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Unsere ersten Fische

Wir haben vor rund einem dreiviertel Jahr einen grossen Fischteich angelegt und zwei verschiedene Arten von Fischen eingesetzt. Im Februar wollten wir wissen wie gross sie mittlerweile sind. Dazu mussten wir sie erst mal fangen und das ist einfacher gesagt als getan. Michael hatte eine Idee für ein „Schleppnetz“. Also kauften wir ein Netz und zogen es dann durch den Teich. Beim ersten Mal war nichts drin und beim zweiten Mal auch nicht. Ja Tilapias und Schwarze Pakus sind Fische die sich bei Gefahr am Grund in den Schlamm eingraben, da kannst du es mit einem Schleppnetz vergessen… Deshalb musste eine andere Lösung her. Michael baute aus dem Netz einen Fischergalgen, der tatsächlich auch funktionierte. Die Fische waren aber zu klein und wir liessen natürlich den ganzen Fang wieder zurück ins Wasser. Am Gründonnerstag war es dann soweit und wir wollten frischen Fisch zum Mittagessen unseren Mittarbeiter servieren. Der Galgen hat beim ersten Hochziehen gut funktioniert. Die Pakus sind jetzt genug gross zum Essen und Verkaufen. Die Tilapias sind aber leider noch zu klein.

Als wir das zweite Mal das Netz des Galgens hoch zogen waren da zwar Fische drin aber nur die kleinen Tilapias. Wir haben es noch mehrmals versucht aber jedes Mal ohne Erfolg. Tilapias sind anscheinend etwas dümmer als die Pakus. Es musste also eine andere Lösung her. César liess sich von seinen Kindern sein Wurfnetz bringen und wir probierten es auch sofort aus. Michael kann zwar mit einem kleinen Wurfnetz umgehen aber das von César hat einen Durchmesser von drei Metern. Das Fischen mit einem so grossen Netz muss gelernt sein. Nach dem Wurf vom Profi waren über 40 Fische im Netz.

Erfolg mit dem Wurfnetz

Das Beste, es waren alles Pakus drin. Tja, zwei Fischarten die man mit zwei verschiedene Methoden fangen muss. Wir assen die ersten Fische aus unserm Teich und er hat super lecker geschmeckt.

So konnten wir auch schon unsere ersten Fische verkaufen. Man lernt bekanntlich nie aus und wir haben wieder einmal viel dazu lernen können.

Fischverkauf

Über die Blattschneider Ameisen haben wir ja schon einmal berichtet. Die faszinierenden Plagegeister sind einmal mehr über unsere Jamaikas (Hibiscus) hergefallen und haben sie innert einem Tag kahl geschnitten. Michael hat sich gleich auf die Suche nach ihrem Bau gemacht aber nichts gefunden. Am nächsten Tag haben sie sich die Badeas vorgenommen, ja vorgenommen… Es gibt nicht viele Fressfeinde der Blattschneider Ameisen aber genau rechtzeitig tauchte eine Armee von Militär- bzw. Wander Ameisen auf. Militär Ameisen gehören zur Familie der Legionärs Ameisen und sind reine Fleischfresser. Sie haben kein festes Nest und laufen immer vom Hunger getrieben auf Futtersuche durchs Land. Es sind Millionen von Ameisen die im strengen Regiment daher kommen.

Auch da gibt es verschiedene Ameisen, von der Königin über die Soldaten, den Eierträgern bis hin zu den Wachen. Die letzteren sind die Schlimmsten. Sie haben rund zwei Millimeter grosse Zangen am Kopf mit denen sie sich an allem was sie bedroht festzwicken. Man kann sie nicht einfach abstreifen, nein man muss sie regelrecht ausfädeln.

So eine Armee läuft auf einer Fläche von 10 x 50 Metern in eine Richtung und frisst alles in ihrem Weg auf. Was zu gross ist wird vertrieben. Sie sind super nützlich und sie haben auch den Blattschneider Ameisen innert Minuten den Gar ausgemacht aber wir konnten uns nicht mehr richtig bewegen. Wir hofften einfach, dass sie nicht ins Haus kommen. Naja, wir hätten dann keine Insekten mehr darin gehabt aber leider auch keine Geckos und andere Nützlinge und leider auch die Schweinerei die sie hinterlassen. Sie fressen alles bis zu der Grösse einer Ratte. So schnell wie sie kommen so schnell sind sie auch wieder weg. Jetzt hat es keine Insekten und Kleintiere mehr in unserem Garten und das bedauern unsere Hühner sehr.

Mit unserem Bambusprojekt geht es jetzt endlich in die Produktionsphase. Wir haben letzte Woche die Böden fertig zementiert und sind nun bereit Bambus einzukaufen. Es muss schon noch einiges getan werden, das können wir aber erst machen wenn wir Bambus haben um so gleich von Anfang an alles richtig und praktisch zu bauen.

Es gibt noch einiges zu tun

Diese Woche besuchten wir Personen die uns Bambus verkaufen wollen. Wir haben uns angeschaut ob die Qualität des Bambus stimmt und haben ihnen auch erklärt wann sie ihn ernten sollen und auf was sie achten müssen.

Besuch bei Mishu, unserem Nachbarn

Das Ernten von Bambus ist ein wichtiger Faktor für die Qualität. Man darf Bambus nur bei rückläufigem Mond schneiden. So hat es weniger Wasser in den Halmen und die Fasern sind härter. Wir mussten uns natürlich auch noch auf einen Preis einigen. Gute Qualität hat seinen Preis. Wir werden für eine sechs Meter lange Stange, auf Platz geliefert, 3 USD bezahlen. Für den ersten Versuch haben wir 100 Stangen bestellt die nächste Woche geerntet und geliefert werden und dann können wir endlich loslegen. Der erste Bambus wird dann auch gleich für unsere Lagerhalle gebraucht werden. Die wollen wir aus Bambus bauen um so zeigen zu können, dass man mit Bambus richtig gut bauen kann.

Bambushain

Die Kakaoernte ist in vollem Gange und wir haben bereits weitere 100 kg Bohnen geerntet. Leider ist der Verkauf etwas schwieriger geworden und wir können ihn nicht mehr feucht verkaufen sondern müssen ihn nun selber trocknen. Das wiederum ist mehr Arbeitsaufwand. Als ob es nicht genug zu tun gäbe aber es ist jetzt halt so. Die Tage gehen so viel zu schnell vorbei und die zwölf Stunden Tageslicht reichen oft nicht aus. Das aber freut die Gemeinschaft um uns herum, denn so haben sie immer mal wieder einen Job bei dem sie Geld verdienen können.

Trocknung der Kakaobohnen
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Strasse, Fische und Gewächshaus

Über den Strassenbau und deren Verbreiterung haben wir bereits schon einmal berichtet. Seit wir darüber geschrieben haben läuft da aber gar nichts mehr; es gibt einen Baustopp. Nicht etwa weil sie nicht arbeiten möchten, nein sondern weil die Baufirma es versäumt hatte eine Lizenz zu beantragen um Baumaterial wie Steine und Sand aus dem Fluss zu fördern. Jetzt müssen sie bei der Umweltbehörde die versäumte Lizenz beantragen damit sie weiter arbeiten können. Und das kann dauern… Wer jetzt meint sie könnten ja in der Zwischenzeit die abgerutschten Hänge und Brücken reparieren der täuscht sich. Zuerst wird die Strasse fertig gebaut und erst danach wird entschieden welche Firma die ganzen Schäden reparieren darf. Der Zustand der Strasse ist bereits wieder so, und teilweise noch schlimmer als vor Baubeginn. Auch bei uns hat der Bau erneut Spuren hinterlassen. Durch die Vibrationen der schweren Maschinen und durch den anhaltenden Regen der Regenzeit ist uns die Zufahrtsstrasse etwas eingebrochen und der Hang droht abzurutschen.

Deshalb haben wir uns entschieden erneut eine Stützmauer zu bauen um den Hang zu sichern bevor er ganz abrutscht. Wir verwenden auch diesmal alte Autoreifen da sich dies das letzte Mal gut bewährt hat. Der bereits abgestützte Hang hat sich seitdem nicht mehr bewegt. Wir haben bereits über 70 LKW- und Autoreifen verbaut. Wir haben bereits einige Erfahrung und sind jetzt bei der zweiten Mauer viel schneller. Wir verbauen die Reifen so schnell, dass unser Chauffeur nicht nachkommt mit der Beschaffung und wir brauchen nochmals ca. 150 Stück.

In unserem Fischteich sind nun auch neue Bewohner eingezogen. Wir hatten ja den alten Teich ausgraben lassen um ihn wieder in Betrieb zunehmen. Wir liessen ihn rund zwei Wochen leer um ihn vom Regen auswaschen zu lassen.

César beim Reinigen des Fischteichs

Dann haben wir ihn noch einmal mit Hilfe des Regens gefüllt und ihn wieder ausgelassen um alle Rückstände raus zu schwemmen. Danach liessen wir ihn erneut volllaufen und warteten bis sich die Sandpartikel etwas gesenkt hatten. Nun war es endlich soweit und wir konnten 500 junge Tilapias einsetzen. Tilapia ist eine Barsch Art die ursprünglich aus Afrika kommt. Da sie sehr gut in stehenden Gewässern zurechtkommen, sich schnell Fortpflanzen und auch noch gut schmecken, ist das der meistverbreitete Zuchtfisch in den Tropen. Die Tilapias fressen Insektenlarven und verrottende Pflanzen. So müssen wir nicht viel zu füttern. In rund zwei Wochen werden wir noch eine zweite Fischart dazu geben, der Cachama (Schwarzer Pacu). Das ist eine einheimische Fischart die auch in stehenden Gewässern vorkommt. Sie fressen aber nur verrottende Pflanzen und sind somit keine Futterkonkurenz für die Tilapias. Für uns ist das gut, denn wir haben einige Bäume rund um den Teich stehen wovon viele Blätter und Früchte in den Teich fallen.

Unser Teich hätte Platz für rund 2000 Fische, da würde aber das natürliche Futterangebot zu knapp sein und wir müssten sehr viel zu füttern. Das würde bedeuten, dass wir eine Massenproduktion ansteuern und das passt nicht zu unserer Philosophie. Darum werden wir mit 1000 Fischen anfangen und dann schauen wie viele es verträgt um es dann so einpendeln zu lassen, dass es nachhaltig bleibt. Jetzt hoffen wir, dass wir Ende des Jahres unsere ersten eigenen Fische essen können.

Unser Gewächshaus platzt aus allen Nähten. Michael hat einen wirklich grünen Daumen. Über 80 Prozent der gesäten Samen spriessen. Durch das gezielte Umpflanzen und der speziell gemischten Erde hat er auch grossen Erfolg mit den Setzlingen. Von der Aufzucht bis zum Auspflanzen hat er nur einen geringen Verlust von Pflanzen. Wir haben zurzeit über 1000 Setzlinge von über 50 verschieden Pflanzenarten. Das Angebot ist sehr vielseitig, von Edelhölzern über Fruchtbäume zu Palmen und Lianen bis hin zum einheimischen Pfeffer.

In der hier bisher verbrachten Zeit haben wir so einiges gezogen und auch schon wieder im Wald ausgepflanzt. Durch unsere Baumpatenschaften konnte sogar ein kleiner Teil der Kosten gedeckt werden. Zusätzlich konnten wir auch schon ein paar Pflanzen verkaufen, die waren aber für den eigenen Garten der Käuferin. Jeder fängt mal klein an, unser Hauptziel ist es nach wie vor unseren Wald wieder aufzuforsten und ihn nachhaltig zu nutzen.

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Kühe und ihre Behandlung

Wir haben zurzeit 27 Kühe, davon sind 25 in einer Gruppe. Zwei kleine Stierchen haben wir von Nachbarn gekauft um sie gross zu ziehen und um sie später weiterverkaufen zu können. Sobald sie gross genug sind, werden sie auch in die Gruppe integriert werden.

Rambo und Luke

Wir haben reine Fleischkühe und betreiben Muttertierhaltung mit einem Zuchtstier. Wir werden immer wieder gefragt: „Warum habt ihr Kühe im Regenwald, die zerstören doch alles?“ Es stimmt natürlich, dass Kühe viel Platz brauchen und leider auch viel Regenwald dafür verschwindet. Wir haben deshalb begonnen die Weiden und Plantagen zu kombinieren. Damit möchten wir aufzeigen, dass ein Ertrag von beidem kombiniert möglich ist. Wenn man eine Kakaoplantage nicht zu dicht bepflanzt, also nicht intensiv sondern extensiv bewirtschaftet, können Kühe gut darin umhergehen und Gras und Kräuter fressen. Damit helfen sie sogar mit bei der Pflege der Plantage. Dies geht natürlich auch mit anderen Fruchtbäumen. Sobald unsere Setzlinge gross genug sind werden wir mit einer gemischten Fruchtbaumplantage beginnen. Solange die Nutzung nicht intensiv ist und der Kuhbestand klein bleibt kann man dies, wie gesagt, gut kombinieren. Die Früchte sind für den Eigenbedarf und für ein kleines Einkommen.

Hueca mit Tatiana (unser jüngstes Kalb)

Die lokale Bevölkerung ist „Fleisch-Esser“ und hat früher einfach Fleisch aus dem Wald geholt. Die Leute sind jagen gegangen und haben jedes Tier bejagt. Man kann ihnen das Jagen nicht verbieten ohne ihnen eine Alternative zur Fleischbeschaffung aufzuzeigen. Kühe halten ist aber nicht so einfach wie es klingt. Man muss sie jeden Tag kontrollieren und nach Wunden untersuchen. Eine kleine Wunde kann sich innert 48 Stunden zu einer grossen Entzündung mit Maden darin entwickeln. Das muss man dann gut behandeln und immer wieder reinigen.

Die Wunde auf dem Foto zeigt eine Wunde nach der ersten Reinigung, Michael hat hunderte von Maden rausgenommen (zum Glück gibt es keine Geruchsfotos). Das war ein entzündeter Vampirbiss, ja hier gibt es Vampirfledermäuse. Sie kommen in der Nacht und machen mit ihren messerscharfen Zähnen einen kleinen Schnitt am Hals eines Tieres und geben ihren Speichel dazu, sodass das Blut nicht mehr gerinnt. Dann kann die Fledermaus in Ruhe das auslaufende Blut ablecken. Bei ausgewachsenen Kühen ist das nicht so schlimm, bei Kälbern aber schon. Die Wundheilung dauert etwas länger und darum gibt es oft Entzündungen und Infektionen. Das kann man aber gut ohne Antibiotika behandeln. Zecken, Milben und Deichselfliegenlarven sind die Hautparasiten der Kühe die man gut im Auge behalten muss. Sie haben einen Zyklus und treten  rund drei Mal pro Jahr in grossen Mengen auf. Dann müssen wir einfach schnell genug sein und den Kühen ein Insektenschutzmittel auftragen. Wenn man nicht schnell genug ist kann es zu Zeckenfieber kommen oder zu schweren Hautinfektionen. Bis jetzt haben wir alles gut im Griff und haben noch keine grösseren Infektionen gehabt.

Madonna, Lady Gaga, Bonnie und Bruce

Da unser Hühnerhaus fertig ist haben wir auch schon Bewohner dafür gesucht und gefunden. Wir haben drei Hennen und einen Hahn gekauft. Es ist nicht leicht hier eine Rasse zu finden die gross ist und zugleich Eier legt. Der Hahn ist noch jung und wie alt die Hennen sind können wir nicht genau sagen. Der Verkäufer meinte sie seien etwa ein Jahr alt, das kann sein oder auch nicht. Sie haben auf Jeden Fall schon die ersten Eier gelegt.

Sie wollen auch in unser Haus

Der Fischteich ist durch die starken Regenfälle in den letzten Tagen gut ausgewaschen worden und wir haben mit dem Füllen begonnen. Mit 27 Metern Länge und 8 Metern Breite bei einer Tiefe von über 1,5 Metern müsste man meinen dies dauere ein Weilchen. Aber nicht wenn es an Ostersonntag einen Dauerregen gab. Innert vier Stunden war er schon halb voll und wir können nächste Woche die ersten Fische kaufen gehen.

Fischteich halb voll
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