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Erfahrungsbericht aus dem Regenwald von Milena

Ankunft und Wartezeit

Nach meiner Ankunft holte mich Joëlle in Quito mit dem Auto ab. Auf unserer Fahrt in den Regenwald sahen wir bereits wunderschöne Landschaften und ich war fasziniert von dem fremden neuen Land. Joëlle erzählte mir, dass sie mit Luca festgesteckt war, weil die Strasse aufgrund eines Erdrutsches gesperrt war. Zuerst lachten wir noch darüber aber als wir an besagter Stelle ankamen, stand bereits eine Schlange an Autos und Lastwagen in dem kleinen Dörfchen. Nach Erkundigungen stellte sich heraus, dass ein Träger der Brücke eingestürzt war und diese repariert werden musste. Der erste Kulturschock; es gab keine Möglichkeit diese kaputte Brücke etwas weiter unten oder oben zu umfahren. Die nächste Umfahrungsstrasse, welche bereits einen grossen Umweg dargestellt hätte, war ebenfalls durch Bauarbeiten gesperrt und so haben wir gewartet. Und wir haben gewartet und gewartet und gewartet. Insgesamt standen wir ca. 11 Stunden und bewegten uns nicht vom Fleck.

warten, warten, warten…

Eingewöhnungszeit und Alltag

In der ersten Woche konnte ich es gemütlich angehen. Joëlle und Michi zeigten mir das Haus und die Umgebung. Die Sandfliegen und ihre vielen Stiche machte mir am Anfang ziemlich zu schaffen. Nach circa einem Monat hier, verheilten die aufgekratzten Stellen aber langsam und ich reagierte weniger extrem auf neue Stiche.
Ich lernte bald, wie die Meerschweinchen, Hühner, Hunde und die Katze gefüttert werden und durfte dies selbständig erledigen. Da ich Tiere liebe machte mir diese Arbeit viel Freude.

Yuma freut sich

Nach kurzer Zeit wurde ich zur Pflanzenfrau gekürt und pflanzte ums Haus herum Jamaica und Chili. Das Bambusprojekt von Joëlle und Michi war während meines Aufenthalts voll im Aufbau. Um zu verhindern, dass die Hänge rund um die Baustelle abrutschen, war ich dafür zuständig, Vetiver, eine Pflanze deren Wurzeln bis zu 5 Meter lang werden, zur Stabilisierung in die Hänge einzusetzen. Dabei habe ich mehr als 400 Pflänzchen gesetzt und es warten noch mehr Hänge darauf bepflanzt zu werden.

Passionsblumen-Käfer

Der Bau der Bambus-Immunisierungsanlage beanspruchte mehr Zeit als geplant und ich konnte mich dort nicht wirklich gut einsetzen. So arbeitete ich viel ums und im Haus. Joëlle und Michi gaben sich Mühe, mir immer passende und abwechslungsreiche Arbeiten zu übergeben. Zu meinen Tätigkeiten gehörten zum Beispiel in Bambusbehälter eingepflanzte Setzlinge und Weiden von Unkraut zu befreien, die Fliegengitter in den Fenstern zu reinigen und neue Gitter zuzuschneiden. Ab und zu am Mittag für uns und die Arbeiter zu kochen, was eine interessante Herausforderung war, da ich bis anhin noch nie für so viele Leute gekocht hatte. Zudem durfte ich Fondue Gabeln, welche von César und seiner Familie aus Bambus geschnitzt wurden, schleifen, damit Michi diese in die Schweiz zu seinem Bruder für dessen Restaurant schicken konnte. Diese Arbeit war total meditativ und hat mir viel Spass gemacht. In meiner letzten Woche habe ich noch meinen eigenen Baum gepflanzt, für den ich direkt eine Baumpatenschaft abgeschlossen habe. Dies war mir sehr wichtig.

Kühe pflegen

Am Ende meiner ersten Woche bei Joëlle und Michi stand ein Verkauf von Kühen an. Das bedeutete die Kühe von der Weide zum Haus zurücktreiben. Diese fanden wir allerdings nicht auf der Weide, wo sie sein sollten, sondern in einem steilen Waldstück. Das zurücktreiben, war für mich am Anfang ziemlich respekteinflössend, da die Kühe zum Teil recht ungehalten den Hang im Wald runter kamen. Ich ahmte so gut es ging die Rufe der anderen Arbeiter nach, um die Kühe anzutreiben und es machte mir mit der Zeit echt Spass. Beim Haus wurden die Kühe zuerst nach Verletzungen untersucht, eingefangen und behandelt. Ich sah, dass Michi und Joëlle sehr gut zu den Tieren und ihrem Wohlbefinden schauen.
Während meines ganzen Aufenthalts half ich immer wieder die Kühe zum Haus zurückzutreiben, da diese bei Weidenwechsel jeweils spezielles Futter bekamen und die verletzten Tiere gründlich versorgt wurden. Auch bei der Verarztung konnte ich assistieren.

Waldspaziergänge

Ich durfte Michael einmal nach Chorongo Alpa begleiten, um dort aufgestellte Wildkameras einzusammeln. Auf diesem Spaziergang durch den Regenwald erklärte mir Michi viele spannende Details über den Wald, die Pflanzen welche dort wachsen und die Tiere die dort leben. Die Vielfältigkeit des Waldes zu erleben, war für mich wunderschön und ich kam gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Auch die Reinheit der Luft fand ich überwältigend.

Ein anderes Mal konnte ich mit Michi ausgepflanzte Baumsetzlinge kontrollieren gehen. Danach führte er mich noch in den Primärwald und ich durfte Urwaldriesen bestaunen. Auf diesem Ausflug, erlebte ich den Regenwald hautnah. Uns überraschten zwei Regenschauer während wir im Wald waren und wir kamen klitschnass zum Haus zurück.

Freizeit und Kultur

In der Hängematte zu liegen, ein Buch zu lesen oder den Tieren zuzuhören, spazieren oder im nahgelegenen Fluss schwimmen zu gehen, gehörten zu meinen Lieblingsaktivitäten während meiner Freizeit. Sehr gerne verbrachte ich auch Zeit mit Joëlle und Michi auf der Veranda, wo ich eine Antwort auf alle möglichen Fragen erhielt und ich sehr viel über das Land Ecuador, die Politik, die Kultur und die Verhaltensweisen und Eigenarten der Menschen erfahren konnte sowie ganz viele Tipps für meine weitere Reise erhielt.
In Tena, der nächstgelegenen Stadt, durfte ich gratis im Studentenwohnheim von Christine übernachten, was ich sehr schätze. Es gibt keinen Fahrplan für den Bus von Puerto Barantialla nach Tena. Einfach an der Bushaltestelle warten bis der nächste kommt, auch etwas an das man sich als europäische Person zuerst gewöhnen muss.
Während meiner Zeit auf der Finca durfte ich zusammen mit Joëlle an eine traditionelle Kichwa Hochzeit gehen. So nahe an der Kultur von indigenen Menschen zu sein war für mich unglaublich spannend und eindrücklich.

Hochzeitsfest mit vielen Gästen und Geschenken

Kurz vor Weihnachten begleitete ich Joëlle an das Weihnachtsfest der Schule, was auch eine interessante und lustige Erfahrung war.
Michi und Joëlle waren immer sehr rücksichtsvoll und haben mir einen wundervollen Aufenthalt bereitet. Ich bin ihnen sehr dankbar, dass ich diese Möglichkeit hatte und werde die Erlebnisse hier nie vergessen.

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Beitrag von Regenwald-Hilfe e.V.

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, doch unsere Arbeit steht nicht still. Auch zum Jahresende helfen wir mit unserem Verein Regenwald-Hilfe e.V. dort wo wir können und wo Hilfe benötigt wird. Vor knapp einem Jahr war unser 1. Vorsitzender Jan im ecuadorianischen Regenwald zu Besuch. In dieser Zeit hat er viel erlebt und einiges an Erfahrungen mitgenommen (wir berichteten). Doch auch ein Jahr nach seinem Besuch liegt ihm die Arbeit vor Ort am Herzen. Wir freuen uns daher sehr, dass wir auch zum Jahresende unserem Kooperationspartner, der Finca Don Sigifredo, unter die Arme greifen konnten. Unser Verein hat zum Jahresabschluss noch einmal eine Spende in Höhe von 900 € an die Modellfarm gespendet. Insgesamt beläuft sich die Spende für unser internationales Projekt 2021 damit auf eine Höhe von 1.700 €.

Mit diesen Geldern wurden nicht nur 130 Bäume für unseren Verein gepflanzt. Im Gegenteil. Unsere Spenden ermöglichen weitere Pflanzungen von Bäumen, die unverzichtbar für den Regenwald sind. Außerdem konnte einiges auf der Modellfarm erneuert und finanziert werden. Wir möchten euch einen kleinen Einblick geben was genau vor Ort passiert ist und wofür Gelder vor Ort eingesetzt werden.

Das Gewächshaus, eines der wichtigsten Orte auf der Modellfarm. Hier werden aus kleinen Samen, die von den Rangern des Naturschutzgebietes «Selva Viva» im Regenwald gesucht werden, neue Bäume entstehen. Die Setzlinge benötigen viel Pflege, Wasser und Schutz vor Schädlingen. Die intensive Pflege und Versorgung kostet nicht nur Kraft, sondern auch eine Menge Zeit.

Auf der Modellfarm werden sie gepflegt und großgezogen, bis sie groß genug sind um im Regenwald gepflanzt werden zu können. Auch diese Arbeit ist nicht einfach. Es muss ein geeigneter Platz gefunden werden, wo sich die jungen Bäume gut ausbreiten und wachsen können.

Einen Überblick unserer 130 gepflanzten Bäume könnt ihr euch in folgender Grafik einmal ansehen:

Die Zufahrtsstraße zum Haus der Finca drohte abzurutschen. Deshalb wurde aus alten Autoreifen die alle mit Schrauben miteinander verbunden und dann mit Kies und Sand gefüllt wurden, eine Stützmauer gebaut. Eine betonierte Mauer würde wegen der starken Regenfälle innert kürzester Zeit kaputt gehen. So können die gebrauchten LKW- und Autoreifen nochmals verwendet werden. Die Reifen werden in Ecuador leider nicht recycelt, sondern einfach auf die Mülldeponie geschmissen. Nach einer Weile wachsen Gras und andere Pflanzen drüber und man sieht nicht mehr, dass die Mauer aus Reifen besteht.

Zusätzlich wurde ein neuer Teich angelegt. Hier züchtet die Finca Tilapias und Cachamas. Das ist eine alternative Proteinquelle zu Wildfleisch. Die Fische werden zu einem günstigen Preis an die Leute aus der Umgebung verkauft. Die Finca Don Sigifredo hofft, dass die Einheimischen dann weniger in den Wald gehen um Wildtiere zu jagen.

Der Kuhsammelplatz war bisher einfach eine umzäunte Grasfläche. Jedes Mal, wenn die Tiere zur Kontrolle (ca. alle zwei Wochen) reingeholt wurden, wurde diese Fläche immer löchriger und sumpfiger. Die Kühe standen dann jeweils tief im Dreck und allfällige Behandlungen von Wunden waren echt schwierig und immer eine sehr schlammige Angelegenheit. Deshalb wurde diese Fläche jetzt zementiert.

Das große Baumbusprojekt:

Die Finca hat mit einem neuen Projekt begonnen. Im Moment bauen sie ein Immunisierungsbecken für Bambusstangen. Am gleichen Ort wird auch ein Trocknungs- und Lagerraum gebaut werden. Bambus ist das Baumaterial der Zukunft, da es sehr nachhaltig ist. Die Fotos, die ihr hier sehen könnt sind von Césars erstem Bauprojekt. Er hat ein Hühnerhäuschen gebaut – also eher eine Hühnervilla. In der Zwischenzeit durfte er ein einmonatiges Praktikum machen, wo er mitgeholfen hat ein luxuriöses Wohnhaus zu bauen. Unser Verein ist sehr gespannt und verfolgt das Projekt mit viel Interesse…

Natürlich kann man sich im Regenwald nicht darauf verlassen, dass immer genügend Spenden kommen um den Betrieb aufrecht zu erhalten oder dass man genug Nahrungsmittel zur Verfügung hat. Dem Mitarbeiter César konnte jedoch mittlerweile eine Festanstellung zugesichert werden. Dies bedeutet aber auch, dass Versicherungs- und Altersvorsorgebeiträge bezahlt werden müssen. Deshalb wurde eine alte Kakaoplante wieder in Betrieb genommen. Die Vanilleplantage wird langsam aufgebaut, im Moment bietet die Finca ca. 100 Pflänzchen ein Zuhause, die hoffentlich in ca. zwei Jahren Schoten tragen werden. Mit diesen beiden Projekten hofft die Finca ein Einkommen generieren zu können um Césars Lohn und Versicherung decken zu können.

Wir vom Verein freuen uns sehr, dass die Arbeiten im Regenwald so stark voranschreiten. Wir sind für euch natürlich weiterhin an den News dran und werden euch immer wieder über News berichten. Wir wünschen Michael und Joëlle weiterhin alles Gute bei ihren Projekten und freuen uns sehr als Kooperationspartner dabei zu sein!

Finca Don Sigifredo freut sich sehr über die Zusammenarbeit mit Regenwald-Hilfe e.V.

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Kampf gegen die Elemente

Wir haben mit dem Bau für unser Bambusprojekt begonnen. Auch wenn wir die Finanzierung noch nicht ganz zusammen haben, sehen wir eine grosse Chance für uns und die Region. In den letzten Monaten führten wir viele Gespräche mit Interessenten. Wir haben einige Zusagen fürs nächste Jahr von Leuten bekommen die immunisierten Bambus bei uns kaufen werden. Wir haben sogar schon eine Anzahlung erhalten und haben darum beschlossen mit dem Bau eines Immunisierungsbeckens und eines Trocknungslagers zu beginnen. Das ist ein grosses Risiko das wir jetzt eingehen aber wer nicht wagt der nicht gewinnt. Vielleicht finden wir ja noch einen Investor oder Spender der uns den Rücken stärkt.

Die erste grosse Hürde ist geschafft, wir mussten zuerst mal den Platz aus ebnen und ein 14 Meter langes Loch graben. Dafür brauchten wir abermals einen Bagger den wir auffahren liessen. Da hat uns leider das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Durch die intensiven Niederschläge musste der Boden mehr verdichtet werden als erwartet und so hat das Ganze doppelt so lange als vorgesehen gedauert und leider auch doppelt so viel gekostet. Aber egal, jetzt waren der Platz eben und das Loch gegraben. Leider ist dann das Loch wegen Starkregens innert einer Stunde vollgelaufen und beim Abpumpen sind die Wände etwas eingestürzt. „Macht nichts“ haben wir gesagt, „das hält uns nicht auf“, und wir haben begonnen den Boden zu zementieren und die Armierungseisen anzubringen.

Nach der sehr trocknen Trockenzeit kamen einige heftige Stürme mit viel Regen und das hat einige Bäume entwurzelt. Zum einen liessen wir dieses Holz schneiden für die Konstruktion der Überdachung. Zum anderen haben wir einige Bäume von unseren Nachbarn bekommen um daraus für die Verkleidung zum Zementieren Bretter schneiden zu können. Leider hat uns auch da der Regen wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir brauchten auch dafür doppelt so lange. Natürlich müssen wir die Arbeiter auch bezahlen wenn sie dem Regen aus dem Weg gehen.

Holz von umgefallenen Bäumen für die Konstruktion

Trotzdem kommen wir vorwärts und erledigen einfach andere Arbeiten bei denen es nicht so auf den Regen ankommt. Eine neue Reifenmauer kann auch im Regen gebaut werden und die brauchen wir zum Abstützen der Plattform des Immunisierungsbeckens. Für uns ist alles viel Kostenintensiver geworden als geplant. Wie man so schön sagt: „Des einen Leid ist des andern Freud“. Unsere Mitarbeiter sind froh wenn sie ein Einkommen haben ganz besonders jetzt vor Weihnachten und auch nächste Woche vor Neujahr. So können sie einige Geschenke für die Familie besorgen und sich auch mal wieder was leckeres zu Essen kaufen. Zehn Mitarbeiter aus sechs verschiedenen Familien können wir so ein wenig glücklich machen. Ja unser Projekt wird immer sozialer. Wir hoffen, dass es nächste Woche etwas trockener sein wird und wir das Dach des Beckens fertig haben werden bevor die Regenzeit einsetzt.

Grosser Mittagstisch mit Mitarbeitern

Nebenbei haben wir auch noch unsere alltäglichen Aufgaben zu erledigen. Michael musste endlich lernen, dass er nicht überall mitarbeiten kann. Er konzentriert sich nun mehr auf das Organisatorische wie das Beschaffen von Materialien und das Suchen nach Fachpersonal. Naja er versucht es zumindest, denn er kann es nicht lassen mit zu schaufeln und mit zu tragen. Zur Ablenkung und um einen freien Kopf zu bekommen schreinert er deshalb schöne Möbelstücke.

Joëlle hingegen muss alles Buchhalterische und die Bestellungen unter einen Hut bringen. So müssen wir Prioritäten setzen und so andere Arbeiten und Aufgaben zurückstellen. So können die Tage sehr lang werden und wir können nicht immer so einfach abschalten. Wir haben aber immer noch Spass und viel Freude. An solchen Projekten merken wir zu was wir gemeinsam im Stande sind und was wir alles bewerkstelligen können. Wir haben aber auch Unterstützung von Milena, unserer neuen Volontärin. Sie bepflanzt fleissig unseren Garten und hilft uns sehr mit den Tieren, im Haus und der Küche. Auch das Bepflanzen der Hänge ums Bambusbecken und dem Trocknungslager mit Vetiver hat sie übernommen. Vetiver ist ein Gras das bis zu 5 Meter lange Wurzeln bekommen kann, somit ist das zusätzlich zu den Reifen ein weiterer Hangschutz.

Reifenmauer zur Abstützung

Wie vorgängig erwähnt gehen die normalen Arbeiten weiter. Wir haben fünf unsere jungen Rinder verkaufen können und einen guten Preis dafür erhalten. Der Erlös fliesst natürlich gleich wieder in unser neuestes Projekt. Aber kaum war die Kuh-Herde verkleinert haben wir auch schon wieder neuen Nachwuchs bekommen. Till ist der jüngste Spross in der Gruppe. Auch da ist einmal mehr der viele Regen nicht gerade förderlich und wir müssen gut aufpassen, dass der Kleine nicht im Schlamm stecken bleibt. Denn er ist zum Glück sehr aktiv und rennt noch Kopflos einfach drauflos. Unsere Plantagen gedeihen gut und wir müssen einfach mal zwischendurch das Unkraut schneiden. Unsere gepflanzten Bäumchen werden ebenfalls alle zwei Wochen besucht um sicher zu stellen, dass es ihnen gut geht. Bei uns ist immer viel los und das ist auch gut so, denn Stillstand ist der sichere Tod.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Freunden, Bekannten, Familien, treuen und neuen Lesern bedanken. Danke für die finanzielle Unterstützung und für die vielen lieben Gedanken und Worte von euch. Es ist schön zu wissen, dass ihr an uns glaubt – das gibt uns immer wieder den neuen Antrieb. DANKE!

Yuma freut sich auch

Wie wünschen allen ruhige und erholsame Weihnachten und dass ihr euch nicht überesst und dann deshalb leiden müsst. Einen guten Start ins neue Jahr und bleibt gesund!

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Wiederaufforstung, ein sinnvolles Weihnachtsgeschenk

Wir haben mit der Wideraufforstung von ca. drei Hektaren alter Plantage begonnen. Seit wir hier in Ecuador angekommen sind haben wir aus allen Samen die wir bekamen oder gefunden haben Pflänzchen gezogen. So entstand eine ansehnliche Baumschule mit über 1200 Pflanzen von über 30 Arten. Nun war es endlich soweit und wir konnten mit der Wiederaufforstung eines grösseren Stücks beginnen. So einfach das klingen mag es ist harte körperliche Arbeit. Zuerst mussten wir in der alten Plantage Wege öffnen und alle „ungewollten“ Pflanzen rausschneiden. Das ist z.B. Zuckerrohr das hier im Regenwald nichts verloren hat weil es die Böden mit der ohnehin sehr dünnen Humusschicht stark auslaugt. Dann mussten die Pflänzchen mit Hilfe von Schubkarren, soweit wie das möglich war, in den Wald gebracht und den Rest der Strecke getragen werden.

Wir haben über 200 junge Bäumchen gepflanzt, da mussten wir einige male hin und her laufen. Für jeden einzelnen Baum musste ein Loch gegraben werden und zu guter Letzt haben wir von jeder Pflanze natürlich die Koordinaten aufgenommen, so dass wir wissen welche Pflanze wo steht.

Wir haben acht verschiedene Baumarten gepflanzt, verschiedene Edelhölzer und verschiedene wilde Fruchtbäume. Die Fruchtbäume sind sehr wichtig für die Wildtiere wie z.B. Affen, Nagetiere, Vögel und diverse Insekten. Eine gute Durchmischung ist sehr wichtig für die Artenvielfalt. Mit fünf Leuten brauchten wir fünf Tage bis wir alles gepflanzt hatten. Wer nun denkt die Arbeit sei damit getan der irrt sich leider. Wir werden alle ein bis zwei Monate jede Pflanze kontrollieren gehen und sie nötigenfalls von unerwünschten Kletterpflanzen befreien bis sie dann eine Grösse haben werden um mit solchen Pflanzen gut leben zu können. Bei den Fruchtbäumen geht das schneller als bei den Edelhölzern, die wir die nächsten zwei bis drei Jahre begleiten werden.

Frisch gepflanztes Chunchobäumchen

Für diese Bäume kann man eine Baumpatenschaft erwerben und so aktiv bei der Wiederaufforstung in unserer Region mithelfen. Für all diejenigen die auf der Suche nach sinnvollen Weihnachtsgeschenken sind und nicht wissen was sie ihren Lieben schenken sollen ist eine Baumpatenschaft eine ausgezeichnete Alternative zum „obligaten Staubfänger“. Eine Baumpatenschaft gilt für Lebzeiten und setzt weder Staub an noch muss sie bei der nächsten Entrümpelungsaktion wegen Platzmangels entsorgt werden. Die Patenschaft bekommst du für den Betrag, den dir oder der beschenkten Person ein Baum wert ist. Mit jeder Patenschaft bekommt man eine Urkunde mit Pflanzenart und den Koordinaten wo sich das Bäumchen befindet damit man im Internet den Standort nachschauen kann. Jeder der seinen Baum besuchen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen bei uns. HIER findest du mehr Infos dazu. Wir wünschen allen eine ruhige und besinnliche Adventszeit und dass ihr gesund bleibt.

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La Casa del Payazo

Michi und unsere Mitarbeiter haben diesen Samstag den überdeckten Parkplatz und die Holzwerkstatt fertig gebaut. Das war wohl nicht ganz einfach und einer unserer Mitarbeiter hat während des Aufstellens der Bambuskonstruktion gemeint, da alles so schief und instabil sei hätte er grosse Lust dem ganzen einen Stoss zu verpassen und es den Hang runter zu werfen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass aus der Konstruktion mit der richtigen Technik am Ende ein wirklich standfestes Gebäude zustande kommen wird.

César gut geschütz vor der Sonne bei der Installation des Dachs

Jetzt ist es fertig und steht wie eine Eins, dennoch nennen es unsere Mitarbeiter „La Casa del Payazo“ (Haus des Clowns) weil es eben nicht dem „normalen“ Baustil entspricht. Wir mögen es sehr auch deshalb weil nichts rechtwinklig ist und es schon fast ein bisschen was vom „Hundertwasser Stil“ hat. Wir freuen uns auf weitere Bauten im selben Stil. Den ersten Sturm hat es bereits überstanden.

Joëlle kümmert sich um die Administration der Finca Don Sigifredo. Das beinhaltet Aufgaben wie Buchhaltung, Planung- und Einkauf der benötigten Lebensmittel, Kommunikation mit verschiedenen Institutionen wie Landwirtschaftsamt, Vorsorgeeinrichtung der Mitarbeiter, Steueramt, Arbeitsamt usw. Daneben ist sie seit über einem Jahr die Verantwortliche für die Kasse der Stiftung Selva Viva in Ecuador. Aber bis sie tatsächlich Zugriff auf das Konto von Selva Viva erhielt war es ein langer und anstrengender Prozess. Bank- und Behördengänge sind immer sehr Zeitaufwändig und Nerv tötend. Das kann schon Mal zu einer Mission werden oder gar zur Lebensaufgabe ausarten. Eigentlich hätte im Frühling 2020 der Stiftungsrat von Selva Viva Ecuador durch das Umweltministerium neu bestätigt werden müssen. Doch durch den Ausbruch der Pandemie war dies nicht möglich. Aufgrund der fehlenden Bestätigung war es deshalb der Bank aus juristischen Gründen nicht möglich Joëlle den Zugriff auf das Konto zu gewähren. Soweit ist das durchaus verständlich und nachvollziehbar. Als Joëlles Vorgänger Mitte dieses Jahres aus gesundheitlichen Gründen in die Schweiz reiste, hatte plötzlich niemand mehr Zugriff. Um wenigstens die Löhne der Waldhüter bezahlen zu können hatte Joëlle eine Handvoll unterzeichneter Blankochecks. Das ist im Falle von Diebstahl absolut verantwortungslos aber es blieb keine andere Wahl. Nach über einem halben Jahr und unzähligen Gängen zur Bank und zum Umweltministerium hat sie jetzt seit knapp einem Monat die Unterschriftsberechtigung um Checks auszustellen. Auch der Zugriff aufs E-Banking funktioniert, allerdings nur um Saldoabfragen zu tätigen. Überweisungen sind im Moment nicht möglich. Es konnten zwar letzte Woche drei Überweisungen getätigt werden doch seit dieser Woche geht das nicht mehr. Nun stehen wieder Besuche bei der Bank an um abzuklären, weshalb es nicht mehr funktioniert.

Hildegard besucht uns manchmal nachts

Immer wieder kommen Leute vorbei und bitten um Hilfe. Meistens geht es dabei darum, dass wir ihnen Geld „ausleihen“ sollen. Wir haben bereits darüber berichtet. Diese Gespräche können lange dauern und sind nicht immer einfach. Besonders dann, wenn wir die Anfrage ablehnen müssen. Letzten Monat hat uns Klever besucht. Er und seine Frau haben selber keine Kinder. Letztes Jahr haben Sie ein Kind angenommen dessen Mutter leider gestorben ist und dessen Vater sich nicht selbst um das Kleinkind kümmern konnte. Trauriger Weise ist das Kind körperlich behindert und obwohl es bereits zwei Jahre alt ist kann es noch immer nur krabbeln. Im lokalen Gesundheitszentrum konnten die Ärzte leider nicht weiterhelfen. Deshalb hat er uns gebeten ihm Geld auszuleihen, damit er und seine Frau einen Arzt in Tena aufsuchen konnten. Dort wurde das Kind gründlich untersucht. Die Familie muss jetzt orthopädische Schuhe kaufen. Diese sollen dabei helfen, dass das Kind langsam anfängt laufen zu lernen. Für eine Familie ohne regelmässiges Einkommen sind solche Aufwände kaum zu finanzieren. Zum Glück standen bei uns gerade viele Arbeiten an und so konnten wir Klever die letzten drei Wochen bei uns arbeiten lassen. Wir werden Klever und seine Familie in den nächsten Wochen weiter unterstützen indem wir sie zum Arzt sowie zum Orthopäden begleiten werden um gründlich alles abzuklären und nachzufragen. Selbstverständlich helfen wir finanziell auch beim Kauf dieser Schuhe. In unserem Projekt wird der soziale Aspekt je länger je wichtiger, da die Weltweite Krise anhält und es hier in Ecuador vor allem die indigene Bevölkerung trifft – eine Rückkehr zur „Normalität“ wird für eine sehr lange Zeit nicht möglich sein.

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Urwald Snacks

Mit dem Umbau des Schulhäusschens sind wir gut vorangekommen. Unter andrem auch deswegen weil es nicht geregnet hat. Wir konnten sehr schnell das Dach vom neuen Schulzimmer anbringen und den Boden zementieren.

Leider haben wir aber auch einige Baumängel beim bestehenden Haus gefunden die wir unbedingt reparieren mussten. Das hat uns fast mehr Zeit gekostet als die neue Konstruktion und der Umbau des Dachstocks.

Durch den Umbau haben wir unseren gedeckten Parkplatz verloren und wir mussten uns überlegen wo wir einen neuen bauen wollen. Der neue Platz war schnell gefunden, da müssen wir aber viel Erdreich bewegen. Es ist ein sehr guter Platz und wir können da auch gleich unser Holzlager einrichten. Unser Holz wird zurzeit überall, etwas verstreut, gelagert. Es ist viel Arbeit aber die Leute die wir so beschäftigen können freut es sehr, denn sie bekommen selbstverständlich einen Lohn dafür.

Baustelle Parkplatz und Holzlager

Letzte Nacht hatten wir endlich wieder mal Regen und unser Fischteich hat sich im nu gefüllt, es war ein richtiger Tropenregen. Es wurde etwas weniger und ist nun einfach ein Regen der anhält und das ist gut so. Die Böden sind viel zu trocken. Wir hatten in den letzten drei Wochen nur einige Tropfen abbekommen – und das im Regenwald. Wir sollten schon längst mit dem Auspflanzen von diversen Pflanzen für die Wiederaufforstung beginnen. Nun hoffen wir, dass es noch den ganzen Tag weiter regnet, denn nur dann können wir bald auspflanzen.

Es gibt einige Urwald Snacks die für Europäer etwas Ekelerregend wirken können. Lasst all jenen gesagt sein: Es ist nur eine Kopfsache. Wenn man einen Waldspaziergang mach findet man oft Bäume die von der Limonen Ameise befallen sind. Sie nisten sich unter der Baumrinde ein und bauen so ihren Staat in dem Baum auf, ohne den Baum zu töten. Wenn man einen der Ameisen-Knoten öffnet kommen da hunderte nur millimetergrosse Limonen Ameisen raus. Die kann man essen und sie schmecken sehr gut. Limonen Ameisen heissen so weil sie nach Limone schmecken. Klar, man wird nicht satt davon aber es gibt einen angenehmen Geschmack im Mund. Anders ist das bei den Blattschneider Ameisen. Die fliegen einmal pro Jahr in der Nacht aus, in dieser Nacht fliegen Millionen von jungen Königinnen aus. Sie sind ca. zwei Zentimeter gross und ihr Hinterleib ist mit Nektar gefüllt, der soll sie in den ersten Wochen beim Aufbau ihres neuen Staates ernähren. Das ist nicht nur für alle insektenfressenden Tiere eine willkommene Abwechslung, sondern auch für die Einheimischen Leute. Sie gehen mit Taschenlampen nach draussen und locken so die Königinnen an. César und seine Familie haben so innert einer Stunde eine ganze Einkaufstasche voll mit Ameisenköniginnen gesammelt.

Flugnacht der Blattschneider Ameisen
Video: César Cerda

Anschliessend wurden sie in der Pfanne geröstet und fertig war der energiereiche Snack. Da wir keinen Blattschneider Ameisenbau in unsere Umgebung haben konnten wir das Schauspiel diesmal nicht miterleben. César hat uns aber einen Becher voll mitgebracht den wir dann mit unserem Volontär, Luca, gemütlich verzehrt haben.

Eine wahrhafte Delikatesse sind Chonta Curos „Chontapalmmaden“. Das sind Larven des Schwarzrüsselkäfers. Die legen ihre Eier in gefällte Chontapalmstämme wo dann zu bis zu fünf Zentimeter grosse Maden wachsen. Nach rund vier Monaten öffnet man den Stamm und sammelt die Maden ein. Das ist aber nicht so einfach, denn der Stamm ist mit Dornen übersäht wie bei einem Kaktus. Die Dornen haben viele Widerhacken, sodass man sie nicht einfach rausziehen kann. Wer schon einmal Kontakt mit einer Chontapalme hatte weiss von was wir schreiben. Die Chonta Curos werden entweder an einem Spiess gegrillt oder in einem Bananenblatt gegart. Die Maden sind eine wahre Delikatesse und sind im Handel sehr teuer. Drei Maden kosten einen Dollar! Auch wir haben kürzlich von einem Mitarbeiter einige Maden als Dankeschön erhalten. Wir haben sie schon oft gegessen aber noch nie haben wir sie selber zubereitet. Hilda, die Frau von César, hat uns deshalb gezeigt wie man das richtig macht. Als Dank dafür haben wir ihr natürlich eine Made geschenkt die sie sogleich roh gegessen hat.

Hilda bei der Zubereitung

Den Rest haben wir im Bananenblatt gegart und als Nachmittagssnack gegessen. Das war dann doch Zuviel für Luca und er hat nicht mit genascht, die Lehrerinnen der Schule aber schon. Nun die Frage wie schmecken sie eigentlich? Sie haben einen leichten Erdnuss Geschmack und die ätherischen Öle des Bananenblatts geben eine spezielle Note dazu. Man muss sie einfach mal probiert haben, wir mögen sie sehr.

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Besuch in der Schweiz

Letzten Monat war Michael zu Besuch in der Schweiz. Er sich dreieinhalb Wochen Zeit genommen um über unser Projekt zu berichten und Vorträge zu halten darüber was bisher geschehen ist und natürlich auch um neue Spenden zu sammeln. Jetzt können wir mit vollem Tatendrang weiter Planen. Der Besuch in der Schweiz war für ihn sehr schön und lehrreich. Er durfte einen Schweisserkurs bei seinem Bruder in der Schlosserei besuchen. Dort bekam er einen groben Einblick ins Schweissen. Natürlich hat er auch Urlaub gemacht und sich mit Freunden getroffen, Familie besucht und konnte sich dabei auch etwas erholen vom ganzen Trubel hier in Ecuador. Wir bedanken uns recht herzlich bei allen die Michael unterstützt haben sei es in Form von finanziellen Beiträgen für unser Projekt aber auch durch Unterkunft und Verpflegung und natürlich auch für das Ausleihen von Autos, so dass Michi immer schön flexibel bleiben konnte. Dadurch konnte Michi sein Bein richtig schonen und war nach seiner Rückkehr wieder voll einsatzfähig und voller neuem Tatendrang. In der Zwischenzeit war Joëlle hier auf der Finca Don Sigifredo tätig. Es ist leider noch nicht möglich, dass die beiden gemeinsam verreisen können. Deshalb hat sie während der Abwesenheit von Michi viele seiner Aufgaben übernommen. Es ist beindruckend, was alles täglich gemacht werden muss. Wenn man zu zweit ist fällt das manchmal gar nicht so richtig auf. Zudem waren da ja auch noch die administrativen Aufgaben die in dieser Zeit etwas hinten anstehen mussten. Täglich kamen neue Herausforderungen dazu. Manchmal wusste sie kaum mehr wo ihr der Kopf stand. Die Koordination der Arbeiten konnte sie zum Glück grösstenteils César überlassen. Er arbeitet ja schon seit etwas mehr als einem Jahr bei uns und kennt sich deshalb bestens aus.

Michael ist mit einer Drohne im Gepäck aus der Schweiz zurückgekommen. AmaSelva hat diese grosszügigerweise Selva Viva gespendet. Noch in der Schweiz konnte Michi bei seinem Freund Patrick, der die gleiche Drohne besitzt, Flugunterricht nehmen. Die Drohne dient Selva Viva zur Überwachung des Schutzwaldes, um darüber zu fliegen und zu kontrollieren ob Bäume rausgefällt werden und natürlich auch als Abschreckung für Wilderer. Die hohe Auflösung der Kamera erlaubt es uns, beim Zoomen von Bildern die in einer Höhe von 200 Meter gemacht wurden, die Gesichter von Menschen zu erkennen. Michi übt nun fast täglich über den Wald zu fliegen und dabei die nötige Flugroutine zu erlangen. Da die Drohne eine sehr grosse Reichweite hat können wir von unserem Haus aus rund einen Viertel des ganzen Schutzwaldes von Selva Viva sowie unseren eigenen Wald überfliegen. Wie schön wenn Arbeit auch richtig Spass macht.

Als Michael endlich zurückkehrte und nachdem Joëlle ihn informierte was alles gelaufen war, brauchte auch sie eine kleine Auszeit. Unsere lieben Tanten haben extra für Joëlle einen kleinen „Batzen“ mitgegeben, so dass sie sich drei Tage lang eine Auszeit in den Thermalquellen von Papallacta nehmen konnte. Sie lag so lange im heissen Wasser bis ihr fast Schwimmhäute wuchsen und sich Kiemen bildeten. Danach kam sie erholt und entspannt wieder zurück. Sie konnte diese kleine Auszeit richtig geniessen. Nach ihrer Rückkehr gab es eine Überraschung wenn nicht sogar eine kleine Sensation. Denn unsere Kuh Asia, hatte endlich ihr Kalb geworfen. Wir hatten schon fast nicht mehr daran geglaubt, denn seit wir damals 2020 hier ankamen, war sie immer die dickste Kuh auf der Weide. Wir waren kurz davor einen Tierarzt zu bitten eine Kontrolle durchzuführen ob sie tatsächlich trächtig ist.

Endlich haben wir den Vertrag für die Finca Don Sigifredo bekommen um für Selva Viva im Schutzwald ca. drei Hektaren aufzuforsten. Als Gegenleistung dürfen wir eine halbe Hektare alte Kakao Plantage, die an unsere Finca grenzt, bewirtschaften. Umgehend haben wir damit begonnen diese Plantage frei zu schneiden, zu säubern und die Bäume etwas zurückzuschneiden. Wir hoffen, dass wir nicht zu spät waren beim Rückschnitt der Plantage, denn die Kakao Blüte hat bereits begonnen. Nun haben wir insgesamt rund eine Hektare Kakao der wir durch neue Pflanzung eine weitere Hektare hinzufügen möchten. Für das Wiederaufforsten der drei Hektaren haben wir bereits Pflanzen gezogen und werden nächsten Monat rund 200 Bäume auspflanzen.

Mit Michis Rückkehr haben wir einen kleinen Bauauftrag für Christines Schulhäusschen bekommen. Es wird ein grösserer Aussenbereich entstehen und der Dachstock wird zu einer Wohnung für die Lehrer ausgebaut. Da sind wir im Moment dran und mittendrin. Das ist hier im Regenwald nicht so einfach, denn man darf beim Einkaufen nichts vergessen auch keine Kleinigkeiten wie Schrauben, Nägel usw. Der nächste Baumarkt ist eine Stunde von uns entfernt, man kann da nicht mal eben hinfahren um noch schnell etwas Fehlendes zu besorgen…

Umbau des Dachstocks zum Wohnbereich

In den letzten drei Wochen fiel hier kaum Regen und die Böden sind stark ausgetrocknet. Der Fluss Arajuno ist sehr, sehr niedrig, so dass man jetzt sogar an gewissen Stellen knietief hindurchwaten kann. Wenn es im Regenwald nicht mehr regnet ist das ein Problem. Unsere Quellfassung droht zu versiegen und falls es soweit kommen sollte werden wir ein riesiges Problem haben. Denn Wasser ist Lebensgrundlage. Auch für das Auspflanzen ist es wichtig, dass der Boden genügend feucht ist. Letzte Nacht kam endlich das langersehnte Gewitter. Es hielt acht Stunden mit Blitz, Donner und etwas Regen an. Es war aber nur der berühmte Tropfen auf den sprichwörtlich heissen Stein denn es fielen nur 20 mm. Der Regen wurde von der Erde direkt aufgesogen.

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Regenwaldhelfer aus dem Heidekreis in Ecuador

Artikel in der Walsroder Zeitung vom 14. August 2021

Bäume sind wichtig: Sie binden Kohlenstoffdioxid und geben im Austausch Sauerstoff an die Luft ab. Mehr als ein Viertel aller Bäume weltweit wächst in tropischen Regenwäldern ergo sind auch die wichtig, vor allem im Angesicht des fortschreitenden Klimawandels. Trotzdem zerstören Menschen die „Grüne Lunge“ des Planeten – im vergangenen Jahr noch mehr als in dem davor. Laut einer Studie ging eine Fläche so groß wie die Niederlande verloren.

Wer Nachrichten wie diese hört, kann sich kaum etwas darunter vorstellen. Das Sterben des Regenwaldes ist vielen Menschen bekannt, bleibt aber eine abstrakte Vorstellung. Für den 1. Vorsitzenden des Vereins Regenwald-Hilfe e.V. Jan Pflugstedt ist sie sehr real geworden. Der Walsroder hat zum Jahreswechsel fünf Wochen in Ecuador verbracht, um sich ein eigenes Bild zu machen. „Ich wollte eigentlich immer schon mal in den Regenwald“, stellt Pflugstedt fest, „um mitreden und aufklären zu können.“ Mit einer Privatreise hat der 26-Jährige sich diesen Traum erfüllt. Wer dabei aber an ein reines Freizeitvergnügen denkt, der irrt. Jan Pflugstedt ist vor allem nach Ecuador geflogen, um dort anzupacken – ganz im Sinne des Vereins „Regenwald-Hilfe e.V.“, den er vor einiger Zeit im Heidekreis mitgegründet hat und als Vorsitzender leitet.

Die 50 Mitglieder widmen sich jährlich neben regionalen Aktionen auch je einem nationalen und einem internationalen Projekt, das sie gemeinsam unterstützen. In Ecuador hat Jan Pflugstedt nun gleich zwei Kooperationsprojektpartner für die Zukunft gefunden: die Tierauffangstation amaZOOnico, für die der Walsroder während seines Aufenthalts in Ecuador gearbeitet hat – und die Finca Don Sigifredo, eine Modellfarm zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Regenwaldes.

Alle reden von der Zerstörung des Regenwaldes – doch nur wenige tun etwas dagegen. Jan Pflugstedt aus Walsrode gehört zu denen, die anpacken, um die „Grüne Lunge“ des Planeten zu retten.

César und Jan pflanzen Bäume

„Aras frei fliegen oder Totenkopfaffen in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen, das war schon etwas ganz Besonderes, auch für mich als Tierpfleger“, berichtet der 26-Jährige, der im Weltvogelpark Walsrode arbeitet.

Dennoch habe er sich zunächst an die Lebensumstände gewöhnen müssen. „Wir hatten kein fließendes Wasser in der Station.“ Stattdessen sei Regenwasser aufgefangen und abgekocht worden. „Wir haben auch durchaus mal im Fluss gebadet. Ich habe viele Denkweisen umändern oder ablegen können, habe Abstand gewonnen von allzu technischen oder materiellen Dingen.»

Der 1. Vorsitzender lernte auch während seines Aufenthaltes die Finca Don Sigifredo kennen. Seit seinem Besuch vor Ort arbeitet der Verein Regenwald-Hilfe e.V. in enger Kooperation mit der Finca Don Sigifredo zusammen

Mit den Rangern vor Ort pflanzte Jan im Namen des Vereins rund 150 neue Bäume. Die Notwendigkeit dafür wurde ihm während der fünf Wochen schmerzlich vor Augen geführt: „Ich habe auch die eine oder andere gerodete Fläche gesehen“, bedauert er. Die Schönheit des verbliebenen Regenwaldes sei ein starker Kontrast dazu gewesen.

Einmal habe ihn eine Riesenameise gebissen und damit seine komplette Hand betäubt. Um einzukaufen zu können, habe man mit dem Boot eine halbe Stunde bis zur nächsten Straße fahren müssen – und von dort aus noch einmal dreieinhalb Stunden bis in die nächste Stadt. „Die Kultur und Lebensweise der Einheimischen kennenzulernen, war
sehr interessant“, erzählt Jan, der auf seiner Reise auch Ameisen und Würmer gegessen hat. „Wir haben sehr viele
Luxusgüter hier in Deutschland.“ Und deren Herstellung und Konsum tragen mitunter dazu bei, dass der Regenwald weltweit weniger wird ob es sich um das neue Smartphone, das Schnitzel vom Discounter oder um den Schokoriegel mit Palmöl im Einkaufswagen handelt.

Deshalb will sich Jan Pflugstedt auch hier vor Ort weiter für den Schutz des Regenwaldes und die Aufklärung darüber einsetzen. „Jede kleine Hilfe von hier kann dort Wunder wirken“, sagt er. Wer selbst aktiv werden möchte, findet auf der Homepage der Regenwald-Hilfe e.V. ab sofort auch eine Vermittlerplattform für Freiwilligenarbeit in fremden Ländern und Kulturen.

Volontärshäuser im amaZOOnico

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Führerschein

Nach über einem Jahr ist es endlich soweit, wir haben diese Woche unseren Ecuadorianischen Führerschein endlich erhalten. Auch das war eine grosse Herausforderung, wie so vieles hier. Uns war bewusst, dass wir höchstens drei Monate mit unseren Schweizer Führerscheinen hier Autofahren dürfen. Da wir aber letztes Jahr im Juli, während des Landesweiten Lockdowns, eingewandert sind war es lange Zeit nicht möglich Behördengänge zu machen. Denn die Behörden waren alle vollständig geschlossen. Das war dann auch der Grund weshalb es über ein halbes Jahr dauerte, bis wir unsere Ecuadorianischen Identitätskarten (Cedula) beantragen konnten. Und weil man ohne die Cedula keinen Ecuadorianischen Führerschein bekommt, hat das natürlich warten müssen. Bei Fahrzeugkontrollen durch die Polizei, und das waren einige, konnten wir uns zum Glück immer mit dem Argument „Covid“ rausreden. Bis dann Joëlle im Juni unseren Volontär Luca in Quito abholen ging. Dort geriet sie innert 10 Minuten in zwei Fahrzeugkontrollen. Bei der ersten ging noch alles gut aber bei der zweiten wollte der Polizist nicht „einsichtig“ sein. Zwar war es offensichtlich, dass er einfach „Kohle“ wollte, aber Joëlle liess nicht locker. Da hat sie zum Glück die richtige Frage gestellt: „wie können wir dieses Problem jetzt lösen?“. Daraufhin meinte der Polizist es müsse eine Person herkommen, die einen gültigen Führerschein besitze um uns weiterfahren zu lassen. Nichts leichter als das, Luca hatte einen internationalen Führerschein bei sich uns so durften die zwei schlussendlich weiterfahren.

Nun war aber klar, dass jetzt so schnell wie hier eben möglich die Ecuadorianischen Führerscheine erworben werden mussten. Auf Nachfragen bei der nationalen Behörde für Transport wurde klar, dass es etwas kompliziert werden würde. So mussten wir uns bei einer Fahrschule in Tena anmelden um die „Licencia de conducir por la primera vez“ (Führerschein zum ersten Mal) zu erwerben. Das bedeutet, dass wir einen komplett neuen Führerschein mit Verkehrskundeunterricht, Hausaufgaben, Fahrprüfung und Theorieabschlussprüfung machten. Wir mussten (online) an sechs Abenden pro Woche jeweils drei Stunden Verkehrskundeunterricht besuchen. Zu diesen Lektionen mussten wir jeweils Hausaufgaben einreichen die kontrolliert und bewertet wurden. Am Ende der Woche absolvierten wir online eine Theorieprüfung. Zur Fahrprüfung wurden wir zum Glück ohne vorherige Fahrstunden zugelassen. Die Fahrprüfung wurde von den Fahrlehrern der Fahrschule und nicht etwa von offiziellen Experten der nationalen Behörde für Transport durchgeführt. Da wir beide über 25 Jahre Fahrpraxis haben war diese Prüfung schnell und leicht zu bestehen. Einmal alle diese Schritte absolviert wurde unser Dossier bei der nationalen Behörde für Transport zur Kontrolle und Bestätigung eingereicht. Die Behörde hat die Dokumente danach wieder an die Fahrschule zurück geschickt und dort konnten wir sie dann abholen. Mit den Dossiers mussten wir uns dann wiederum zur Behörde begeben um sie dort abermals einzureichen und erneut eine Theorieprüfung zu absolvieren. Da es für Michi aufgrund seiner Legasthenie sehr schwer ist Spanisch zu lesen hat er von der freundlichen Dame die die Führerscheine ausstellt Hilfe bekommen. Nicht dass sie Deutsch sprach und ihm beim Übersetzen hätte helfen können, sie hat ihm einfach jeweils die richtige Antwort gezeigt. Was aber nicht bedeutet, dass er die Prüfung nicht bestanden hätte. So war es einfach für alle der einfachste Weg. Das Ganze hat vom ersten Mal Nachfragen bei der nationalen Behörde für Transport bis zur Ausstellung der Führerscheine auch grad nur 1,5 Monate gedauert. Aber jetzt haben wir es hinter uns und dürfen bis nächstes Jahr, wenn unser Visum erneuert werden muss, legal fahren. Aber dann werden wir nicht nochmals alles wiederholen müssen sondern einfach noch einmal die Theorieprüfung ablegen.

Mit unseren Projekten geht es aber natürlich auch weiter. Wir haben damit begonnen mit selbstgezogenen Fruchtbäumen (Guanábana) die Weiden zu bepflanzen, so dass es eine Plantage gibt die integriert in die Kuhweiden ist und wo die Kühe umhergehen können. Dies ist problemlos möglich da diese Fruchtbäume keine grossen Schattenspender sind und wir sie nicht dicht aufeinander pflanzen. Auch bei der Kakaoplantage haben wir begonnen selbstgezogene Edelhölzer zu pflanzen. Da mischen wir Chuncho- mit Kakaobäumen indem wir die Abstände der Bäume gross halten und somit eine Kombination problemlos ist. Unser Versuch die Vanille an Kakaobäumen hochwachsen zu lassen war bis jetzt sehr erfolgreich. Somit haben wir bereits drei verschiedene Kulturpflanzen in einer Plantage zusammenführen können. Den Kakao können wir nächstes Jahr ernten, bis die erste Vanille geerntet werden kann wird es noch ca. zwei Jahre dauern und die Chunchobäume können wir wohl erst in ca. 20 bis 25 Jahre ernten. Dazwischen wachsen wilde Balsabäume die wir in vier bis fünf Jahren ernten werden.

Leider ist Ende Juli unser lieber Freund und Gönner Sigi (Don Sigifredo) verstorben. Wir vermissen ihn sehr. Er hat hier seinen eigenen Gedenkplatz auf einer der Weiden seiner Kühe und mit Aussicht auf den Fluss. Dort haben wir einen Cedro gepflanzt und aus einer angeschwemmten Mindalwurzel hergestellte Gedenktafel errichtet.

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Erfahrungsbericht aus dem Regenwald von Luca

Nach fast zwei Monaten hier auf der Finca Don Sigifredo im Regenwald von Ecuador geht mein Abenteuer langsam zu enden und es ist an der Zeit mein Erlebtes noch einmal Revue passieren zu lassen. Es war eine schöne Zeit mit vielen neuen Eindrücken und tollen Erfahrungen. Alles begann damit das Joëlle mich in Quito am Flughafen abholte und wir gemeinsam die Fahrt von Quito zu ihnen nach Hause in den Regenwald starteten. Nachdem wir mehrere Stunden gefahren sind mussten wir eine ungeplante Pause von zwei Stunden einlegen da die Straße auf Grund eines Erdrutsches nicht mehr befahrbar war. Nach langem Warten konnte ein großer Bagger die Straße von Schlamm und großen Steinen endlich befreien. Nach insgesamt acht Stunden haben wir dann bei Nacht endlich die Finca Don Sigifredo erreicht und ich wurde gleich von Michi und den drei Hunden herzlich empfangen. Nachdem ich von Michi und Joëlle alles gezeigt bekommen habe und die ersten Eindrücke verarbeiten konnte ging es auch schon los mit der Arbeit. So bin ich als erstes mit Michi zu den Kühen gewandert und er erklärte mir viele interessante Dinge die man in Bezug auf die Haltung und den Umgang mit Kühen beachten muss. So fingen wir dann an die ganze Herde von einer Weide zurück Richtung Haus zu treiben wo Sie einen betonierten und eingezäunten Platz haben um die Kühe auf mögliche Verletzungen und Parasiten zu untersuchen. Nach getaner Arbeit nahm mich Michi mit und zeigte mir die schönste Ecke ihres Landes. Dort wollen sie in hoffentlich naher Zukunft ihr eigenes Haus und angrenzende Volontärs Unterkünfte komplett aus Bambus bauen. Michi zeigte mir ebenfalls wo Sie vorhaben ein Haus mit Becken für die Behandlung und Verarbeitung von Bambus zu Bauen. Er erklärte mir, dass die vielseitige Nutzung des Bambus in dieser Region früher sehr verbreitet war aber seit die Leute die Kettensäge entdeckt haben kaum noch Bambus als Baumaterial eingesetzt wird und man lieber große dicke Bäume fällt um Häuser zu bauen. Das Ziel von Michi und Joëlle ist die nachhaltige Bewirtschaftung und Aufforstung des Regenwaldes. Dafür tun Sie auch sehr viel, in einem aus Bambus gebauten Gewächshaus ziehen sie viele verschieden Baumarten wie z.B Mindal, Cedro, Chuncho, Moral Bobo u. v. m. die mit viel Arbeit zu kleinen Setzlingen heranwachsen. Aktuell warten mehr als 500 Bäumchen darauf bald ausgepflanzt zu werden und das bringt uns der Wiederaufforstung des Regenwaldes einen Schritt näher.

Gewächshäus aus Bambus

Das nächste große Projekt an dem ich mitwirken durfte war eine Stützmauer aus alten Auto- und LKW-Reifen zu bauen. Es drohte ein großer Hang direkt an der Zufahrtsstraße zum Haus ab zu rutschen was dringend verhindert werden musste da die Straße ebenfalls drohte mit ab zu rutschen und es dann nicht mehr möglich wäre das Haus zu erreichen. So lernte ich dann auch César kennen der bei Michi und Joëlle angestellt ist. Er wirkte direkt sehr sympathisch und wir konnten uns auch recht gut auf Englisch verständigen was hier bei den einheimischen Kichwas, zu denen César gehört, nicht selbstverständlich ist da der Großteil kein Englisch spricht. César ist nicht nur für die Durchführung von den Arbeiten die bei Finca Don Sigifredo anfallen zuständig sondern er sorgt auch dafür, dass für große Projekt wie die Stützmauer auch passende Aushilfsarbeiter da sind. Und so organisierte er vier Arbeiter die ebenfalls alle von der Indigenen Gemeinde der Kichwas stammen. So bekommen Joëlle und Michi nicht nur große Projekte schneller fertig sondern unterstützen zu gleich die verschiedenen Familien der Kichwas mit Arbeit und fördern den sozialen Austausch mit den Einheimischen. Die Stützmauer zu bauen war sehr anstrengend und nach einer Woche Arbeit mit stundenlangem Kies schaufeln, Pfosten in den Boden schlagen und Reifen verdichten waren mehr als 400 Reifen in den Hang eingebaut und ich war erstaunt wie stabil so eine Mauer aus Reifen sein kann.

Arbeiten an der Stützmauer aus alten Reifen

Das schönste nach getaner Arbeit ist es abends ein kühles Bier zu trinken und interessante Gespräche mit Michi und Joëlle zu führen oder einfach mit Kopfhören in der Hängematte zu liegen und den Sonnenuntergang zu genießen. So kann sich mein Körper perfekt von der kräftezehrenden Arbeit erholen und wieder Energie aufladen für den nächsten Tag. Ein weiteres großes Projekt war es die Kakao Plantage, die lange nicht mehr bewirtschaftet wurde, von den ganzen Pflanzen zu befreien die in der Zwischenzeit die ganze Plantage überwachsen haben. Bei dieser Arbeit ist es von Vorteil wenn man langärmlige Kleidung trägt sowie Handschuhe und Kappe. Überall sind haarige Raupen oder Ameisen die man nicht gerne auf seinem Körper haben will. Es war viel Arbeit die ganze Plantage wieder frei zu schneiden aber die Arbeit hat sich gelohnt nun können Michi und Joëlle anfangen die Kakao Plantage zu bewirtschaften und so ein Nebeneinkommen aufbauen.

Finca Don Sigifredo
Bild: Luca Reinwald

Es gibt aber nicht nur Arbeit bei Finca Don Sigifredo sondern es gibt auch viele tolle Sachen in der Region in der wir uns befinden zu entdecken. So waren wir einmal im amaZOOnico. Die Auffang- und Auswilderungsstation für viele verschiedene Tiere die im Dschungel Leben liegt nur fünf Minuten mit dem Kanu Fluss abwärts. Es gibt aber auch eine kleine Schokoladen Produktion die man besuchen kann und wo man eigene Schokolade herstellt. Oder einen botanischer Garten in dem man viele verschieden Pflanzen und Kräuter sehen kann die in der Kichwa Kultur heute noch als Medizin oder für schamanische Rituale eingesetzt werden. Dort bekommt man auch eine Vielzahl unterschiedlicher Fallen für die Jagd zu sehen und einem wird demonstriert wie sie funktionieren. Aber das schönste finde ich, war der Besuch bei César daheim der uns zum Fußball und Volleyball spielen eingeladen hat. Dort konnte man noch einmal aus einem anderen Blickwinkel sehen wie die Kichwas heute leben. Es war ein tolle Erfahrung mit der ganzen Familie ob Jung oder Alt zu Spielen und Spaß zu haben. Alles im allem bin sehr glücklich das Abenteuer gewagt zu haben und zwei Monate hier mit Michi und Joëlle gelebt und gearbeitet zu haben. Es hat mir viele neue Erkenntnisse und viele schöne Momente beschert die ich ganz sicher nicht mehr so schnell vergessen werde. Das Projekt Finca Don Sigifredo kann ich jedem empfehlen der sich für den Schutz des Regenwaldes einsetzen möchte und gerne neue Kulturen kennenlernen will.