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Besuch in der Schweiz

Letzten Monat war Michael zu Besuch in der Schweiz. Er sich dreieinhalb Wochen Zeit genommen um über unser Projekt zu berichten und Vorträge zu halten darüber was bisher geschehen ist und natürlich auch um neue Spenden zu sammeln. Jetzt können wir mit vollem Tatendrang weiter Planen. Der Besuch in der Schweiz war für ihn sehr schön und lehrreich. Er durfte einen Schweisserkurs bei seinem Bruder in der Schlosserei besuchen. Dort bekam er einen groben Einblick ins Schweissen. Natürlich hat er auch Urlaub gemacht und sich mit Freunden getroffen, Familie besucht und konnte sich dabei auch etwas erholen vom ganzen Trubel hier in Ecuador. Wir bedanken uns recht herzlich bei allen die Michael unterstützt haben sei es in Form von finanziellen Beiträgen für unser Projekt aber auch durch Unterkunft und Verpflegung und natürlich auch für das Ausleihen von Autos, so dass Michi immer schön flexibel bleiben konnte. Dadurch konnte Michi sein Bein richtig schonen und war nach seiner Rückkehr wieder voll einsatzfähig und voller neuem Tatendrang. In der Zwischenzeit war Joëlle hier auf der Finca Don Sigifredo tätig. Es ist leider noch nicht möglich, dass die beiden gemeinsam verreisen können. Deshalb hat sie während der Abwesenheit von Michi viele seiner Aufgaben übernommen. Es ist beindruckend, was alles täglich gemacht werden muss. Wenn man zu zweit ist fällt das manchmal gar nicht so richtig auf. Zudem waren da ja auch noch die administrativen Aufgaben die in dieser Zeit etwas hinten anstehen mussten. Täglich kamen neue Herausforderungen dazu. Manchmal wusste sie kaum mehr wo ihr der Kopf stand. Die Koordination der Arbeiten konnte sie zum Glück grösstenteils César überlassen. Er arbeitet ja schon seit etwas mehr als einem Jahr bei uns und kennt sich deshalb bestens aus.

Michael ist mit einer Drohne im Gepäck aus der Schweiz zurückgekommen. AmaSelva hat diese grosszügigerweise Selva Viva gespendet. Noch in der Schweiz konnte Michi bei seinem Freund Patrick, der die gleiche Drohne besitzt, Flugunterricht nehmen. Die Drohne dient Selva Viva zur Überwachung des Schutzwaldes, um darüber zu fliegen und zu kontrollieren ob Bäume rausgefällt werden und natürlich auch als Abschreckung für Wilderer. Die hohe Auflösung der Kamera erlaubt es uns, beim Zoomen von Bildern die in einer Höhe von 200 Meter gemacht wurden, die Gesichter von Menschen zu erkennen. Michi übt nun fast täglich über den Wald zu fliegen und dabei die nötige Flugroutine zu erlangen. Da die Drohne eine sehr grosse Reichweite hat können wir von unserem Haus aus rund einen Viertel des ganzen Schutzwaldes von Selva Viva sowie unseren eigenen Wald überfliegen. Wie schön wenn Arbeit auch richtig Spass macht.

Als Michael endlich zurückkehrte und nachdem Joëlle ihn informierte was alles gelaufen war, brauchte auch sie eine kleine Auszeit. Unsere lieben Tanten haben extra für Joëlle einen kleinen „Batzen“ mitgegeben, so dass sie sich drei Tage lang eine Auszeit in den Thermalquellen von Papallacta nehmen konnte. Sie lag so lange im heissen Wasser bis ihr fast Schwimmhäute wuchsen und sich Kiemen bildeten. Danach kam sie erholt und entspannt wieder zurück. Sie konnte diese kleine Auszeit richtig geniessen. Nach ihrer Rückkehr gab es eine Überraschung wenn nicht sogar eine kleine Sensation. Denn unsere Kuh Asia, hatte endlich ihr Kalb geworfen. Wir hatten schon fast nicht mehr daran geglaubt, denn seit wir damals 2020 hier ankamen, war sie immer die dickste Kuh auf der Weide. Wir waren kurz davor einen Tierarzt zu bitten eine Kontrolle durchzuführen ob sie tatsächlich trächtig ist.

Endlich haben wir den Vertrag für die Finca Don Sigifredo bekommen um für Selva Viva im Schutzwald ca. drei Hektaren aufzuforsten. Als Gegenleistung dürfen wir eine halbe Hektare alte Kakao Plantage, die an unsere Finca grenzt, bewirtschaften. Umgehend haben wir damit begonnen diese Plantage frei zu schneiden, zu säubern und die Bäume etwas zurückzuschneiden. Wir hoffen, dass wir nicht zu spät waren beim Rückschnitt der Plantage, denn die Kakao Blüte hat bereits begonnen. Nun haben wir insgesamt rund eine Hektare Kakao der wir durch neue Pflanzung eine weitere Hektare hinzufügen möchten. Für das Wiederaufforsten der drei Hektaren haben wir bereits Pflanzen gezogen und werden nächsten Monat rund 200 Bäume auspflanzen.

Mit Michis Rückkehr haben wir einen kleinen Bauauftrag für Christines Schulhäusschen bekommen. Es wird ein grösserer Aussenbereich entstehen und der Dachstock wird zu einer Wohnung für die Lehrer ausgebaut. Da sind wir im Moment dran und mittendrin. Das ist hier im Regenwald nicht so einfach, denn man darf beim Einkaufen nichts vergessen auch keine Kleinigkeiten wie Schrauben, Nägel usw. Der nächste Baumarkt ist eine Stunde von uns entfernt, man kann da nicht mal eben hinfahren um noch schnell etwas Fehlendes zu besorgen…

Umbau des Dachstocks zum Wohnbereich

In den letzten drei Wochen fiel hier kaum Regen und die Böden sind stark ausgetrocknet. Der Fluss Arajuno ist sehr, sehr niedrig, so dass man jetzt sogar an gewissen Stellen knietief hindurchwaten kann. Wenn es im Regenwald nicht mehr regnet ist das ein Problem. Unsere Quellfassung droht zu versiegen und falls es soweit kommen sollte werden wir ein riesiges Problem haben. Denn Wasser ist Lebensgrundlage. Auch für das Auspflanzen ist es wichtig, dass der Boden genügend feucht ist. Letzte Nacht kam endlich das langersehnte Gewitter. Es hielt acht Stunden mit Blitz, Donner und etwas Regen an. Es war aber nur der berühmte Tropfen auf den sprichwörtlich heissen Stein denn es fielen nur 20 mm. Der Regen wurde von der Erde direkt aufgesogen.

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Strassenbau und Drohne

Wir wohnen an der Strasse die Tena mit Coca verbindet. Das sind zwei Provinzhauptstädte und somit ist die Strasse eine Nationalstrasse. Die ersten 35 km von Tena aus und die letzten 10 km vor Coca sind breit genug und asphaltiert. Ca. 90 km ist eine Schotterstrasse die mal breiter und  mal schmaler ist. Jetzt wurde mit der Verbreiterung dieser Schotterstrasse begonnen aber sie wird nicht asphaltiert werden, denn das ist viel zu teuer. Hier läuft so etwas nicht so ab wie in Europa wo man das ankündigt und vor allem mit den Landbesitzern das Gespräch sucht. Hier fahren einfach die Bagger auf. Wir haben schon länger gewusst dass sie kommen werden, denn sie arbeiten in unsere Richtung. Die Bagger fuhren auf und begannen die Ränder um 1.5 Meter zu verbreitern, so dass die Strasse am Schluss 50 cm Breiter ist. 510 Meter führt die Strasse durch unser Land. Das sind einige Quadratmeter die sie uns klauen und für die wir nicht entschädigt werden.

Die grösseren Probleme sind aber die Schäden die sie anrichten an unseren Zäunen und Weiden. Bäume werden einfach gefällt und zerstören unsere Zäune. Abwasserkanäle werden neu gezogen und einfach in die Weiden umgeleitet, so dass Abschwemmungen und neue Sumpfgebiete entstehen. Wir haben schnell beim zuständigen Bauleiter interveniert, dass es so nicht geht. Die Abwasserkanäle wurden wieder so zurückgebaut wie sie ursprünglich waren. Das hat nicht allen gefallen, aber das ist uns egal. Die Zäune wurden halb geflickt, aber das wird leider nicht ausreichen um unsere Kühe vom Ausbüxen abzuhalten.

Durch die schweren Maschinen hat es auch einige kleinere und grössere Erdrutsche gegeben. Die Strasse ist bei uns leicht abfallend, an einigen Stellen ist sie in unsere Weide hinein abgebrochen. Wie sie das reparieren wollen wissen wir noch nicht. Denn die Truppe, die das verursacht hat ist nicht zuständig für die Reparatur. Es wurde bereits begonnen die erste Schicht des neuen Schotterbelages aufzutragen und die grösste Abbruchstelle wurde einfach mit einem Stock und einem roten Fähnchen markiert bzw. gesichert. Bis die Strasse ganz abbrechen wird ist es nur eine Frage der Zeit.

Der jetzige Bautrupp ist nur für den groben Belag zuständig. Der Trupp davor war für das Ausebnen zuständig und der Trupp vor diesem Trupp für das Abbaggern und Abtransportieren von Erdmaterial. Der nächste Bautrupp ist dann für den feinen Belag zuständig. Aber keiner ist für Reparaturen oder das Abstützen der Strasse verantwortlich. Der kommt dann, oder auch nicht, wenn die Strasse fertig ist oder sie ganz abrutscht. Es macht ja auch keinen Sinn eine Strasse zu reparieren die man gerade am Bauen ist.

Wir sind jeden Tag präsent und intervenieren, wo nötig, sofort und das jetzt schon seit drei Wochen. Es wird sicher nochmals so lange dauern bis die Strasse fertig sein wird und wir werden noch einige Gespräche führen müssen. Leider beeinträchtigt uns das auch bei den Arbeiten und Vorbereitungen unseres Bambusprojekts das wir nahe an der Strasse bauen wollen.

Drohnenaufnahme von Simon Weidinger

Wir haben in unseren letzten Beiträgen ein paar Fotos von Luftaufnahmen unserer Region gepostet. Wir hatten letztes Jahr Besuch von Simon Weidinger, einem Reisenden, der mit Jessie und Claus vom Casa Helbling zu uns kam. Er hatte eine Drohne dabei und hat für uns diese schönen Fotos und Videos gemacht. Es war auch für uns sehr spannend unsere Finca aus der Vogelperspektive zu sehen. Lustig war auch, dass wir unsere Kühe auf diese Weise ganz einfach zählen und sie auch ohne körperlichen Aufwand suchen konnten. Es war sehr beindruckend zu sehen, dass umgefallene Bäume sehr gut sichtbar sind wenn man über den Wald fliegt.

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