Im Dezember hatten wir wieder einmal einen richtigen Gewittertag. Michael machte gerade eine Siesta und Joëlle war noch im Büro als ein Blitz am Haus vorbei zischte und es um ein Haar getroffen hätte. Michael stand senkrecht im Bett und Joëlle schrie und kam rennend aus dem Büro. Zum Glück hat er aber in den Fluss eingeschlagen. Einmal tief durchgeatmet und den Schreck halb verdaut, merkten wir schnell, dass etwas mit unserem Internet nicht mehr stimmte. Wir haben Satelliteninternet. Durch die Überspannung, die der Blitz verursacht hatte, war der WLAN-Router hinüber. Auch allen Ladegeräten der Werkzeuge, die gerade am Strom waren, hat die Überspannung nicht gutgetan und es hat sie «gelupft». Nun hatte Joëlle eine neue Mission, es galt rauszufinden, wo genau bei der Internet-Installation das Problem lag. Das kann in Ecuador recht schnell zu einer Lebensaufgabe werden. Zuerst mal aber musste sie mit Starlink, dem Internetanbieter, in Kontakt treten. Die haben umgehend Ersatzteile geschickt. Leider wurde aber dadurch nicht der Fehler behoben. Kulanterweise tauschten sie nun das ganze System aus und wir sollten die Ausrüstung der neuesten Generation erhalten. Um Zeit zu sparen, durften wir es in Ecuador kaufen und sie schrieben uns den Kaufpreis auf unserem Konto gut. Wir bestellten es im Online-Shop eines spezialisierten Anbieters und konnten es eine Woche später in deren Filiale in Tena abholen gehen. Da staunten wir dann nicht schlecht. Im Online-Shop kostete es USD 311.00, aber wenn man es direkt im Laden und auf Raten kauft, kostet es USD 848.88. Nicht schlecht… Nach gut zwei Monaten haben wir nun wieder alles wie beim Alten und auch unsere Kameras sind wieder online.

Unsere beiden jungen Hunde, Hera und Odin, hatten Geburtstag und sind ein Jahr alt geworden. Sie wachsen und ihre Charakter kommen immer mehr zur Geltung. Bei Odin unserem American Bully zeigt sich immer mehr, dass er lieber zu Hause bleibt und Joëlle bewacht als mit den anderen beiden eine Streiftour durch den Wald zu unternehmen. Er ist sehr gesellig aber auch ein aufmerksamer Wachhund, sein Charakter ist stark und er hat einen extremen Beschützerinstinkt.


Hera ist unsere Rottweilerdame. Sie liebt es rumzurennen und stundenlang mit Odin und Hector zu spielen. Bei ihr zeigt sich sehr schön, dass die körperliche Grösse nichts mit innerer Grösse zu tun hat. Manchmal glauben wir, dass sie sich für einen kleinen Hund hält. Sie sucht sich Streicheleinheiten und versucht immer ganz sanft einem auf den Schoss zu klettern. Zum Glück springt sie nicht hoch, denn mit ihren bereits 35 kg ist sie schon recht schwer für ein «Schosshündchen».

Wenn wir Besuch haben müssen wir immer gut aufpassen, dass sich der Besuch beim ersten Mal nicht erschrickt. Natürlich darf sie das nicht, aber bei Fremden kann man es ja trotzdem mal probieren. Wenn es um das Bewachen geht, steht sie lieber hinter Hector und Odin. Sie ist misstrauisch und hat eher Angst und geht lieber ins Haus. Das ist auch gut so, mit ihrem Aussehen und dem leider schlecht behafteten Ruf der Rottweiler, schreckt sie genug ab. Hector macht seine Sache als unangefochtene Nummer eins sehr gut und die zwei Jungen lernen viel von ihm.


Einer unserer Holzbänke ist leider der Witterung erlegen. Michael hatte wieder eine spezielle Idee für eine neue Bank die dauerhaft halten sollte. Aus Zement und Altglas machten César und Michael unsere neue Bank, wo wir nun den Kolibris beim Nektar suchen zu schauen können.

Wir sind gerade daran eine grössere Menge Bambus einzukaufen. Wir haben uns entschieden unser Lager zu füllen, um Reserven zu haben, falls es mit dem Tourismus wieder hoch gehen sollte und alle wieder investieren. Ja, die Hoffnung stirbt zum Schluss. Wir haben so auch wieder einmal Arbeit für einige Personen und können weitere junge Leute schulen.

Leider zieht sich das Thema mit dem Goldwaschen seit einigen Jahren wie ein roter Faden durch unser Leben was extrem an unserer Energie zerrt. Wir sind in diese Region gekommen, um Umweltschutz und insbesondere Waldschutz mit Einbezug der lokalen Bevölkerung zu betreiben. Da der Goldpreis aber stetig steigt und die Bevölkerung immer gieriger wird, gestaltet sich das zunehmend schwieriger. Besonders schwierig ist für uns zu sehen, dass es ansässige Organisationen gibt, die beim maschinellen Goldwaschen vor der eigenen Haustüre einfach wegschauen und nichts dagegen unternehmen. Unserer Meinung nach ist das Doppelmoral und dadurch belügt man auch seine Gönner. Für Organisationen, die sich den Umweltschutz auf die Flagge schreiben ist nichts zu tun genauso schlimm, wenn nicht sogar schlimmer. Wenn Goldwäscher keinerlei Konsequenzen erfahren, entsteht der Eindruck sie seien im Recht und ihr Handeln habe keine Folgen.
Wir unterstützen das illegale Goldwaschen nicht. Es widerspricht unserem Verständnis von nachhaltiger Entwicklung und verantwortungsvollem Umgang mit der Umwelt. Unsere Haltung ist klar: Unser Engagement gilt dem Schutz der Wälder und Tiere und der Unterstützung nachhaltiger Perspektiven für die Region, nicht der kurzfristigen Ausbeutung ihrer Ressourcen.























































