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Das Bambusbecken ist in Betrieb

Letze Woche war es endlich soweit, dass wir unser Becken für die Immunisierung von Bambus in Betrieb nehmen konnten. Es hat viele Arbeitstage und noch mehr schlaflose Nächte gebraucht bis es endlich so weit war. Uns ist eine schwere Last von den Schultern gefallen als wir das gefüllte Becken sahen. Michi hat sich so sehr gefreut, dass er beim rumalbern hingefallen ist und sich einige Schürfwunden und Prellungen zu zog. Aber alles war nur halb so schlimm, er hatte mal wieder Glück im Unglück. Ja, das passiert halt wenn man das Gefühl hat noch zwanzig zu sein.

Bambusanlieferung

Bis eine Stange ins Becken eingelegt werden kann sind einige Arbeitsschritte nötig. Zuerst müssen sie Stangen gewaschen werden, danach werden sie auf die richtige länge zugeschnitten und dann müssen sie noch durchbohrt werden. Man muss alle Kammern öffnen, so dass der Bambus nicht an der Oberfläche schwimmt und die Boraxsalzlösung in die Stange reinfliessen kann. Damit die osmoseartige Wirkung (Austausch von Stärke mit Borax) erzielt wird muss sich der ganze Halm unter Wasser befinden. Das durchbohren von sechs Meter langen Stangen ist eine Herausforderung, Michi hat dafür extra einen dreieinhalb Meter langen Bohrer zusammen geschweisst.

Widinson und César durchbohren die Bambushalme

Wenn alle Schritte durchlaufen sind kommen die Stangen für fünf bis zehn Tage, je nach Dicke der Kammerwände, in die Salzwasserlösung. Jeder Schritt wird jetzt mit der «Stoppuhr» gemessen damit wir den Arbeitsaufwand für eine Stange berechnen und so auch einen Verkaufspreis kalkulieren können.

Nach dem Immunisierungsbad geht der Bambus in die Besonnungsanlage, da wechselt er die Farbe von Grün auf Braun, eine erste Trocknung findet schon statt. Anschliessend werden die Stangen im Trocknungsraum gelagert wo sie einfach noch etwas rumliegen. Unsere Trocknungsanlage bzw. Lagerhalle werden wir mit dem ersten selber immunisierten Bambus bauen. Bis dahin nutzen wir ein Provisorium gleich neben dem Becken.

Leider zeigt der Krieg in der Ukraine auch hier seine Auswirkungen. Wir hatten Kaufzusicherungen für Bambus von zwei Bauprojecken. Diese Projekte sind aber bis auf weiteres auf Eis gelegt worden da jetzt die Finanzierung aus Europa fehlt. Mit dem Bau sind wir ein hohes Risiko eingegangen und haben unsere letzten finanziellen Reserven reingesteckt. Da wir aber das einzige, fix gebaute, 13 Meter Immunisierungsbecken von ganz Ecuador-Amazonien haben stehen die Chancen trotzdem gut in den Markt zu kommen. Joëlle bemüht sich mit verschiedenen Organisationen in Kontakt zu treten und uns so bekannt zu machen. Als wir mit dem ersten Einkauf von den ersten 100 Stangen begonnen haben sind nur wenige Tage später viele Familien auf uns zu gekommen um Bambus zu verkaufen. Es hat sich sehr schnell rumgesprochen und wir könnten tatsächlich tausende von Stangen kaufen. Leider müssen wir momentan die Familien auf später vertrösten. Wir erklären ihnen aber dennoch wie sie ihre Bambushaine pflegen sollten, so dass wir ihn dann später kaufen können. Wir kaufen nur guten, zur richtigen Zeit frisch geernteten, Bambus weil wir viel Wert auf gute Qualität legen. Die hohe Qualität wird dann auch unser Verkaufs Argument sein.

Die letzte Woche haben wir Holz verkauft. Der starke Regen hatte die Böden so sehr aufgeweicht, dass gleich fünf Pigüe Bäume die an der Strasse standen umzufallen drohten. Pigües sind Sekundärbäume aus deren Holz man Kisten oder Verschalungsbretter herstellt. Wir haben uns entschieden sie zu fällen bevor sie umfallen und so keinen Nutzen mehr haben werden. Viel verdient man aber nicht damit. Immerhin wurden unsere Kosten gedeckt und zwei Personen hatten für drei Tage Arbeit.

Yuma hilft bei der Kakaoernte

Die Kakaoernte ist in vollem Gange und wir konnten wieder über 100 kg ernten. Wir werden sicher noch drei bis vier Mal ernten können. Danach müssen wir die Bäume richtig zurück schneiden um nächstes Jahr mehr Ertrag erzielen zu können. Unsere Mittarbeiter können es jetzt schon kaum glauben, dass wir so viel ernten ohne Chemie einzusetzen.

Uriel und Café au Lait

Unsere Kuh „Café au Lait“ hat ihr erstes gesundes Kalb geboren. Sie hatte letztes Jahr leider eine Todgeburt, vermutlich weil sie noch zu jung war. Darum hielten wir sie die letzten Wochen ganz besonders im Blick. „Uriel“ ist ihr erstes Kalb und sie macht es hervorragend. Sie liess den Kleinen in den ersten fünf Tagen nicht aus den Augen, wenn er sich ausruhen musste stand sie daneben und beschützte ihn. Nicht so wie die anderen erfahreneren Kühe die Ihr Junges ins Gebüsch legen und dann einfach fröhlich weiter Grasen gehen. Der Kleine wächst schnell und sie lässt ihn jetzt auch schon mit den andern Kälbern rumtollen.

Uriel

Letzte Woche haben wir erneut eine alte Plantage aufgeforstet. Wir liessen das Gelände bewusst ein Jahr zuwachsen. Jetzt haben wir Wege frei gemacht, so dass wir im Schatten der Sekundärbäume die über hundert Primär- und Fruchtbäume pflanzen konnten. Da unsere Pflanzenschule immer grösser wird konnten wir ein breit gefächertes Sortiment auspflanzen und hoffen so eine bessere Durchmischung einzubringen. Wir haben trotz der vielen Arbeit mit dem Bambusprojekt die Grundidee des Waldschutzes durch Aufforstung nicht vernachlässigt.

Aufladen der Pflänzchen zum Transport für die Aufforstung
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Unsere ersten Fische

Wir haben vor rund einem dreiviertel Jahr einen grossen Fischteich angelegt und zwei verschiedene Arten von Fischen eingesetzt. Im Februar wollten wir wissen wie gross sie mittlerweile sind. Dazu mussten wir sie erst mal fangen und das ist einfacher gesagt als getan. Michael hatte eine Idee für ein „Schleppnetz“. Also kauften wir ein Netz und zogen es dann durch den Teich. Beim ersten Mal war nichts drin und beim zweiten Mal auch nicht. Ja Tilapias und Schwarze Pakus sind Fische die sich bei Gefahr am Grund in den Schlamm eingraben, da kannst du es mit einem Schleppnetz vergessen… Deshalb musste eine andere Lösung her. Michael baute aus dem Netz einen Fischergalgen, der tatsächlich auch funktionierte. Die Fische waren aber zu klein und wir liessen natürlich den ganzen Fang wieder zurück ins Wasser. Am Gründonnerstag war es dann soweit und wir wollten frischen Fisch zum Mittagessen unseren Mittarbeiter servieren. Der Galgen hat beim ersten Hochziehen gut funktioniert. Die Pakus sind jetzt genug gross zum Essen und Verkaufen. Die Tilapias sind aber leider noch zu klein.

Als wir das zweite Mal das Netz des Galgens hoch zogen waren da zwar Fische drin aber nur die kleinen Tilapias. Wir haben es noch mehrmals versucht aber jedes Mal ohne Erfolg. Tilapias sind anscheinend etwas dümmer als die Pakus. Es musste also eine andere Lösung her. César liess sich von seinen Kindern sein Wurfnetz bringen und wir probierten es auch sofort aus. Michael kann zwar mit einem kleinen Wurfnetz umgehen aber das von César hat einen Durchmesser von drei Metern. Das Fischen mit einem so grossen Netz muss gelernt sein. Nach dem Wurf vom Profi waren über 40 Fische im Netz.

Erfolg mit dem Wurfnetz

Das Beste, es waren alles Pakus drin. Tja, zwei Fischarten die man mit zwei verschiedene Methoden fangen muss. Wir assen die ersten Fische aus unserm Teich und er hat super lecker geschmeckt.

So konnten wir auch schon unsere ersten Fische verkaufen. Man lernt bekanntlich nie aus und wir haben wieder einmal viel dazu lernen können.

Fischverkauf

Über die Blattschneider Ameisen haben wir ja schon einmal berichtet. Die faszinierenden Plagegeister sind einmal mehr über unsere Jamaikas (Hibiscus) hergefallen und haben sie innert einem Tag kahl geschnitten. Michael hat sich gleich auf die Suche nach ihrem Bau gemacht aber nichts gefunden. Am nächsten Tag haben sie sich die Badeas vorgenommen, ja vorgenommen… Es gibt nicht viele Fressfeinde der Blattschneider Ameisen aber genau rechtzeitig tauchte eine Armee von Militär- bzw. Wander Ameisen auf. Militär Ameisen gehören zur Familie der Legionärs Ameisen und sind reine Fleischfresser. Sie haben kein festes Nest und laufen immer vom Hunger getrieben auf Futtersuche durchs Land. Es sind Millionen von Ameisen die im strengen Regiment daher kommen.

Auch da gibt es verschiedene Ameisen, von der Königin über die Soldaten, den Eierträgern bis hin zu den Wachen. Die letzteren sind die Schlimmsten. Sie haben rund zwei Millimeter grosse Zangen am Kopf mit denen sie sich an allem was sie bedroht festzwicken. Man kann sie nicht einfach abstreifen, nein man muss sie regelrecht ausfädeln.

So eine Armee läuft auf einer Fläche von 10 x 50 Metern in eine Richtung und frisst alles in ihrem Weg auf. Was zu gross ist wird vertrieben. Sie sind super nützlich und sie haben auch den Blattschneider Ameisen innert Minuten den Gar ausgemacht aber wir konnten uns nicht mehr richtig bewegen. Wir hofften einfach, dass sie nicht ins Haus kommen. Naja, wir hätten dann keine Insekten mehr darin gehabt aber leider auch keine Geckos und andere Nützlinge und leider auch die Schweinerei die sie hinterlassen. Sie fressen alles bis zu der Grösse einer Ratte. So schnell wie sie kommen so schnell sind sie auch wieder weg. Jetzt hat es keine Insekten und Kleintiere mehr in unserem Garten und das bedauern unsere Hühner sehr.

Mit unserem Bambusprojekt geht es jetzt endlich in die Produktionsphase. Wir haben letzte Woche die Böden fertig zementiert und sind nun bereit Bambus einzukaufen. Es muss schon noch einiges getan werden, das können wir aber erst machen wenn wir Bambus haben um so gleich von Anfang an alles richtig und praktisch zu bauen.

Es gibt noch einiges zu tun

Diese Woche besuchten wir Personen die uns Bambus verkaufen wollen. Wir haben uns angeschaut ob die Qualität des Bambus stimmt und haben ihnen auch erklärt wann sie ihn ernten sollen und auf was sie achten müssen.

Besuch bei Mishu, unserem Nachbarn

Das Ernten von Bambus ist ein wichtiger Faktor für die Qualität. Man darf Bambus nur bei rückläufigem Mond schneiden. So hat es weniger Wasser in den Halmen und die Fasern sind härter. Wir mussten uns natürlich auch noch auf einen Preis einigen. Gute Qualität hat seinen Preis. Wir werden für eine sechs Meter lange Stange, auf Platz geliefert, 3 USD bezahlen. Für den ersten Versuch haben wir 100 Stangen bestellt die nächste Woche geerntet und geliefert werden und dann können wir endlich loslegen. Der erste Bambus wird dann auch gleich für unsere Lagerhalle gebraucht werden. Die wollen wir aus Bambus bauen um so zeigen zu können, dass man mit Bambus richtig gut bauen kann.

Bambushain

Die Kakaoernte ist in vollem Gange und wir haben bereits weitere 100 kg Bohnen geerntet. Leider ist der Verkauf etwas schwieriger geworden und wir können ihn nicht mehr feucht verkaufen sondern müssen ihn nun selber trocknen. Das wiederum ist mehr Arbeitsaufwand. Als ob es nicht genug zu tun gäbe aber es ist jetzt halt so. Die Tage gehen so viel zu schnell vorbei und die zwölf Stunden Tageslicht reichen oft nicht aus. Das aber freut die Gemeinschaft um uns herum, denn so haben sie immer mal wieder einen Job bei dem sie Geld verdienen können.

Trocknung der Kakaobohnen
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Die Brücke

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir eine Brücke über ein Schlammloch gebaut, so dass die Kühe einfacher die Weide wechseln konnten. Als letzte Woche unser Mittarbeiter Frank die Kühe kontrollieren ging hatte er festgestellt, dass es Löcher in den Bretten gab. Deshalb war klar, dass diese Bretter so rasch als möglich ersetzt werden mussten. In der Nähe lagen noch ein paar übriggebliebene Stücke von einem umgefallenen Mahagonibaum und so liessen wir diese richtig zuschneiden um die Brücke reparieren zu können. Das war ja recht und gut aber die Kühe wollten genau wissen was Frank da repariert und sind gleich zu fünft auf die Brücke gegangen um zu schauen, dass er es auch richtig macht. Wenn der Chef nicht kontrolliert machen es halt die Begünstigten. Das war aber zu viel Gewicht für den mittleren Balken und so ist dieser unter der immensen Last eingebrochen. Nur gut, dass nichts passiert ist. Frank hat alles beobachtet und uns gesagt die Kühe seien einfach von der Brücke runter spaziert und weg gegangen. Jetzt war das Ganze etwas schwieriger zu reparieren. Zuerst musste ein neuer Mittelbalken her und das musste hartes Holz sein. Dafür mussten wir einen kleinen Baum fällen der das Gewicht aushält und auch einige Zeit bestand haben wird. Den Stamm zu tragen war nicht einfach. Zu sechst haben wir ihn über unwegsames Gelände hingetragen und dann in die Brücke eingesetzt. Jetzt steht die Brücke wieder wie eine Eins. Wir haben auch den Kühen mitgeteilt, dass maximal drei Tiere darauf dürfen Mal schauen wie lange sie sich daran halten werden.

Auf Grund der immer noch anhaltenden Arbeitslosigkeit werden wir immer wieder um Arbeit gebeten. Leider haben wir aber nur begrenzt Arbeit und unser Budget ist nicht mehr so gross wie es auch schon war. Viele Leute versuchen nun Arbeit im ganzen Land zu finden. Der Bruch der Ölpipeline oberhalb des Rio Cocas ist eine Katastrophe mit einem Ausmass das man sich kaum vorstellen kann. Einige Leute aus der Region, besonders erfahrene Kanufahrer, haben da vorübergehend Arbeit gefunden.

Ein Gewitter zieht auf

Um die Familien zu unterstützen starteten wir ein neues kleines Projekt. Wir lassen bei den Familien verschiedene Sachen herstellen die wir dann in die Schweiz bringen lassen und dort probieren zu verkaufen. Die (erweiterte) Familie von César hat uns über hundert Fonduegabeln aus Bambus geschnitzt. Wir haben pro Rohling 1 $ bezahlt und sie bei uns noch etwas nach geschliffen und poliert.

Milena beim Fonduegabeln schleifen

Eine andere Familie hat uns 100 Armbänder geknüpft. Auch da haben wir einen fairen Preis bezahlt, 2.50 $, was normalerweise der Verkaufspreis für Touristen ist (die ja leider fehlen).

Wir bekommen aber nicht nur Verkaufsangebote von Kichwas auch die Waoranis (eine andere indigene Ethnie die noch tiefer im Wald lebt) kommen vorbei und brauchen Geld. Da haben wir dann eine Hängematte bestellt. Als sie zwei Monate später wieder kamen, was wir nicht geglaubt hätten, brachten sie gleich zwei Hängematten mit. Natürlich haben wir sie beide gekauft. Die Eine hat Michael selber behalten und die Andere wurde in die Schweiz gebracht. So eine Hängematte wird ausschliesslich aus Palmfasern gemacht. Es braucht rund 500 Meter Seil das aus einem einzigen Stück besteht, was natürlich selber von Hand hergestellt wird. Alleine für das verweben des Seils brauchen sie zwei Wochen. Der Handel mit den Waoranis ist immer etwas Spezielles. Sie laufen oft tagelang durch den Wald um zu uns zu kommen. Die Frauen verkaufen ihre Handarbeit um Geld für Salz, Öl, Seife, Reis und andere benötigte Dinge zu bekommen. Die Männer verkaufen manchmal Wildfleisch von Tieren die sie auf dem Weg erlegt haben. Jedes Mal wenn sie da sind kaufen wir etwas von den Frauen und geben ihnen auch noch was zu Essen mit auf den Weg. Uns ist wichtig nicht nur eine Frau oder Familie zu berücksichtigen. Deshalb kaufen wir immer jeder Person etwas ab, so dass alle etwas verdienen können. So konnten wir einen vollen Koffer mit diversen Sachen gratis in die Schweiz schicken (vielen Dank Christine!).

Waoranifrauen die uns die Hängematten verkauft haben

Wir haben auch viel Schokolade von Kallari mit geschickt. Kallari kauft unseren Kakao.

Michaels Bruder Stefan verkauft im Gasthaus Bad, Hemberg (077 444 81 65) diese Produkte. Dort bekommt man auch mehr Infos zu den Produkten und ihren Produzenten. Der Verkaufserlös wird direkt wieder in unser Projekt gesteckt. Wenn es Anklang findet werden wir versuchen das Angebot auszubauen um so ein weiteres kleines Einkommen für die umliegende Bevölkerung zu schaffen. Wir würden uns sehr freuen wenn wir zumindest die Kosten decken könnten. Falls jemand einen speziellen Wunsch hat, z.B. nur die Naturfäden aus Palmfasern (Armbänder sowie Hängematte sind daraus gefertigt) oder eine extragrosse Hängematte und es nicht eilt, der kann sich direkt bei uns melden:

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    Es geht voran

    Wir hatten bereits einmal über unseren Urwaldsnack die Blattschneiderameisenköniginnen geschrieben. Sie fliegen einmal pro Jahr aus und verpaaren sich. Dabei graben sie sich in den Boden ein und bauen einen neuen Staat auf. Das heisst natürlich nur die, die es geschafft haben und nicht gegessen worden sind. Wie immer haben es einige geschafft und zu unserem Leidwesen bei uns im Garten einen neuen Bau errichtet. Blattschneiderameisen sind kleine Arbeitsmaschinen die ganz klare Strukturen und Arbeitsaufträge in ihrem Reich haben. Es gibt den Bautrupp der nichts anderes macht als den Bau unterirdisch zu vergrössern und somit viel Erde rausträgt.

    Der Bau in unserem Garten ist innert einem Monat auf vier Quadratmeter angewachsen und haben dabei leider so einiges untergraben. Das ist aber nicht das grosse Problem sondern das Beschaffen von Futter oder anders gesagt das Füttern ihres sich im Bau befindenden Pilzes von dem sie sich dann auch Ernähren und der das Klima im Bau konstant hält. Sie brauchen Unmengen von Blättern um den Pilz wachsen zu lassen. Für das Beschaffen von Blättern gibt es spezialisierte Blattschneiderameisen die ganze Bäume kahl schneiden.

    Leider haben sie auch unsere Baumschule und das Gewächshaus entdeckt. Da verstehen wir keinen Spass wenn sie uns innert einem Tag alles abfressen.

    Nach dem Besuch der Blattschneiderameisen

    Aber wie wird man ein solches Volk wieder los? Eigentlich ganz einfach, man vergiftet den Pilz und nimmt ihnen somit das Futter weg. Das kann man auf natürliche Weise machen oder auch mit Chemie. Klar haben wir die natürliche Weise gewählt und Haferflocken in die Transportwege der Ameisen gestreut. Einige Ameisen haben sie dann in den Bau getragen und so den Pilz verunreinigt. Nach einer Woche war der Bau verlassen. Sie sind umgezogen und wir haben wieder unsere Ruhe.

    Mit unserem Bambusprojekt geht es voran. Das Becken ist fertig und das Ganze ist überdacht. Es war eine richtige Herkulesarbeit das aufzustellen. Die heftigen Niederschläge um Weihnachten haben einen Hang zum Rutschen gebracht und wir müssen nun zusätzlich eine Stützmauer bauen. Erfahrung im Reifenmauern bauen haben wir ja bereits. Es dauert einfach länger und kostet dadurch leider auch viel mehr Zeit und Geld. Wir wollen uns aber nicht auf unser Glück verlassen und schützen lieber so unsere Anlage. Nächste Woche wollen wir das Becken erstmals füllen, zuerst nur mit Wasser um zu sehen ob es hält. Beim nächsten abnehmenden Mond werden wir die ersten Bambusstangen ernten und dann mit der Immunisierung beginnen. So haben wir noch etwas Zeit um die Besonnungsanlage zu bauen.

    Überdachung

    Für eine „rund um Bräunung“ muss der Bambus etwa fünf Tage an der Sonne stehen bevor er dann ins Trocknungshaus kommt. Das aber muss auch noch gebaut werden und dann mit den ersten selber behandelten Bambusstangen. Bis dahin richten wir ein Provisorium neben dem Becken ein. Ja ihr seht, dass das Ganze doch etwas grössere Ausmasse annimmt. Aber wir machen es lieber von Anfang an gleich richtig um die Nachfrage, die wir zum Teil auch schon haben, abdecken zu können. Jetzt brauchen wir zuerst mal eine kleine Pause und etwas Ruhe um unsere Batterien wieder aufzuladen. Beim Mauern bauen kennen sich unsere Mittarbeiter bestens aus, da müssen wir uns nicht darum kümmern. Wir werden uns wieder mehr um unser Alltägliches (wenn es so etwas überhaupt gibt) kümmern. In ca. drei Wochen können wir mit der Kakao Ernte beginnen. Der Rückschnitt hat den Bäumen gut getan und sie tragen reichlich Schoten. Es ist sehr wichtig eine gute Ernte einzufahren um die Kosten der Plantage decken zu können. Auch die Vanille Plantage müssen wir regelmässig „reinigen“ und einige Vanillepflanzen runter holen die zu hoch gewachsen sind. Wir haben es leider verpasst ihnen zu zeigen wo sie hin wachsen sollen.

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    Kampf gegen die Elemente

    Wir haben mit dem Bau für unser Bambusprojekt begonnen. Auch wenn wir die Finanzierung noch nicht ganz zusammen haben, sehen wir eine grosse Chance für uns und die Region. In den letzten Monaten führten wir viele Gespräche mit Interessenten. Wir haben einige Zusagen fürs nächste Jahr von Leuten bekommen die immunisierten Bambus bei uns kaufen werden. Wir haben sogar schon eine Anzahlung erhalten und haben darum beschlossen mit dem Bau eines Immunisierungsbeckens und eines Trocknungslagers zu beginnen. Das ist ein grosses Risiko das wir jetzt eingehen aber wer nicht wagt der nicht gewinnt. Vielleicht finden wir ja noch einen Investor oder Spender der uns den Rücken stärkt.

    Die erste grosse Hürde ist geschafft, wir mussten zuerst mal den Platz aus ebnen und ein 14 Meter langes Loch graben. Dafür brauchten wir abermals einen Bagger den wir auffahren liessen. Da hat uns leider das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Durch die intensiven Niederschläge musste der Boden mehr verdichtet werden als erwartet und so hat das Ganze doppelt so lange als vorgesehen gedauert und leider auch doppelt so viel gekostet. Aber egal, jetzt waren der Platz eben und das Loch gegraben. Leider ist dann das Loch wegen Starkregens innert einer Stunde vollgelaufen und beim Abpumpen sind die Wände etwas eingestürzt. „Macht nichts“ haben wir gesagt, „das hält uns nicht auf“, und wir haben begonnen den Boden zu zementieren und die Armierungseisen anzubringen.

    Nach der sehr trocknen Trockenzeit kamen einige heftige Stürme mit viel Regen und das hat einige Bäume entwurzelt. Zum einen liessen wir dieses Holz schneiden für die Konstruktion der Überdachung. Zum anderen haben wir einige Bäume von unseren Nachbarn bekommen um daraus für die Verkleidung zum Zementieren Bretter schneiden zu können. Leider hat uns auch da der Regen wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir brauchten auch dafür doppelt so lange. Natürlich müssen wir die Arbeiter auch bezahlen wenn sie dem Regen aus dem Weg gehen.

    Holz von umgefallenen Bäumen für die Konstruktion

    Trotzdem kommen wir vorwärts und erledigen einfach andere Arbeiten bei denen es nicht so auf den Regen ankommt. Eine neue Reifenmauer kann auch im Regen gebaut werden und die brauchen wir zum Abstützen der Plattform des Immunisierungsbeckens. Für uns ist alles viel Kostenintensiver geworden als geplant. Wie man so schön sagt: „Des einen Leid ist des andern Freud“. Unsere Mitarbeiter sind froh wenn sie ein Einkommen haben ganz besonders jetzt vor Weihnachten und auch nächste Woche vor Neujahr. So können sie einige Geschenke für die Familie besorgen und sich auch mal wieder was leckeres zu Essen kaufen. Zehn Mitarbeiter aus sechs verschiedenen Familien können wir so ein wenig glücklich machen. Ja unser Projekt wird immer sozialer. Wir hoffen, dass es nächste Woche etwas trockener sein wird und wir das Dach des Beckens fertig haben werden bevor die Regenzeit einsetzt.

    Grosser Mittagstisch mit Mitarbeitern

    Nebenbei haben wir auch noch unsere alltäglichen Aufgaben zu erledigen. Michael musste endlich lernen, dass er nicht überall mitarbeiten kann. Er konzentriert sich nun mehr auf das Organisatorische wie das Beschaffen von Materialien und das Suchen nach Fachpersonal. Naja er versucht es zumindest, denn er kann es nicht lassen mit zu schaufeln und mit zu tragen. Zur Ablenkung und um einen freien Kopf zu bekommen schreinert er deshalb schöne Möbelstücke.

    Joëlle hingegen muss alles Buchhalterische und die Bestellungen unter einen Hut bringen. So müssen wir Prioritäten setzen und so andere Arbeiten und Aufgaben zurückstellen. So können die Tage sehr lang werden und wir können nicht immer so einfach abschalten. Wir haben aber immer noch Spass und viel Freude. An solchen Projekten merken wir zu was wir gemeinsam im Stande sind und was wir alles bewerkstelligen können. Wir haben aber auch Unterstützung von Milena, unserer neuen Volontärin. Sie bepflanzt fleissig unseren Garten und hilft uns sehr mit den Tieren, im Haus und der Küche. Auch das Bepflanzen der Hänge ums Bambusbecken und dem Trocknungslager mit Vetiver hat sie übernommen. Vetiver ist ein Gras das bis zu 5 Meter lange Wurzeln bekommen kann, somit ist das zusätzlich zu den Reifen ein weiterer Hangschutz.

    Reifenmauer zur Abstützung

    Wie vorgängig erwähnt gehen die normalen Arbeiten weiter. Wir haben fünf unsere jungen Rinder verkaufen können und einen guten Preis dafür erhalten. Der Erlös fliesst natürlich gleich wieder in unser neuestes Projekt. Aber kaum war die Kuh-Herde verkleinert haben wir auch schon wieder neuen Nachwuchs bekommen. Till ist der jüngste Spross in der Gruppe. Auch da ist einmal mehr der viele Regen nicht gerade förderlich und wir müssen gut aufpassen, dass der Kleine nicht im Schlamm stecken bleibt. Denn er ist zum Glück sehr aktiv und rennt noch Kopflos einfach drauflos. Unsere Plantagen gedeihen gut und wir müssen einfach mal zwischendurch das Unkraut schneiden. Unsere gepflanzten Bäumchen werden ebenfalls alle zwei Wochen besucht um sicher zu stellen, dass es ihnen gut geht. Bei uns ist immer viel los und das ist auch gut so, denn Stillstand ist der sichere Tod.

    An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Freunden, Bekannten, Familien, treuen und neuen Lesern bedanken. Danke für die finanzielle Unterstützung und für die vielen lieben Gedanken und Worte von euch. Es ist schön zu wissen, dass ihr an uns glaubt – das gibt uns immer wieder den neuen Antrieb. DANKE!

    Yuma freut sich auch

    Wie wünschen allen ruhige und erholsame Weihnachten und dass ihr euch nicht überesst und dann deshalb leiden müsst. Einen guten Start ins neue Jahr und bleibt gesund!

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    La Casa del Payazo

    Michi und unsere Mitarbeiter haben diesen Samstag den überdeckten Parkplatz und die Holzwerkstatt fertig gebaut. Das war wohl nicht ganz einfach und einer unserer Mitarbeiter hat während des Aufstellens der Bambuskonstruktion gemeint, da alles so schief und instabil sei hätte er grosse Lust dem ganzen einen Stoss zu verpassen und es den Hang runter zu werfen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass aus der Konstruktion mit der richtigen Technik am Ende ein wirklich standfestes Gebäude zustande kommen wird.

    César gut geschütz vor der Sonne bei der Installation des Dachs

    Jetzt ist es fertig und steht wie eine Eins, dennoch nennen es unsere Mitarbeiter „La Casa del Payazo“ (Haus des Clowns) weil es eben nicht dem „normalen“ Baustil entspricht. Wir mögen es sehr auch deshalb weil nichts rechtwinklig ist und es schon fast ein bisschen was vom „Hundertwasser Stil“ hat. Wir freuen uns auf weitere Bauten im selben Stil. Den ersten Sturm hat es bereits überstanden.

    Joëlle kümmert sich um die Administration der Finca Don Sigifredo. Das beinhaltet Aufgaben wie Buchhaltung, Planung- und Einkauf der benötigten Lebensmittel, Kommunikation mit verschiedenen Institutionen wie Landwirtschaftsamt, Vorsorgeeinrichtung der Mitarbeiter, Steueramt, Arbeitsamt usw. Daneben ist sie seit über einem Jahr die Verantwortliche für die Kasse der Stiftung Selva Viva in Ecuador. Aber bis sie tatsächlich Zugriff auf das Konto von Selva Viva erhielt war es ein langer und anstrengender Prozess. Bank- und Behördengänge sind immer sehr Zeitaufwändig und Nerv tötend. Das kann schon Mal zu einer Mission werden oder gar zur Lebensaufgabe ausarten. Eigentlich hätte im Frühling 2020 der Stiftungsrat von Selva Viva Ecuador durch das Umweltministerium neu bestätigt werden müssen. Doch durch den Ausbruch der Pandemie war dies nicht möglich. Aufgrund der fehlenden Bestätigung war es deshalb der Bank aus juristischen Gründen nicht möglich Joëlle den Zugriff auf das Konto zu gewähren. Soweit ist das durchaus verständlich und nachvollziehbar. Als Joëlles Vorgänger Mitte dieses Jahres aus gesundheitlichen Gründen in die Schweiz reiste, hatte plötzlich niemand mehr Zugriff. Um wenigstens die Löhne der Waldhüter bezahlen zu können hatte Joëlle eine Handvoll unterzeichneter Blankochecks. Das ist im Falle von Diebstahl absolut verantwortungslos aber es blieb keine andere Wahl. Nach über einem halben Jahr und unzähligen Gängen zur Bank und zum Umweltministerium hat sie jetzt seit knapp einem Monat die Unterschriftsberechtigung um Checks auszustellen. Auch der Zugriff aufs E-Banking funktioniert, allerdings nur um Saldoabfragen zu tätigen. Überweisungen sind im Moment nicht möglich. Es konnten zwar letzte Woche drei Überweisungen getätigt werden doch seit dieser Woche geht das nicht mehr. Nun stehen wieder Besuche bei der Bank an um abzuklären, weshalb es nicht mehr funktioniert.

    Hildegard besucht uns manchmal nachts

    Immer wieder kommen Leute vorbei und bitten um Hilfe. Meistens geht es dabei darum, dass wir ihnen Geld „ausleihen“ sollen. Wir haben bereits darüber berichtet. Diese Gespräche können lange dauern und sind nicht immer einfach. Besonders dann, wenn wir die Anfrage ablehnen müssen. Letzten Monat hat uns Klever besucht. Er und seine Frau haben selber keine Kinder. Letztes Jahr haben Sie ein Kind angenommen dessen Mutter leider gestorben ist und dessen Vater sich nicht selbst um das Kleinkind kümmern konnte. Trauriger Weise ist das Kind körperlich behindert und obwohl es bereits zwei Jahre alt ist kann es noch immer nur krabbeln. Im lokalen Gesundheitszentrum konnten die Ärzte leider nicht weiterhelfen. Deshalb hat er uns gebeten ihm Geld auszuleihen, damit er und seine Frau einen Arzt in Tena aufsuchen konnten. Dort wurde das Kind gründlich untersucht. Die Familie muss jetzt orthopädische Schuhe kaufen. Diese sollen dabei helfen, dass das Kind langsam anfängt laufen zu lernen. Für eine Familie ohne regelmässiges Einkommen sind solche Aufwände kaum zu finanzieren. Zum Glück standen bei uns gerade viele Arbeiten an und so konnten wir Klever die letzten drei Wochen bei uns arbeiten lassen. Wir werden Klever und seine Familie in den nächsten Wochen weiter unterstützen indem wir sie zum Arzt sowie zum Orthopäden begleiten werden um gründlich alles abzuklären und nachzufragen. Selbstverständlich helfen wir finanziell auch beim Kauf dieser Schuhe. In unserem Projekt wird der soziale Aspekt je länger je wichtiger, da die Weltweite Krise anhält und es hier in Ecuador vor allem die indigene Bevölkerung trifft – eine Rückkehr zur „Normalität“ wird für eine sehr lange Zeit nicht möglich sein.

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    Erfahrungsbericht aus dem Regenwald von Luca

    Nach fast zwei Monaten hier auf der Finca Don Sigifredo im Regenwald von Ecuador geht mein Abenteuer langsam zu enden und es ist an der Zeit mein Erlebtes noch einmal Revue passieren zu lassen. Es war eine schöne Zeit mit vielen neuen Eindrücken und tollen Erfahrungen. Alles begann damit das Joëlle mich in Quito am Flughafen abholte und wir gemeinsam die Fahrt von Quito zu ihnen nach Hause in den Regenwald starteten. Nachdem wir mehrere Stunden gefahren sind mussten wir eine ungeplante Pause von zwei Stunden einlegen da die Straße auf Grund eines Erdrutsches nicht mehr befahrbar war. Nach langem Warten konnte ein großer Bagger die Straße von Schlamm und großen Steinen endlich befreien. Nach insgesamt acht Stunden haben wir dann bei Nacht endlich die Finca Don Sigifredo erreicht und ich wurde gleich von Michi und den drei Hunden herzlich empfangen. Nachdem ich von Michi und Joëlle alles gezeigt bekommen habe und die ersten Eindrücke verarbeiten konnte ging es auch schon los mit der Arbeit. So bin ich als erstes mit Michi zu den Kühen gewandert und er erklärte mir viele interessante Dinge die man in Bezug auf die Haltung und den Umgang mit Kühen beachten muss. So fingen wir dann an die ganze Herde von einer Weide zurück Richtung Haus zu treiben wo Sie einen betonierten und eingezäunten Platz haben um die Kühe auf mögliche Verletzungen und Parasiten zu untersuchen. Nach getaner Arbeit nahm mich Michi mit und zeigte mir die schönste Ecke ihres Landes. Dort wollen sie in hoffentlich naher Zukunft ihr eigenes Haus und angrenzende Volontärs Unterkünfte komplett aus Bambus bauen. Michi zeigte mir ebenfalls wo Sie vorhaben ein Haus mit Becken für die Behandlung und Verarbeitung von Bambus zu Bauen. Er erklärte mir, dass die vielseitige Nutzung des Bambus in dieser Region früher sehr verbreitet war aber seit die Leute die Kettensäge entdeckt haben kaum noch Bambus als Baumaterial eingesetzt wird und man lieber große dicke Bäume fällt um Häuser zu bauen. Das Ziel von Michi und Joëlle ist die nachhaltige Bewirtschaftung und Aufforstung des Regenwaldes. Dafür tun Sie auch sehr viel, in einem aus Bambus gebauten Gewächshaus ziehen sie viele verschieden Baumarten wie z.B Mindal, Cedro, Chuncho, Moral Bobo u. v. m. die mit viel Arbeit zu kleinen Setzlingen heranwachsen. Aktuell warten mehr als 500 Bäumchen darauf bald ausgepflanzt zu werden und das bringt uns der Wiederaufforstung des Regenwaldes einen Schritt näher.

    Gewächshäus aus Bambus

    Das nächste große Projekt an dem ich mitwirken durfte war eine Stützmauer aus alten Auto- und LKW-Reifen zu bauen. Es drohte ein großer Hang direkt an der Zufahrtsstraße zum Haus ab zu rutschen was dringend verhindert werden musste da die Straße ebenfalls drohte mit ab zu rutschen und es dann nicht mehr möglich wäre das Haus zu erreichen. So lernte ich dann auch César kennen der bei Michi und Joëlle angestellt ist. Er wirkte direkt sehr sympathisch und wir konnten uns auch recht gut auf Englisch verständigen was hier bei den einheimischen Kichwas, zu denen César gehört, nicht selbstverständlich ist da der Großteil kein Englisch spricht. César ist nicht nur für die Durchführung von den Arbeiten die bei Finca Don Sigifredo anfallen zuständig sondern er sorgt auch dafür, dass für große Projekt wie die Stützmauer auch passende Aushilfsarbeiter da sind. Und so organisierte er vier Arbeiter die ebenfalls alle von der Indigenen Gemeinde der Kichwas stammen. So bekommen Joëlle und Michi nicht nur große Projekte schneller fertig sondern unterstützen zu gleich die verschiedenen Familien der Kichwas mit Arbeit und fördern den sozialen Austausch mit den Einheimischen. Die Stützmauer zu bauen war sehr anstrengend und nach einer Woche Arbeit mit stundenlangem Kies schaufeln, Pfosten in den Boden schlagen und Reifen verdichten waren mehr als 400 Reifen in den Hang eingebaut und ich war erstaunt wie stabil so eine Mauer aus Reifen sein kann.

    Arbeiten an der Stützmauer aus alten Reifen

    Das schönste nach getaner Arbeit ist es abends ein kühles Bier zu trinken und interessante Gespräche mit Michi und Joëlle zu führen oder einfach mit Kopfhören in der Hängematte zu liegen und den Sonnenuntergang zu genießen. So kann sich mein Körper perfekt von der kräftezehrenden Arbeit erholen und wieder Energie aufladen für den nächsten Tag. Ein weiteres großes Projekt war es die Kakao Plantage, die lange nicht mehr bewirtschaftet wurde, von den ganzen Pflanzen zu befreien die in der Zwischenzeit die ganze Plantage überwachsen haben. Bei dieser Arbeit ist es von Vorteil wenn man langärmlige Kleidung trägt sowie Handschuhe und Kappe. Überall sind haarige Raupen oder Ameisen die man nicht gerne auf seinem Körper haben will. Es war viel Arbeit die ganze Plantage wieder frei zu schneiden aber die Arbeit hat sich gelohnt nun können Michi und Joëlle anfangen die Kakao Plantage zu bewirtschaften und so ein Nebeneinkommen aufbauen.

    Finca Don Sigifredo
    Bild: Luca Reinwald

    Es gibt aber nicht nur Arbeit bei Finca Don Sigifredo sondern es gibt auch viele tolle Sachen in der Region in der wir uns befinden zu entdecken. So waren wir einmal im amaZOOnico. Die Auffang- und Auswilderungsstation für viele verschiedene Tiere die im Dschungel Leben liegt nur fünf Minuten mit dem Kanu Fluss abwärts. Es gibt aber auch eine kleine Schokoladen Produktion die man besuchen kann und wo man eigene Schokolade herstellt. Oder einen botanischer Garten in dem man viele verschieden Pflanzen und Kräuter sehen kann die in der Kichwa Kultur heute noch als Medizin oder für schamanische Rituale eingesetzt werden. Dort bekommt man auch eine Vielzahl unterschiedlicher Fallen für die Jagd zu sehen und einem wird demonstriert wie sie funktionieren. Aber das schönste finde ich, war der Besuch bei César daheim der uns zum Fußball und Volleyball spielen eingeladen hat. Dort konnte man noch einmal aus einem anderen Blickwinkel sehen wie die Kichwas heute leben. Es war ein tolle Erfahrung mit der ganzen Familie ob Jung oder Alt zu Spielen und Spaß zu haben. Alles im allem bin sehr glücklich das Abenteuer gewagt zu haben und zwei Monate hier mit Michi und Joëlle gelebt und gearbeitet zu haben. Es hat mir viele neue Erkenntnisse und viele schöne Momente beschert die ich ganz sicher nicht mehr so schnell vergessen werde. Das Projekt Finca Don Sigifredo kann ich jedem empfehlen der sich für den Schutz des Regenwaldes einsetzen möchte und gerne neue Kulturen kennenlernen will.

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    Termiten, Hühnerhaus und Geschichten die der Alltag schreibt

    Es ist ein Muss jeden Tag eine Kontrollrunde um die Gebäude und Holzlager zu drehen, denn die gefrässigen Termiten können innert Stunden einziehen. Aber solche Mitbewohner möchte man nicht. Die kleinen holzfressenden Insekten mit sehr grossem Appetit, fressen dir im wahrsten Sinne des Wortes das Haus unter dem Hintern weg. Hier gibt es zwei Arten von Termiten; die Erdtermiten und die Baumtermiten. Sie sind ein Segen für den Wald, denn sie zersetzen sehr schnell einen umgefallenen Baum und sie sind Futter für Ameisenbären, Gürteltiere sowie viele Vögel und Reptilienarten. Im Haus sind sie aber ein Fluch. Sie nisten sich im Holz ein und fressen es von innen her auf. Die Baumtermiten kommen meistens in der Nacht und bauen gleich eine überdachte Autobahn. Sie kommen nie alleine sondern immer mit einer Gefolgschaft von Millionen.

    Die Erdtermiten machen eine kleine Strasse und suchen morsches Holz oder lieber noch Papier, dort fressen sie sich einfach durch die Blätter. Sie kommen aber nur mit einem kleinen Heer von ein paar hundert Tierchen. Wenn man nicht täglich alles kontrolliert können sie innert kürzester Zeit einen grossen Schaden anrichten. Und wenn sie einmal eingezogen sind kann man sie leider nur noch mit Insektengift loswerden.

    Termiten beim Aufräumen

    Im letzten Beitrag haben wir berichtet, dass wir einen Teil Bambus gerodet haben. Mit den geschnitten Bambusstangen haben wir begonnen ein Hühnerhaus zu bauen. Es ist ein Lernstück für die richtige Bauweise mit Bambus, wir haben dafür unbehandelten Bambus verwendet. Die Bauweise von unserem Hühnerhaus ist die gleiche wie die für ein zweistöckiges Wohnhaus. Für die Hühner ist dies schon etwas zu luxuriös. Aber es geht uns darum, dass unser Mitarbeiter César lernt mit Bambus zu bauen. Michael kennt bisher nur etwas Theorie, er hatte ja Zeit sich einzulesen, darum ist unser guter Freund Claus Vogel extra einen Tag aus Quito zu Besuch gekommen um César zu zeigen und zu erklären wie man damit baut.

    César und Claus

    Claus hat viel Erfahrung, denn er hat selber schon an der Küste Ecuadors Bambushäuser gebaut. Wir wollen den Bambus als nachhaltigen Baustoff in dieser Region fördern. Darum braucht es Leute die damit umgehen können. César war am Anfang sehr skeptisch mit Bambus zu bauen aber bald war er Feuer und Flamme dafür. Er hat verstanden, dass die Bauweise mit Bambus billiger und einfacher ist aber dennoch genau so gut hält. Die Materialkosten für unser Hühnerhaus mit Dach belaufen sich auf nur rund 300 USD. Die Materialkosten für ein Wohnhaus im gleichen Baustil, mit behandeltem Bambus (der eingekauft werden muss), belaufen sich auf nur etwa 5000 USD.

    Claus baut im April ein Bambushaus in Macas. Das ist nur rund vier Stunden von uns entfernt. César darf bei Claus zwei Wochen mitarbeiten um zu sehen wie man ein Bambushaus als Grosses baut. Claus und wir wollen zusammen ein Bambusprojekt aufbauen; von der Pflanzung über die Behandlung und Verarbeitung von Bambus. Die ersten Schritte haben wir bereits unternommen. Wir haben über 100 Bambussetzlinge gepflanzt und hoffen, dass sie gut gedeihen werden.

    Als Joëlle an einem Abend den Waldhüter Jaime mit dem Auto nach Hause gefahren hat ist ihr ein Polizeiauto entgegen gekommen. Bei der Rückfahrt wurde sie kurz vor unserem Haus von der Polizei gestoppt. Joëlle war nicht angegurtet und ohne Schutzmaske unterwegs. Es stellte sich dann heraus, dass die Polizei eine Panne hatte und Hilfe brauchte. Die Beamten hatten keinen Ersatzreifen, Wagenheber oder Werkzeug dabei. Hier ist dies aber obligatorisch für jedes Auto und wird auch von der Polizei kontrolliert und gebüsst. Joëlle nahm Carlos (Polizist), der übrigens auch keine Schutzmaske hatte und sich auch nicht angurtete, mit zu uns nach Hause um ihm mit Werkzeug auszuhelfen. Michael staunte nicht schlecht als sie mit ihm angefahren kam. Carlos war sehr froh, dass er unser Internet nutzen und so mit dem Stützpunkt telefonieren konnte. Genau, er hatte auch kein Guthaben auf dem Telefon, tja das ist halt so in Ecuador. Carlos grosser Traum ist es mal in die Schweiz zu reisen und er freute sich sehr darüber, dass wir Schweizer sind. Wir halfen ihm natürlich aus, das hat aber nicht viel gebracht denn die Felge war hinüber und der Reifen konnte nicht gepumpt werden. So mussten die Polizisten warten bis sie ein Ersatzrad vom Stützpunkt geliefert bekamen. Er sagte zu uns das einzige deutsche Wort das er kennt: „Danke“. Carlos ist nun unser neuer bester Freund und er und seine Kollegen sind auch schon zweimal auf ein kaltes Getränk bei uns vorbei gekommen. Eines Abends ist er gekommen um uns zu sagen, dass eine Kuh ausgebrochen sei und auf der Strasse spaziere. Ja es hat seine Vorteile wenn man gute Beziehungen zur Polizei hat. Jetzt werden wir umgehend informiert wenn unser Kühe wieder einmal ausgebrochen sind.

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    Neuigkeiten

    Bei uns geht es weiter trotz all der Rückschläge. Michael hat sich abgefunden mit dem Beinbruch und ist sich nun bewusst, dass es etwas länger mit der Heilung dauern wird. Er koordiniert nun die Arbeiten und arbeitet selbst nicht mehr aktiv mit. Das fällt ihm aber sehr schwer. Wir sind gerade daran den alten Bambuswald zu reinigen um jungen Trieben eine Chance zu geben gerade hoch wachsen zu können. Wir haben rund ¾ Hektare verwilderten Bambus der über Jahre nicht geerntet wurde und somit zu einem undurchdringbaren Wald wurde. Der einheimische Bambus ist einer der besten der Welt und eignet sich dadurch perfekt zum Bauen von Häusern. Die Kultivierung ist aber etwas schwierig denn er hat Verästelungen mit spitzen und harten Dornen die ihn vor Fressfeinden schützen soll. Die Mitarbeiter haben bis auf die neuen Sprösslinge alles abgeschnitten und grosse Haufen mit Dornen und altem Bambus gemacht.

    In den alten und morschen Stängeln ist ein Käfer drin der grosse Löcher in die Stangen frisst und ihn dadurch schwächt. Rund 100 Stangen die nicht zu stark beschädigt waren haben wir zum Trocknen mitgenommen um sie für den Bau unseres zukünftigen Hühnerhaus zu gebrauchen.

    Da kommt es nicht so auf die beste Qualität an. Wir haben auch 200 Setzlinge von Bambus gekauft die wir in der nächsten Woche einpflanzen werden. Wir wollen den Rohstoff Bambus wieder mehr bekannt machen, er ist leider etwas in Vergessenheit geraten. Dieser Baustoff ist nachhaltig und sehr robust.

    Wir haben erneut Kühe verkauft, vier kleine Stiere mussten gehen. Das letzte Mal haben wir sie einem Viehhändler verkauft und konnten über den Preis handeln, denn er hatte nach Lebendgewicht bezahlt. Ja, das Abschätzen des Gewichts einer Kuh ist Verhandlungssache. Da zwei Rinder aber Träger von Neospora caninum waren wollten wir sicherstellen, dass sie sicher in den Schlachthof kommen. Neospora ist ein Parasit der über Samenflüssigkeit weiter gegeben wird und zu Fehlgeburten führt. Darum mussten sie gehen bevor sie zum Sprung kommen. Leider waren sie noch etwas klein aber besser so als ein Risiko einzugehen. Wir fragten einen Metzger ob er Interesse habe von uns Rinder zu kaufen. Er kam sie dann sofort anschauen und kaufte alle vier, aber nur zum offiziellen Schlachtpreis von 1,60 $ pro Libra. (1 Libra = 453 Gramm). Joëlle machte die Transportpapiere fertig und die Tiere wurden dann abgeholt. Hier kann man viel, aber ohne Papiere kann man keine Tiere in den Schlachthof bringen. Am darauffolgenden Tag ging dann Joëlle zum Metzger um das Fleisch anzuschauen und zu wiegen. Wir staunten nicht schlecht was alles zum Schlachtpreis dazu gehörte. Bis auf den Kopf, das Fell, den Darm, den Mageninhalt, die Lymphknoten und einige Fettablagerungen wird alles verkauft. Die Fettablagerungen und Lymphknoten durften wir sogar behalten. Unsere Hunde waren dankbar!

    Da wir beim Metzger ein Vorkaufsrecht hatten fragten wir unser Mitarbeiter ob sie was von unseren Kühen haben wollten. Wir wollten natürlich ein Filetstück. Was für den normalen Europäer Schlachtabfälle sind, sind in Ecuador Delikatessen. Unsere Mitarbeiter wollten Pansen, Milz, Rippenstücke und am liebsten die Füsse mit Fell und Huf, aber gewaschen. Der Senior Metzger war begeistert von unserer Fleischqualität. Der Junior Metzger hingegen riet uns den Tieren weniger Auslauf zu geben um sie so etwas fetter zu machen. Für ihn hatte das Fleisch zu wenig Muskelfett. Für uns war es genau richtig, denn das Fleisch war sehr zart.

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    Arbeit – ein kleiner Einblick

    Es gibt viel zu tun, wir packen es an. Joëlle ist hauptsächlich für die Administration, Buchhaltung und Ämter zuständig. Michi ist vorallem für die Tiere, die Plantagen und das Grobe zuständig. Die Arbeit von Joëlle ist keineswegs wenig. Die Gänge zu den Ämtern sind sehr kompliziert wie z.B. das Eröffnen eines Bankkontos. Es hat sich über eine Woche hingezogen, bis Joëlle mit Hilfe von Beziehungen und einem persönlichen Empfehlungsschreiben von unserem Freund Uli endlich ein Konto eröffnen konnte. Auch die ganzen Abklärungen zu unserer ecuadorianischen Identitätskarte (Cedula) ist Nervenaufreibend und Zeitraubend. Sie hat es diese Woche endlich geschafft, einen Termin für den «orden de cedulación» zu bekommen. Am 11. Dezember 2020 sind wir an der Reihe, ist ja auch nicht mehr lange hin… und das ist noch nicht der Termin wo wir die Cedula bekommen werden, sondern erst der Vortermin wo, wenn denn alles klappen sollte, ein Auftrag für die Ausstellung erteilt wird. Ob es klappt und wie lange es bis zur Ausstellung dauert, wissen wir noch nicht. Das wird sich dann in fünf Monaten, bei diesem Termin. herausstellen. Nächste Woche muss sie sich um die Überschreibung der Kühe auf uns als Besitzer kümmern. Wir mussten so lange damit warten, weil wir erst die Impfung des Aphtose-Fiebers durch das zuständige Ministerium abwarten mussten. Nun haben wir ein offizielles Dokument wo wir als Besitzer aufgeführt sind. Nur damit ist es jetzt möglich uns bei diesem Ministerium als Besitzer eintragen lassen zu können. Wir rechnen damit, dass diese Eintragung mehr als ein Besuch bei diesem Amt brauchen wird. Um solche und andere Abklärungen machen zu können, haben wir Joëlle ein kleines Büro eingerichtet. Es fehlt noch Einiges, aber unser Holz muss erst trocknen bevor es zu Möbeln verarbeitet werden kann. Auch Joëlles Arbeit ist schweisstreibend. Bei 30 °C im Schatten und 90 % Luftfeuchtigkeit schwitzt man auch im Sitzen.

    Joëlle im Büro

    Michi ist draussen für die Koordination der temporären Mitarbeiter zuständig. Wir sind noch immer mit der Arbeit des Weideputzens beschäftigt. Da muss man konstant dranbleiben, sonst holt sich der Wald sehr schnell alles wieder zurück. Bei einer Weide brauchten wir eine Brücke, damit die Kühe über ein grösseres Schlammloch hinweg kommen. Im Schlamm sinken sie bis zum Bauch ein. Die Gefahr, dass eine Kuh steckenbleiben könnte ist sehr gross. Deshalb haben wir innerhalb eines Tages eine Brücke gebaut.

    Die Arbeit für unsere Pflanzenschule hat begonnen. Die Fundamente für die Pfosten sind betoniert, sie müssen jetzt aber noch trocknen. Der Bambus für die Pfosten des Unterstands ist geschnitten und muss auch noch eine Woche trocknen. Dann können wir Aufrichten. Da viele Arbeiten wie das Betonieren und das Trocknen des Bambus Zeitaufwändig sind, laufen mehrere Projekte gleichzeitig.

    Wir sind gerade auch noch dran die Auffahrt zum Haus zu reparieren. Aus alten Autoreifen und mit 12 Kubik Flussteinen wollen wir die Strasse reparieren bzw. eine Stützmauer bauen. All diese Arbeiten kann man natürlich zu unterschiedlichen Zeiten machen. Wenn es regnet können wir Steine schleppen, wenn die Sonne scheint können wir Arbeiten mit elektro- und motorbetriebenen Werkzeugen ausführen. Das bedeutet wir schauen jeden Tag aufs Neue an welchem Projekt wir weiterarbeiten können. Natürlich besprechen wir uns auch mit unserem Mitarbeiter César, der mittlerweile schon so etwas wie unser Vorarbeiter geworden ist.

    Die Arbeiten draussen sind sehr schweisstreiben und kärfteraubend. Man kann nicht sagen ob es angenehmer ist vom Regen durchnässt oder tropfnass vom Schwitzen zu sein. Jedenfalls kommt Michi häufig an seine körperliche Grenzen und muss jetzt deshalb lernen körperlich anstrengende Arbeit besser zu delegieren. Er weiss das. Schön ist es aber immer wieder wenn man um 12.00 Uhr zum Mitagessen kommt das Joëlle für die Mitarbeiter und uns kocht. Diese Stunde Mittagszeit geniessen wir und die Mitarbeiter sehr. Denn dann können wir auch mal andere Gespräche miteinander führen und gegenseitig die Kulturen besser kennenlernen.

    Bambus zum trocknen

    Der Arbeitstag geht von 7.00 bis 16.00 Uhr. Aber wir müssen auch Einkaufen gehen. Wegen Corona ist es uns aber nur Montag, Mittwoch und Freitag gestattet, mit dem Auto zu fahren. Deshalb müssen wir dies während der Woche tun. Das wird dann häufig mit den Behördengängen von Joëlle verbunden. Darum arbeiten wir nicht nur von Montag bis Freitag sondern auch mal Abends und an den Wochenenden. Wir können hier nicht von einer Fünftagewoche sprechen sondern von Zeitabschnitten in denen wir unsere Arbeit erledigen.

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