseren lieben Familien, Freunden, Spendern und Gönnern erreichen. Danke an Alle die an uns glauben und Vertrauen in uns haben!

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Strasse, Fische und Gewächshaus

Über den Strassenbau und deren Verbreiterung haben wir bereits schon einmal berichtet. Seit wir darüber geschrieben haben läuft da aber gar nichts mehr; es gibt einen Baustopp. Nicht etwa weil sie nicht arbeiten möchten, nein sondern weil die Baufirma es versäumt hatte eine Lizenz zu beantragen um Baumaterial wie Steine und Sand aus dem Fluss zu fördern. Jetzt müssen sie bei der Umweltbehörde die versäumte Lizenz beantragen damit sie weiter arbeiten können. Und das kann dauern… Wer jetzt meint sie könnten ja in der Zwischenzeit die abgerutschten Hänge und Brücken reparieren der täuscht sich. Zuerst wird die Strasse fertig gebaut und erst danach wird entschieden welche Firma die ganzen Schäden reparieren darf. Der Zustand der Strasse ist bereits wieder so, und teilweise noch schlimmer als vor Baubeginn. Auch bei uns hat der Bau erneut Spuren hinterlassen. Durch die Vibrationen der schweren Maschinen und durch den anhaltenden Regen der Regenzeit ist uns die Zufahrtsstrasse etwas eingebrochen und der Hang droht abzurutschen.

Deshalb haben wir uns entschieden erneut eine Stützmauer zu bauen um den Hang zu sichern bevor er ganz abrutscht. Wir verwenden auch diesmal alte Autoreifen da sich dies das letzte Mal gut bewährt hat. Der bereits abgestützte Hang hat sich seitdem nicht mehr bewegt. Wir haben bereits über 70 LKW- und Autoreifen verbaut. Wir haben bereits einige Erfahrung und sind jetzt bei der zweiten Mauer viel schneller. Wir verbauen die Reifen so schnell, dass unser Chauffeur nicht nachkommt mit der Beschaffung und wir brauchen nochmals ca. 150 Stück.

In unserem Fischteich sind nun auch neue Bewohner eingezogen. Wir hatten ja den alten Teich ausgraben lassen um ihn wieder in Betrieb zunehmen. Wir liessen ihn rund zwei Wochen leer um ihn vom Regen auswaschen zu lassen.

César beim Reinigen des Fischteichs

Dann haben wir ihn noch einmal mit Hilfe des Regens gefüllt und ihn wieder ausgelassen um alle Rückstände raus zu schwemmen. Danach liessen wir ihn erneut volllaufen und warteten bis sich die Sandpartikel etwas gesenkt hatten. Nun war es endlich soweit und wir konnten 500 junge Tilapias einsetzen. Tilapia ist eine Barsch Art die ursprünglich aus Afrika kommt. Da sie sehr gut in stehenden Gewässern zurechtkommen, sich schnell Fortpflanzen und auch noch gut schmecken, ist das der meistverbreitete Zuchtfisch in den Tropen. Die Tilapias fressen Insektenlarven und verrottende Pflanzen. So müssen wir nicht viel zu füttern. In rund zwei Wochen werden wir noch eine zweite Fischart dazu geben, der Cachama (Schwarzer Pacu). Das ist eine einheimische Fischart die auch in stehenden Gewässern vorkommt. Sie fressen aber nur verrottende Pflanzen und sind somit keine Futterkonkurenz für die Tilapias. Für uns ist das gut, denn wir haben einige Bäume rund um den Teich stehen wovon viele Blätter und Früchte in den Teich fallen.

Unser Teich hätte Platz für rund 2000 Fische, da würde aber das natürliche Futterangebot zu knapp sein und wir müssten sehr viel zu füttern. Das würde bedeuten, dass wir eine Massenproduktion ansteuern und das passt nicht zu unserer Philosophie. Darum werden wir mit 1000 Fischen anfangen und dann schauen wie viele es verträgt um es dann so einpendeln zu lassen, dass es nachhaltig bleibt. Jetzt hoffen wir, dass wir Ende des Jahres unsere ersten eigenen Fische essen können.

Unser Gewächshaus platzt aus allen Nähten. Michael hat einen wirklich grünen Daumen. Über 80 Prozent der gesäten Samen spriessen. Durch das gezielte Umpflanzen und der speziell gemischten Erde hat er auch grossen Erfolg mit den Setzlingen. Von der Aufzucht bis zum Auspflanzen hat er nur einen geringen Verlust von Pflanzen. Wir haben zurzeit über 1000 Setzlinge von über 50 verschieden Pflanzenarten. Das Angebot ist sehr vielseitig, von Edelhölzern über Fruchtbäume zu Palmen und Lianen bis hin zum einheimischen Pfeffer.

In der hier bisher verbrachten Zeit haben wir so einiges gezogen und auch schon wieder im Wald ausgepflanzt. Durch unsere Baumpatenschaften konnte sogar ein kleiner Teil der Kosten gedeckt werden. Zusätzlich konnten wir auch schon ein paar Pflanzen verkaufen, die waren aber für den eigenen Garten der Käuferin. Jeder fängt mal klein an, unser Hauptziel ist es nach wie vor unseren Wald wieder aufzuforsten und ihn nachhaltig zu nutzen.

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Insekten und ihre Gefahren – Fleischteileten

Immer wieder zeigen wir Fotos von Insekten in vergrösserter Ansicht. Sie sind schön und manchmal auch gespenstisch aber die Meisten sind ungefährlich. Und dann gibt es noch die, die sehr schmerzhaft sein können. Es leben ca. 3000 Schmetterlingsarten, in allen Farben und Formen, in unserer Region.

Wo es Schmetterlinge gibt, gibt es auch Raupen. Sie sind meistens sehr bunt und stachelig. Wenn man sie aus Versehen berührt stechen sie nicht sondern sie nesseln, ähnlich wie Brennnesseln in Europa. Das kann sogar zu Blasenbildung führen und ist sehr schmerzhaft. Man sollte sie nur mit den Augen betrachten auch wenn sie sehr flauschig aussehen.

Bienen können etwas mühsam sein wenn sie einem um den Kopf schwirren sind aber ungefährlich, denn die Wildbienen haben keinen Stachel. Wespen hingegen schon. Sie greifen aber nur an wenn man ihnen direkt ins Nest reinläuft. Aber das kennt man ja auch von Zuhause. Eine Begegnung mit der Conga (Paraponera clavata) oder auch 24-Stunden-Ameise genannt kann sehr schmerzhaft sein. Ihr Stich gilt als der schmerzhafteste Insektenstich der Welt. Michael hatte früher schon seine Erfahrungen mit der Conga gemacht und auch jetzt wieder. Die Grundregel damit einen nichts sticht lautet: Schaue immer zuerst hin bevor du etwas anfasst und wenn du auf den Hintern fällst versuche dich auf keinen Fall fest zu halten, sondern lass dich fallen.

Heuschrecke

Michael war dabei eine Kuh zu behandeln als er sich wegen seinem Bein am Zaun abstützen wollte. Als er die Röhre festhielt liess er sie mit einem Schrei auch gleich wieder los. Tja, selber schuld, er hatte nicht zuerst hin geschaut. Eine Conga hatte ihn in die Fingerkuppe des linken Ringfingers gestochen. Michael weiss nicht recht was schmerzhafter war, sein Beinbruch oder dieser Stich. Beim Beinbruch schiesst einem Adrenalin hoch um den Schmerz zu lindern. Bei Congastichen ist es nur reiner Schmerz. Er war froh, dass wir noch starke Schmerzmittel zu Hause hatten um den Schmerz zu stillen. Die Schmerzen halten nur ca. zwölf Stunden an aber man kann auch schon mal Fieber für 24 Stunden bekommen. Daher kommt auch der Deutsche Name 24-Stunden-Ameise. Im Englischen heisst sie übrigens Bullet Ant (Gewehrkugelameise) weil ihr Stich so schmerzhaft wie eine Schussverletzung ist. Der Schmerz ging vorbei aber das injizierte Nervengift machte die Fingerkuppe von Michaels Ringfinger für rund zwei Wochen gefühlstaub. Es war eine schmerzhafte Erfahrung aber es blieben keine Schäden zurück.

Mit diesen Informationen wollen wir niemanden erschrecken und vor allem keine zukünftigen Besucher abschrecken. Bis jetzt wurde weder Joëlle noch ein Besucher je von einer Conga gestochen. Sie passen eben einfach besser auf als Michael das tut.

Wir haben leider letzte Woche eine grosse Kuh verloren. Sie hatte wohl Limonen direkt vom Baum gefressen und dabei ist ihr eine in den Rachen gerutscht und sie erstickte daran. Was in der Schweiz mit Äpfeln passieren kann, geschieht hier mit Limonen. Wir hatten die Kuh am Vortag nicht gefunden und suchten sie darum rund zwei Stunden lang bis es zu dunkel wurde. Am nächsten Morgen haben wir sie dann aber mitten auf der Weide tot aufgefunden. Sie konnte noch nicht lange gestorben sein, denn wie war noch nicht gebläht und auch noch nicht ganz steif. Sie lag auf einer Weide die mit dem Auto nicht zugänglich sondern nur per Fussmarsch von ca. 20 Minuten erreichbar ist. Wir konnten sie also nicht in einem Stück runter bringen und deshalb auch nicht verkaufen. Da lagen nun 500 kg Fleisch das wir nicht verrotten lassen wollten. Wir fragten unsere Mitarbeiter ob die Bevölkerung der Insel Anaconda wohl daran interessiert sei, sie müssten es einfach bei uns abholen. Wir wollten ihnen die Kuh schenken. César, unser Mitarbeiter, machte genau fünf Telefonate und rund eine Stunde später standen über 30 Familien da und die Stimmung war ähnlich wie bei einem Volksfest. Das Buschtelefon ist schnell, wenn es darauf ankommt.

Sie alle halfen mit die Kuh zu zerlegen. César schaute dafür, dass das Fleisch und die Innereien gerecht an alle Familien verteilt wurden. Am Schluss waren nur noch die Haut und das ungeborene Kalb übrig. Alles andere wurde verwertet und mitgenommen, auch der Kopf aus dem eine Suppe gemacht wird. Da es natürlich zu viel Fleisch auf einmal für einige Familien war, haben sie es dann nochmals zu Hause mit den Nachbarn und weiteren Familienangehörigen geteilt. Viel davon wurde auch geräuchert um es haltbar zu machen und die Familien, die einen Tiefkühler besitzen, haben es eingefroren. Wir haben zwar über 900 Dollar verloren, konnten dafür aber über 30 Familien helfen und glücklich machen. In der momentanen Krise fehlt Vielen das Geld für Fleisch und einige Familien hatten wohl schon länger keines mehr gehabt.

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Rechtsstreit und Kakao

Endlich konnten wir in unserer Kakaoplantage mit der Arbeit beginnen. Wir haben es ja schon einige Male erwähnt, dass wir einen Rechtsstreit hatten. Dieser Streit konnte nun endlich vor Gericht ohne Urteil beigelegt werden. Aber jetzt die ganze Geschichte von Anfang an: Als wir uns entschieden haben das Landstück von Christine von Steiger zu kaufen, hatte sie noch einen Pächter der das Land bewirtschaftete und auch im Haus am Rio Barantilla wohnte. Vicotr wurde ein halbes Jahr im Voraus darauf aufmerksam gemacht, dass man ihm beim nächsten Besuch die Pacht kündigen werde. Ihm wurde die Pacht gekündigt mit der Zusicherung, dass er nach erfolgtem Besitzerwechsel für uns Arbeiten könne und weiterhin im Haus wohnen dürfte. Victor glaubte aber, dass die Kündigung und der alte Pachtvertrag nicht korrekt seien und verklagte Christine auf eine Lohnnachzahlung. Vor dem Arbeitsgericht wurde aber bestätigt, dass alles seine Richtigkeit hat und somit die Pacht vorbei ist und er keinen Anspruch auf Lohnzahlungen hat weil es eben ein Pacht- und kein Arbeitsvertrag war. Er durfte ja jederzeit alles Erwirtschaftete behalten und musste auch keinen Pachtzins bezahlen.

Als wir dann letzten Juli in Ecuador ankamen hatten wir nicht damit gerechnet, dass Victor und seine Familie uneinsichtig sind und das Gerichtsurteil nicht akzeptierten. Wir suchten viele Male das Gespräch und haben ihm dabei immer wieder zugesichert, dass er für uns arbeiten könne und im Haus wohnen bleiben dürfe. Er weigerte sich den Vertrag den wir ihm anboten zu unterschreiben. Er hat einfach weiterhin unser Land für sich selbst bewirtschaftet. Deshalb sahen wir uns nach ein paar Monaten gezwungen rechtliche Schritte einzuleiten. Für unseren Anwalt war die Sachlage klar und wir wussten, dass wir Recht hatten. Da Victor auf Zeit spielte, die wir ja leider nicht hatten da wir endlich mit unserer Plantage beginnen wollten, hat er noch nebenbei eine Besitzanspruchsklage angedroht. So eine Klage kann gut zwei bis drei Jahre dauern da sie vor einem Zivilgericht geführt werden muss. Dort fehlen aber die Richter. Es gibt seit der Corona Krise nur noch einen Richter für diese Art von Fällen – und das für die ganze Provinz Napo. Man stelle sich das mal vor, nur einen Richter für einen Kanton in der Schweiz oder für ein Bundesland in Deutschland… Als unser Fall vor Gericht kam gab uns der Richter nochmals eine Möglichkeit eine Einigung zu finden was wir auch nutzten. Wir wollten nicht, dass Victor verliert denn die Folge für ihn wäre Gefängnis gewesen. Dies wegen nicht Anerkennung eines Gerichturteils (Pachtkündigung) und Zeitverschwendung des Gerichts wegen eines Falls der keiner ist. Wir fragten Victor was er denn von uns wolle. Wir staunten nicht schlecht was seine Forderungen waren: 10 ha Land, das Haus und USD 7000, dafür würde er seine Besitzanspruchsklage nicht einreichen. Das war dann aber für uns zu viel des Guten und wir boten ihm das Haus an, das darum liegende Land bis zur Strasse und für seine Anwaltskosten USD 2000. Uns war bewusst, dass die Zeit die wir verlieren würden und die Aufwände die durch das weiterführen dieses Falls und einer Besitzanspruchsklage entstünden viel kostspieliger wären und wir hatten sowieso nie vor in diesem Haus zu leben. Erst wollte er unser Angebot nicht annehmen. Sein Anwalt hat ihm aber unmissverständlich klargemacht, dass es das Beste sei was er erhalten könne. So hat er dann doch noch eingewilligt. Vor dem Richter wurde unsere Vereinbarung mündlich aufgenommen und dann vom Richter schriftlich bestätigt und beglaubigt. Leider hat uns das viel Zeit und sehr viel Geld gekostet aber dafür haben wir jetzt Ruhe und die Differenzen zwischen Victor und uns sind endlich geklärt.

Naja, leider noch nicht ganz endgültig. Wir pachten noch zusätzliche 4 ha Land von Christine. Aber auch dieses Land wird immer noch von Victor bewirtschaftet und es besteht auch dort ein Rechtsstreit (zwischen ihm und Christine). Seit einem Jahr wartet Christine nun schon auf einen Verhandlungstermin. Er wird den Fall verlieren, aber erst in zwei bis drei Jahren. Solange können wir dieses Land nicht nutzen, er aber schon.

Eigentlich beginnt die Kakaoernte ungefähr im Februar. Wir konnten aber erst Anfang Mai beginnen, da wir wegen des Rechtsstreits nicht früher durften. Leider ist deshalb rund 70 % der Ernte am Baum verfault oder von Tieren zerfressen worden. Wir mussten zuerst die Plantage etwas ausschneiden da sie schon seit etwa zwei Jahren von Victor nicht mehr genutzt wurde. Unseren Kakao kann man alle zwei bis drei Wochen in den Monaten Februar bis Ende Juni ernten. Wir haben „Cacao Nacional“. Das ist unter anderem die Sorte die nach Europa exportiert wird. Joëlle hat mit Kallari (Kooperative die von Kleinbauern Kakao kauft) Kontakt aufgenommen ob und in welcher Form sie Bohnen kaufen. Man kann sie ihnen im Schleim (feucht) oder getrocknet verkaufen. Der getrocknete Kakao wird billiger eingekauft. Da kann man nämlich viele schlechte Bohnen einschmuggeln und somit wird die Qualität schlechter. Für den im Schleim wird mehr bezahlt weil man keine schlechten Bohnen drunter mischen kann, so ist er von höherer Qualität und kann exportiert werden.

Wir haben uns entschieden den Kakao feucht zu verkaufen weil die Arbeit des Trocknens wegfällt, dies ist sehr aufwändig hier im Regenwald. Wir ernten die Kakaoschoten, öffnen sie und geben die guten Bohnen in einen Sack den wir dann am nächsten Tag verkaufen können. Wir haben bis jetzt zweimal ernten können. Der Gewinn hat gerademal gereicht die Arbeiten in der Plantage zu decken. Wenn wir aber nach beendeter Ernte die Kakaobäume richtig zurückschneiden und nächstes Jahr von Anfang an Ernten können, werden wir sicher einen kleinen Gewinn erzielen.