Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, sind wir dabei, unser Bambuslager zu füllen. Wir hatten die Chance, über 700 Stangen einzukaufen und so unser Lager auf einen Schlag wieder aufzufüllen. Die Verhandlungen gestalteten sich etwas schwieriger als erwartet. Der Verkäufer hatte leider keine Ahnung von Guadua. César und Michael besichtigten vorab den Guaduawald, der einer Plantage weichen musste. Es waren sehr schöne Stangen, und wir einigten uns auf einen Preis und trafen eine Abmachung. César half die ersten zwei Tage bei der Ernte mit, sodass er ihnen das korrekte Schneiden und den richtigen Umgang mit den Stangen zeigen konnte. Sie hatten für die Ernte genau 14 Tage Zeit, und nach fünf Tagen bekamen wir auch schon die erste Lieferung von 350 Guaduas. Aber leider war die Qualität nicht so überwältigend wie ursprünglich vereinbart. Wir zahlten dafür aber auch einen niedrigeren Preis, was dem Verkäufer natürlich gar nicht gefiel. Nun, im Nachhinein ist man immer schlauer, und so wissen wir, dass Michael besser auf einen anderen Deal hätte bestehen sollen.
Bearbeitung der Bambusstangen
Die zweite Lieferung war dann doch etwas besser. Um die Stangen zu säubern, zuzuschneiden, zu lochen und in Matten zu schlagen, hatte César wieder eine Gruppe von Frauen und jungen Männern organisiert.
Die Frauen waschen die Stangen
Leider haben wir es noch nicht ganz geschafft, fertig zu werden, bevor Michael in seine grossen Ferien in die Schweiz geht. César, unser langjähriger Mitarbeiter, weiss aber, was noch zu tun ist.
die ersten Stagen sind bereits draussen und werden besonnt
Hera, unsere Hündin, wurde vor einer Woche kastriert. Sie hat nun ein Spielverbot, das sie überhaupt nicht versteht. Erstaunlicherweise leckt sie nicht an der Wunde, sodass sie den lästigen Kragen nach zwei Tagen ausziehen und ihn gegen ein T-Shirt eintauschen konnte.
Hera noch etwas benommen von der Narkose und mit T-Shirt
Joëlle ist Ersatzmutter eines Hühnerkükens. Leider ist aus den letzten Eiern nur ein Küken geschlüpft, und keine Ammenmutter wollte es akzeptieren. So ist es nun im Büro, bis es gross genug ist, in den Hühnerstall umzuziehen.
erster Tag im Büro
So süss das kleine Ding auch ist, es kann bereits gewaltig nerven. Dann zum Beispiel, wenn Joëlle nur kurz das Büro verlässt oder für den Zwerg nicht mehr sichtbar ist. Dann ruft es laut und rennt herum; es kommt sogar ins Haus hinein, um nach uns zu suchen. Wer das Haus kennt, in dem wir wohnen, weiss, dass es keinen eigentlichen Eingangsbereich hat, sondern man direkt die Küche betritt. Wenn also das kleine Vögelchen in der Küche herumrennt und dabei seine Notdurft verrichtet (was Vögel bekanntlich sehr häufig und ohne Zurückhaltung tun), ist das nicht besonders hygienisch…
zum Glück schläft es auch ab und zu
Die vergangenen Wochen waren von intensiven Herausforderungen geprägt. Der ständige Einsatz die bekannten Goldwäscher von Selva Viva und unserem Land fernzuhalten, kostet uns enorm viel Kraft und bindet wesentliche Ressourcen. Besonders zermürbend sind Auseinandersetzungen mit Akteuren, deren Auftreten und Verhalten die Situation zusätzlich verschärfen und konstruktive Lösungen verhindern.
Schäden im Schutzwald von Selva Viva
Momentan können wir aus politischen Gründen noch keine Details offenlegen. Klar ist jedoch: Wir werden die bestehenden Missstände nicht mehr stillschweigend hinnehmen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, Transparenz zu schaffen. Zu gegebener Zeit werden wir einen Beitrag verfassen, in dem wir die Vorgänge umfassend darstellen und Missstände sowie Verantwortlichkeiten klar benennen und dies mit entsprechenden Beweisen untermauern.
Aufnahme Schutzwaldschäden mit Waldhüter von Selva Viva
Aber Michael wird jetzt erst einmal eine kleine Auszeit nehmen. Er fliegt in die Schweiz, um sich zu erholen und frische Energie zu tanken, um dann mit neuem Mut und Motivation wieder ans Werk zu gehen.
Im Dezember hatten wir wieder einmal einen richtigen Gewittertag. Michael machte gerade eine Siesta und Joëlle war noch im Büro als ein Blitz am Haus vorbei zischte und es um ein Haar getroffen hätte. Michael stand senkrecht im Bett und Joëlle schrie und kam rennend aus dem Büro. Zum Glück hat er aber in den Fluss eingeschlagen. Einmal tief durchgeatmet und den Schreck halb verdaut, merkten wir schnell, dass etwas mit unserem Internet nicht mehr stimmte. Wir haben Satelliteninternet. Durch die Überspannung, die der Blitz verursacht hatte, war der WLAN-Router hinüber. Auch allen Ladegeräten der Werkzeuge, die gerade am Strom waren, hat die Überspannung nicht gutgetan und es hat sie «gelupft». Nun hatte Joëlle eine neue Mission, es galt rauszufinden, wo genau bei der Internet-Installation das Problem lag. Das kann in Ecuador recht schnell zu einer Lebensaufgabe werden. Zuerst mal aber musste sie mit Starlink, dem Internetanbieter, in Kontakt treten. Die haben umgehend Ersatzteile geschickt. Leider wurde aber dadurch nicht der Fehler behoben. Kulanterweise tauschten sie nun das ganze System aus und wir sollten die Ausrüstung der neuesten Generation erhalten. Um Zeit zu sparen, durften wir es in Ecuador kaufen und sie schrieben uns den Kaufpreis auf unserem Konto gut. Wir bestellten es im Online-Shop eines spezialisierten Anbieters und konnten es eine Woche später in deren Filiale in Tena abholen gehen. Da staunten wir dann nicht schlecht. Im Online-Shop kostete es USD 311.00, aber wenn man es direkt im Laden und auf Raten kauft, kostet es USD 848.88. Nicht schlecht… Nach gut zwei Monaten haben wir nun wieder alles wie beim Alten und auch unsere Kameras sind wieder online.
So kostet das Set unglaubliche 173 % mehr!
Unsere beiden jungen Hunde, Hera und Odin, hatten Geburtstag und sind ein Jahr alt geworden. Sie wachsen und ihre Charakter kommen immer mehr zur Geltung. Bei Odin unserem American Bully zeigt sich immer mehr, dass er lieber zu Hause bleibt und Joëlle bewacht als mit den anderen beiden eine Streiftour durch den Wald zu unternehmen. Er ist sehr gesellig aber auch ein aufmerksamer Wachhund, sein Charakter ist stark und er hat einen extremen Beschützerinstinkt.
Hera und Odin
Hera ist unsere Rottweilerdame. Sie liebt es rumzurennen und stundenlang mit Odin und Hector zu spielen. Bei ihr zeigt sich sehr schön, dass die körperliche Grösse nichts mit innerer Grösse zu tun hat. Manchmal glauben wir, dass sie sich für einen kleinen Hund hält. Sie sucht sich Streicheleinheiten und versucht immer ganz sanft einem auf den Schoss zu klettern. Zum Glück springt sie nicht hoch, denn mit ihren bereits 35 kg ist sie schon recht schwer für ein «Schosshündchen».
Hera, das zu gross geratene Schosshündchen
Wenn wir Besuch haben müssen wir immer gut aufpassen, dass sich der Besuch beim ersten Mal nicht erschrickt. Natürlich darf sie das nicht, aber bei Fremden kann man es ja trotzdem mal probieren. Wenn es um das Bewachen geht, steht sie lieber hinter Hector und Odin. Sie ist misstrauisch und hat eher Angst und geht lieber ins Haus. Das ist auch gut so, mit ihrem Aussehen und dem leider schlecht behafteten Ruf der Rottweiler, schreckt sie genug ab. Hector macht seine Sache als unangefochtene Nummer eins sehr gut und die zwei Jungen lernen viel von ihm.
Bau der neuen Sitzbank
Einer unserer Holzbänke ist leider der Witterung erlegen. Michael hatte wieder eine spezielle Idee für eine neue Bank die dauerhaft halten sollte. Aus Zement und Altglas machten César und Michael unsere neue Bank, wo wir nun den Kolibris beim Nektar suchen zu schauen können.
Neue Sitzbank
Wir sind gerade daran eine grössere Menge Bambus einzukaufen. Wir haben uns entschieden unser Lager zu füllen, um Reserven zu haben, falls es mit dem Tourismus wieder hoch gehen sollte und alle wieder investieren. Ja, die Hoffnung stirbt zum Schluss. Wir haben so auch wieder einmal Arbeit für einige Personen und können weitere junge Leute schulen.
Unser Lager wird wieder aufgefüllt
Leider zieht sich das Thema mit dem Goldwaschen seit einigen Jahren wie ein roter Faden durch unser Leben was extrem an unserer Energie zerrt. Wir sind in diese Region gekommen, um Umweltschutz und insbesondere Waldschutz mit Einbezug der lokalen Bevölkerung zu betreiben. Da der Goldpreis aber stetig steigt und die Bevölkerung immer gieriger wird, gestaltet sich das zunehmend schwieriger. Besonders schwierig ist für uns zu sehen, dass es ansässige Organisationen gibt, die beim maschinellen Goldwaschen vor der eigenen Haustüre einfach wegschauen und nichts dagegen unternehmen. Unserer Meinung nach ist das Doppelmoral und dadurch belügt man auch seine Gönner. Für Organisationen, die sich den Umweltschutz auf die Flagge schreiben ist nichts zu tun genauso schlimm, wenn nicht sogar schlimmer. Wenn Goldwäscher keinerlei Konsequenzen erfahren, entsteht der Eindruck sie seien im Recht und ihr Handeln habe keine Folgen.
Wir unterstützen das illegale Goldwaschen nicht. Es widerspricht unserem Verständnis von nachhaltiger Entwicklung und verantwortungsvollem Umgang mit der Umwelt. Unsere Haltung ist klar: Unser Engagement gilt dem Schutz der Wälder und Tiere und der Unterstützung nachhaltiger Perspektiven für die Region, nicht der kurzfristigen Ausbeutung ihrer Ressourcen.
Das Jahresende haben wir mit Christine, die uns wieder besucht hat, und unseren niederländischen Nachbarn verbracht. Christine hatte dafür extra Käsefondue aus der Schweiz mitgebracht. Es war sehr lecker und Ciska und Andre assen sogar das erste Mal Fondue. Auch dieses Jahr haben wir den Jahreswechsel mit den Sandwich-Insel gefeiert. Wir haben wieder Puppen gebastelt und verbrannt. Damit lassen wir das alte Jahr hinter uns und wünschen uns, dass das neue Jahr das Gute bringt, was wir uns erhoffen.
Unsere Puppe – Geist des Vergangenen und der Zukunft
Leider hat aber das neue Jahr gleich begonnen wie das alte aufgehört hat. Schon in der ersten Woche sind die Goldwäscher bei uns in den Wald gegangen und haben mit Waschen begonnen. Die Waldhüter von Selva Viva haben sie dabei ertappt und uns dies gleich mitgeteilt. Wir haben daraufhin viele Kamerafallen sowohl in unserem als auch im Schutzwald von Selva Viva aufgestellt, um sie direkt bei der Arbeit zu filmen. Nur so haben wir genügend Beweise für eine allfällige Anzeige. Es handelt sich wie immer um die gleiche Familie die neben dem Goldwaschen auch illegal Jagt. Sie haben sich wohl ertappt gefühlt und sind nicht mehr gekommen, das heisst sie sind einfach auf das Nachbargrundstück weitergezogen und waschen nun da die Ufer der kleinen Bäche ab. Wir haben die Nachbarn informiert.
Ausgewaschene Ufer und gefundene Utensilien zum Goldwaschen
Seit wir in Ecuador sind, misst Michael täglich den Regen. Bis anhin tat er dies von Hand mit einem selbst umfunktionierten Regenmesser. Der war aber nur auf 0.5mm genau. Neu hat sich Michael eine kleine Wetterstation zugelegt, die den Regen genauer misst und zudem noch viele andere Daten erfasst. Die gesammelten Daten sind nicht nur für uns interessant, auch Institutionen wie z. B. die Universität IKIAM in Tena haben Interesse daran. Prof. Wilfredo Franco kommt regelmässig bei uns vorbei, um die neuesten Messungen abzuholen. Wir wurden auch schon zu einem Umweltforum mit dem Thema Klimawandel eingeladen. Da hat Joëlle gerne teilgenommen, aber nur als Gast. Wir stellten Wilfredo alle unsere gesammelten Daten zur Verfügung und er hat sie dann vorgetragen und dabei die regionalen Unterschiede hervorgehoben. Die verschiedenen Vorträge waren sehr spannend, aber noch wichtiger waren die Begegnungen mit vielen neuen Personen. So können wir unser Netzwerk stets vergrössern.
Links die manuelle Messstation rechts die automatische
Joëlle durfte Anfang Januar eine Reisegruppe als Übersetzerin begleiten. Sie war zehn Tage mit der Gruppe unterwegs und musste feststellen, dass der Tourismus nicht nur bei uns Tod ist, er ist im ganzen Land zum Stillstand gekommen. In fast allen Hotels waren sie jeweils alleine und auch bei den Ausflugzielen gab es kein anderes Bild. Ecuador befindet sich in einer tiefen Krise und das mehr denn je zuvor. Der Drogenkrieg welcher in ganz Südamerika herrscht schreckt viele ab. Nach dem die USA Venezuela angriffen hat und Kolumbien ebenfalls bedrohten ist die Lage hier recht unübersichtlich geworden. Der Präsident Ecuadors hat die Landgrenzen zu Kolumbien (bis auf eine die sehr genau kontrolliert wird) geschlossen um die grossen Drogenrouten zu schliessen – aber Kolumbien hilft da nicht mit, weshalb der Präsident Ecuadors die Zölle auf Importe aus Kolumbien erhöht hat. Ecuador bezieht sehr viel Elektrizität aus Kolumbien, was wiederum dazu führte, dass Kolumbien die Stromlieferungen einstellte. Nun steht uns ein Wirtschaftskrieg mit Kolumbien bevor. Ecuador ist das grösste Transitland für Drogen aus Kolumbien und Peru. Der Präsident würde ja gerne mit den Amerikanern gegen die Drogenkartelle und die damit verbundene Korruption vorgehen, kann es aber nicht, da sich die Opposition dagegen wehrt. Wir sind gespannt, wie es weiter geht, es wird auf jedenfall richtungsweisend sein.
Unsere jungen Hunde, Hera und Odin, wachsen rasant und sie werden langsam, aber sicher beeindruckende Wächter. Sie sind gerade in der Sturm und Drangphase und beim Spielen geht es nicht mehr immer ums Spiel, sondern auch wer ist der Stärkere und vor allem wer wird die Nummer zwei hinter Hector werden. Hera und Odin könnten vom Charakter her nicht unterschiedlicher sein. Odin ist jetzt schon der bullige Beschützer und ein grosser, eifersüchtiger Hund der lieber im Büro von Joëlle ist als stundenlang durch den Wald zu laufen.
OdinHera
Hera ist eher der Typ alarmierender Wachhund mit viel Respekt vor Neuem aber mit einem Bewegungsdrang und einer ausgeprägten Vorliebe fürs Wasser. Gut, dass wir einen Fischteich hinter dem Haus haben. Beide sind noch nicht kastriert und wir warten damit, solange es geht, damit sich sowohl der Charakter als auch der Körperbau ausprägen kann. Was wir sicherlich nicht wollen, sind Junge.
Hinten Hector, rechts Hera, unten Odin
Unsere Arbeit hier hat sich in den letzten Monaten erneut recht geändert. Wir sind nach Ecuador gekommen mit dem Gedanken, einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Schutze der Natur zu leisten. Wir haben uns immer wieder neu erfinden müssen, wobei wir stets unserem Grundgedanken und unseren Prinzipien treu blieben, obwohl wir immer wieder aufs Neue auf die Probe gestellt wurden. Der illegale Goldabbau nimmt leider sehr viel Zeit in Anspruch. Nun können wir auf das Problem nicht mehr so detailliert eingehen wie früher. Wie in einem vorangegangen Blog schon mal angedeutet, werden wir über unser Blog von Leuten ausspioniert, die leider dann Informationen absichtlich falsch weitergeben und uns auch vor Ort somit das Leben gefährlich machen. Dies ganz klar mit dem Gedanken, uns endlich doch noch zu verscheuchen. Traurig ist, dass man glaubt, diese Personen stünden auf unserer Seite. Wir wissen jedoch, welches falsches Spiel hier getrieben wird. Bei einer illegalen Goldmine, über die wir bereits berichteten, wurde herausgefunden, dass hinter den Betreibern Drogenkartelle stehen. Wenn man da mit den falschen Informationen kommt, wird es wie erwähnt gefährlich für uns. Somit müssen wir uns leider bedeckt halten und können nicht mehr so offen wie zuvor berichten. Aber bitte macht euch keine Sorgen, diese Mine wurde auf Druck der örtlichen Bevölkerung, die unterhalb am Fluss wohnt und auf das saubere Wasser angewiesen ist, von der Armee geräumt. Hier geht’s zum Facebook Beitrag der Armee betreffend ihrer Aktion: Ejército Ecuatoriano
Michi wollte mit verschiedenen Organisationen, die wie wir mit Selva Viva zusammenarbeiten, eine Allianz bilden. Vor einer Woche fand ein Treffen auf unserer Finca statt. Ziel des Treffens war die Erörterung von Möglichkeiten, unseren Standpunkt klarzumachen und auf das grosse Problem in der Region hinzuweisen. Lester, der Geschäftsführer von Selva Viva, schlug ein Manifest vor, welches dann auch von anderen Umweltschutzorganisationen, touristischen Betrieben und Anwohnern unterzeichnet werden kann, um so mehr Stärke zu zeigen. Zusammen (Finca Don Sigifredo, Selva Viva, Pakashka Sacha, amaZOOnico) erarbeiteten wir ein vierseitiges Dokument.
Danach wurde eine Gruppe mit weiteren potenziellen Verbündeten gegründet, um eine möglichst grosse Allianz zu bilden. Lester und Joëlle übernahmen von da an die Kommunikation. Noch am gleichen Abend stieg die Allianz auf 14 Organisationen an. Innert einer Woche hatten wir dann 17 Allianzmitglieder, die das Manifest unterzeichnet haben. Am Montag wird es an verschiedene Verantwortliche und Behörden überreicht. Was für ein grosser Erfolg für die Natur! Dass es in so kurzer Zeit zustande kam, ist ausschliesslich dem stundenlangen Einsatz von Lester und Joëlle zu verdanken.
Während des Aufgleisens des Manifests hatten wir auch noch einen «Jahrhundert-Regen». In der Nacht vom ersten auf den zweiten Oktober regnete es sage und schreibe 216 mm pro Quadratmeter. Das war innert weniger Stunden so viel wie im ganzen Monat August und das war auch für uns zu viel. Auf der Strasse zu uns gab es gleich mehrere Erdrutsche, wir waren den ganzen Tag abgeschnitten.
Auch wir haben mehrere Erdrutsche auf unserem Land. Zum einen ist Joëlles Weg auf ca. 100 Metern verschüttet und zum anderen hatten wir einen Murgang bei unserer Wasserfassung. Michi versuchte das am gleichen Tag noch zu reinigen, aber keine Chance. Erst als am nächsten Tag César und ein zusätzlicher Arbeiter zur Hilfe kamen, schafften sie es das Ganze freizuschaufeln und wieder fliessendes Wasser ins Haus zu bringen. Wir wissen nicht was schlimmer ist, 36 Stunden ohne Wasser oder ohne Strom. Doch, Wasser ist natürlich viel wichtiger als Strom. Vor allem wenn die Flüsse so voll sind, dass es Lebensgefährlich ist sich darin zu baden und es aufgrund des hohen Quecksilbergehalts ohnehin nicht mehr empfehlenswert ist.
Neues Büro
Im letzten Monat hat Michi unser neues Büro fertig gestellt und Joëlle konnte endlich einziehen. Und nun kommen noch all die kleinen Extras für die neuen Möbel – da noch ein Regal, und das fehlt auch noch und, und, und…
Einzug ins neue Büro
Michi kann sich endlich wieder einmal in der Gestaltung der Möbel ausleben. Einiges muss aber hintenanstehen, da wir ab und an kleine Aufträge haben. Unser Stock im Bambuslager geht zur Neige. Michi und César sind mit Hochdruck auf der Suche nach neuem Bambus. Die einen wollen nicht verkaufen, da für sie der Preis zu niedrig ist und sich mit Gold mehr verdienen lässt und die anderen haben bereits die Flussufer mit Goldwaschen zerstört. Es wird schwieriger und wir müssen unseren Einkaufs-Radius erweitern.
Die letzten Monate waren von der Bambusernte und dem illegalen Goldwaschen sehr geprägt. Wir haben mit dieser Mondphase die letzten Bambusstangen für den Grossauftrag geerntet und im Becken zur Behandlung eingelegt. Ende Juli werden wir die letzten Stangen und Matten ausliefen. Dann können wir unser Lager wieder füllen und uns um Kleinanfragen kümmern; aber vor allem können wir uns auch wieder anderen Dingen widmen, die leider etwas zu kurz gekommen sind. Die letzte Zeit hat bei uns Spuren hinterlassen, ganz besonders das Goldwaschen mit den Problemen drum herum.
Von der Ernte ins Becken
Leider gibt es einige Personen, denen es gar nicht recht ist, wenn wir die Wahrheit sagen oder, wie hier, in unserem privaten Blog schreiben. Denen sei Folgendes gesagt: Wenn ihr die Wahrheit nicht ertragen könnt, lest einfach unseren Blog nicht! Denn alles, was wir sagen oder schreiben, können wir belegen. Wer das Material einsehen möchte, darf das gerne tun – wir stellen es zur Verfügung. Wir haben von einem Freund ein Zitat zu diesem Thema erhalten, welches zu unserer Aufheiterung gedacht war. Es trifft tatsächlich den Nagel auf den Kopf:
«Ich habe nicht schlecht über dich geredet. Ich habe nur erzählt, was passiert ist. Wenn dich das schlecht dastehen lässt, liegt das nicht an mir.»
Entschuldigung an alle die das nicht betrifft, aber es musste jetzt mal raus.
Die Regenzeit geht dem Ende zu und die Niederschlagsmengen werden langsam weniger und sind nicht mehr so intensiv. Das lässt auch wieder vermehrt längere trockene Waldspaziergänge zu. Als Michi letzte Woche die Wildkameras kontrollieren ging haben wir mit Freude festgestellt, dass wir wieder vermehrt Jaguare auf unserem Land haben. Die letzten Jahre waren sie nur jeweils ca. einen Monat lang bei uns. Jetzt sieht es so aus, als dass ein Jaguar unser Land zu seinem Kernrevier gemacht hat, da er regelmässig, jeden Monat, von den Wildkameras aufgenommen wurde.
Jaguar
Wir haben mehrere Kameras an wichtigen Wegpunkten und Tierpfaden auf unserem Land platziert. So haben wir einen guten Überblick, wer wann und wo durch unsere Grundstücke läuft. Seit der Jaguar vermehrt da ist, ging der Bestand von Hirschen, Pekaris (so eine Art Wildschweine) und Pakas (sowas wie grosse und nachtaktive Meerschweinchen) zurück. Erstaunlicherweise hat es jetzt viel mehr Bodenvögel wie z. B. Tinamus, Tauben, Wildhühner und Hokkos. Die wiederum ziehen Jaguarundis (Wieselkatze) und Ozelote an. Auch ein Margay (Baumozelot) ist uns zum ersten Mal vor die Linse gelaufen. Es freut uns sehr, dass der Wald bei uns wieder so eine Dynamik bekommt. Das sicherlich auch, weil wir die Wilderei verbannt haben und sie nicht zulassen. Seit der Anzeige gegen den Wilderer, wegen des Diebstahls der Wildkameras, haben wir keine Jäger mehr auf den Fotos.
Hokko
Seit Jahren wird davon gesprochen, dass man die Strasse, die bei uns vorbeiführt, verbreitern und asphaltieren wird. Wir haben bereits einige Male darüber berichtet. Nun sieht es tatsächlich so aus, als ob es gemacht werden wird. Vor einiger Zeit hat Michael Personen gesehen, die auf einigen Bäumen Nummern angebracht haben. Als sie das auch auf unserem Land taten, fragte er sie was und warum sie es tun. Sie meinten das gehöre zur Studie für die Stassenverbreiterung. Sie markierten alle Bäume, die gefällt werden müssen. Die Bäume werden gezählt und auch katalogisiert, um festzustellen ob es wertvolles Holz ist oder nicht. Bei uns werden mehr als 50 Bäume gefällt werden. Die Strasse durch Selva Viva ist um vieles länger, dort sollen sogar mehr als 350 Bäume gefällt werden. Der Witz am Ganzen ist, das sind nur die Bäume die innerhalb der Verbreiterung stehen. Die Bäume, die gefällt werden müssen um eine Brücke oder Stützmauer zu bauen, sind da nicht mit einbezogen. Bei den hiesigen topographischen Verhältnissen sind das aber leider sehr viele mehr. Ja, den Fortschritt kann man nicht aufhalten und sicherlich darf man ihn niemandem verwehren. Wir werden bestimmt noch einige Male darüber berichten, denn das Ganze ist sicherlich nicht in einer Woche gebaut.
Nach unserem letzten Blogbeitrag über die Eskalation am Rio Punino wollen viele wissen, wie es bei uns nun aussieht. Nach einer dreitägigen Staatstrauer wird jetzt mit aller Kraft gegen die Goldwäscher, Drogenbanden und «Comandos de la Frontera» (ex FARC) vorgegangen. Das ecuadorianische Verteidigungsministerium hat am 12. Mai 2025 auf seiner Website folgendes veröffentlicht: «[…]. Nos vamos con todo. Esta guerra es contra los terroristas.» (Übersetzung: «Wir gehen aufs Ganze. Dieser Krieg ist ein Krieg gegen die Terroristen.»). Die Militärischen Zugriffe sind immer noch im Gange und die Erfolge werden täglich präsentiert. Das Ziel ist es die hauptsächlich aus Kolumbien kommenden Narco-Banden über die Grenzen zurückzudrängen. Es hat schon dutzende Tote gegeben. Wir spüren hier nicht so viel davon ausser, dass es eine vielfach höhere Militärpräsenz gibt. Wir werden sehen, wie es weiter geht und lassen es auf uns zukommen. Da wir gerade sehr viel Arbeit haben lenkt uns das gut ab und wir können nicht so viel darüber nachdenken.
Der erhoffe Bambus-Folgeauftrag ist eingegangen und ist sogar noch grösser als erwartet. Es war gerade Vollmond, als der Auftrag einging und so konnten wir direkt die aktuelle Mondphase des abnehmenden Monds ausnutzen. Wir hatten die letzten 14 Tage immer zwischen 7 – 14 Personen, die bei der Ernte und Vorbereitung zur Behandlung mitgearbeitet haben.
An dem Tag waren wir insgesamt 15 Personen beim Essen
Wir versuchen trotz Regenzeit das vorgegebene Ziel zu erreichen. Aber das mit dem Trocknen des Materials können wir leider nicht beeinflussen. Michi musste spüren, dass er sich mehr auf das Koordinieren und das Kontrollieren der Arbeit konzentrieren sollte als überall mit anzupacken. Die letzten zwei Wochen haben wir viel gelernt. Wir hoffen, dass wir es dann auch in den nächsten drei Monaten umsetzen können. Aber jetzt haben wir vorerst wieder eine ruhigere Zeit vor uns bis wir dann ab dem 11. Juni wieder ernten werden können. Langweilig wir es uns trotzdem nicht. Wir müssen nun Bambus einkaufen gehen, um den Auftrag erfüllen zu können. Es hat viele Pflanzungen in der Region, sei es «Bambus Gigante» oder der einheimische Guadua (kleiner Bambus). Viele wollen ihn uns verkaufen, doch leider werden wir uns oft beim Preis nicht einig oder die Qualität ist zu schlecht. César und Michi gehen den Bambus immer zuerst besichtigen. Kriterien für das Festsetzen des Preises sind Alter, Wachstum, Löcher durch Spechte und vor allem wo er sich befindet; ist er in der Nähe der Strasse oder des Flusses und was wächst rund herum; ernten wir oder erntet der Verkäufer. So kann der Preis für eine Stange zwischen 50 Cent und 3 Dollar schwanken. Wir haben sogar schon Bambus ausgeschlagen, weil die Einnahmen des Verkaufs die Kosten des Arbeitsaufwands nicht gedeckt hätten.
Es muss viel Material verarbeitet werden
Hera und Odin unsere zwei jungen Hunde halten uns ebenfalls auf Trab. Sie werden rasant grösser und wir können ihnen fast zuschauen, wie sie wachen. Odin musste leider für mehrere Tage in die Tierklinik da er nichts mehr gegessen und getrunken hat. Leider hat man nichts rausgefunden, ausser dass er eine Infektion hat. Aber woher sie kam, wissen wir bis heute nicht. Ihm wurden Infusionen gesetzt, um ihm genügend Flüssigkeit zukommen zu lassen. Nach zehn Tagen war gut für uns und wir haben ihn gegen den Willen der Tierärzte nach Hause genommen. Michi hatte Angst, dass er einen psychischen Schaden davontragen könnte, wenn er weiterhin so alleine in einer Box bleiben müsste. Leider sind die Standards in Ecuador nicht einmal im Ansatz vergleichbar mit denen in der Schweiz – besonders in Tena.
Odin in der kleinen Box
Wir haben ihn noch am gleichen Tag dazu gebracht wieder selber zu essen und auch selber zu Trinken. Es war ein Austesten des Futters, aber Michi (der erfahrene Tierpfleger) hat es geschafft und Odin ist wieder voll fit auch braucht keine zusätzlichen Medikamente mehr. Was er nach dieser Tortur vor allem brauchte, war viel Liebe und Zuneigung. Die bekam er natürlich von uns und Hera, und auch Hektor hat sich hinreissen lassen.
Hera und Odin werden immer grösser
Die zwei Junghunde beherrschen schon den Grundgehorsam. Naja, so gut das halt bei Junghunden geht. Sie werden natürlich immer noch schnell abgelenkt, aber bei Spaziergängen durch den Wald laufen sie ohne Leine. Der «Wachhund» ist bei Odin schon etwas ausgeprägter als bei Hera. Odin mag, wie Hektor auch, keine Kinder. Da müssen wir immer gut aufpassen, wenn Besuch kommt.
Wir haben ja bereits der Öfteren über den illegalen Goldabbau berichtet. Nun hat es ein Ausmass angenommen, welches uns sehr nachdenklich stimmt. Wir müssen uns gut überlegen, was wir hier noch machen können, aber vor allem abwarten ob und wie die Regierung auf die Eskalation der letzten Tage reagiert. Das wird für uns wegweisend sein. Aber hier erst einmal was geschehen ist: Diese Woche wollte die Armee eine der grössten illegalen Minen im ecuadorianischen Amazonasbecken schliessen. Die mehrere Kilometer lange Mine befindet sich am Rio Punino an der Provinzgrenze zwischen Napo und Orellana. Es wurden mehrere Quadratkilometer Regenwald gerodet und der Fluss Punino ist für Tod erklärt worden, wegen der hohen Schwermetallbelastung. Aber tausende Indigene leben an und von diesem Fluss. Die Minenbetreiber sind Mitglieder von Narco-Banden und/oder Anhänger von Ablegern der ehemaligen FARC aus Kolumbien. Als die Soldaten ankamen, wurden sie von den Betreibern beschossen und mit Sprengstoff zurückgedrängt. Es starben elf Soldaten! Der Rio Punino liegt Luftlinien etwa 75 Kilometer von uns entfernt. Untenstehender Link führt zum detaillierten Bericht (Plan V ist eine digitale Plattform für investigativen Journalismus, Nachrichten und Analysen).
„Unsere“ illegale Mine hinter Ahuano nimmt auch solche Züge an. Keiner kennt die Leute die dort Gold waschen, man weiss lediglich, dass ein korrupter Exbürgermeister die Fäden vor Orte in der Hand hat. Wer aber genau dahintersteckt, weiss niemand der es preisgeben würde.
Treffen der lokalen Akteure Foto: Sebastian Jahnke, 03.05.2025
Da auch die Gemeinderegierung von Ahuano die hohle Hand macht und deshalb in die andere Richtung schaut, wird sehr offensichtlich nichts dagegen unternommen. Denn „wo kein Kläger – da kein Richter“. All diejenigen die das bis jetzt schöngeredet haben, können sich den Tatsachen nicht mehr entziehen. Leider sind das auch Personen von befreundeten Organisationen. Solange der Goldpreis so hoch ist und immer weiter steigt, wird sich das auch nicht ändern.
Ohne den Versuch es zu Verschleiern, wird direkt an der Strasse gebaggert Foto: Sebastian Jahnke, aktuelle Aufnahme vom 03.05.2025
Auch diese Tätigkeiten sind auf GoogleMaps sichtbar:
Leider hat das auch Auswirkungen auf andere illegale Tätigkeiten wie z. B. die Jagd. Es gibt viele neue Personen, die gerne mal Wildfleisch essen und dadurch die illegale Jagd fördern. Wir wissen gleich von zwei Fällen, wo man einen Tapir geschossen und auf der Strasse an die Goldwäscher verkauft hat. Es sind leider die altbekannten Jäger die übrigens sehr aktiv im Nachbarsgrundstück illegal Goldwaschen und dabei die Gelegenheit zum Jagen nutzen. Die illegale Jagd nimmt wieder sichtlich zu. Wir, aber auch die Waldhüter von Selva Viva, haben vermehrt Unterstände oder Hochsitze an strategischen punkten gefunden und dann sofort zerstört. Seit die Tierauffangstation amaZOOnico wieder Tapire auswildert, hatte sich der Bestand in der Region erholt. Nun aber nimmt er rasant ab. Leider interessiert sich der Besitzer vom amaZOOnico nur dafür, was auf seinem eigenen Land geschieht. Wenn die Tiere auf fremden Grundstücken geschossen werden, will er nichts unternehmen. Verständlich, die altbekannten Jäger sind seine Freunde. Wir, die Finca Don Sigifredo, haben mit Selva Viva, Hotel La Casa del Suizo, Grand Selva Lodge, Comunidad 27 de Febrero, Comunidad Campococha, Frauenorganisation Campococha und weiteren Privatpersonen und Nachbarn eine kleine Allianz gebildet die sich gegenseitig hilft und im Fall eines illegalen Eindringens sofort warnt. Leider will der amaZOOnico und die Liana Lodge davon nichts wissen und sie hatten bis jetzt einfach keine Zeit. Auch bei der letzten Einladung zu einem Treffen wegen einer akuten Situation, hatten sie keine Zeit und so haben sie einmal mehr keine Stellung gegenüber des illegalen Goldwaschens bezogen. Traurig.
Die Entwaldung durch illegale Goldwaschaktivitäten ist kaum mehr zu stoppenIm Vordergrund der Sportplatz einer SchuleFotos: Sebastian Jahnke, ebenfalls vom 03.05.2025
Das grüne Paradies ist am Untergehen. Sei es wegen des Abholzens für die Goldwäscher oder durch das Verschmutzen der Flüsse durch Schwermetalle als Folge des Goldwaschens. Wir versuchen das Paradies so lange es geht zu schützen. Durch die Aufklärungsarbeit, die wir betreiben und durch den Schutz des Waldes von Selva Viva hoffen wir und unsere Verbündeten das wir noch lange was davon haben. Der Schutz des Waldes ist aber teuer. Nicht alle arbeiten ehrenamtlich so wie wir. Die Waldhüter von Selva Viva bekommen Löhne und die Anwälte arbeiten zwar zum Selbstkostenpreis, aber verständlicherweise auch nicht gratis. Selva Viva braucht Unterstützung und sucht immer wieder Genossenschafter oder Spender, die mithelfen den Regenwald zu schützen. Du kannst unter Angabe des Zwecks direkt Spenden an:
Postfinance: CH42 0900 0000 1514 4267 7 BIC: POFICHBEXXX Genossenschaft zum Schutz des Regenwaldes (GSR)
Oder einen Anteilsschein für CHF 1 000 per Einzahlung an obenerwähntes Konto erwerben. Wichtig, bei der Einzahlung den Hinweis «Anteilsschein» nicht vergessen.
Wir haben den Jahreswechsel mit Christine und unseren Nachbarn, der Familie Walraven, gefeiert. Traditionell hat Michi natürlich wieder eine Puppe gebastelt, um sie um Mitternacht zu verbrennen und so alles Schlechte loszuwerden.
Wir waren dann doch etwas müde und haben uns deshalb entschieden den Jahreswechsel gemeinsam mit den Sandwichinseln zu feiern.
Das Jahr 2025 hat für uns sehr gut begonnen. In der ersten Woche bekamen wir die frohe Kunde, dass wir bei Red de Bosques aufgenommen wurden. Das freut uns sehr, denn nun können wir unseren Wald beim Umweltministerium als privaten Schutzwald registrieren und bekommen dadurch einen neuen Status. Bis jetzt wurde er als Landwirtschaftsfläche geführt, aber neu ist es jetzt ein geschützter Wald. Red de Bosques hilft ihren Mitgliedern bei Problemen, sie haben ein riesiges Netzwerk. Wenn die Bedrohung der Goldwäscher auf unserem Land akuter wird, haben sie Anwälte, die helfen können. Aber sie haben auch gute Beziehungen in verschiedenste Behörden. Hoffen wir einfach, dass wir sie deswegen nicht brauchen werden.
Sonnenaufgang am 1. Januar 2025
Bei uns ist gerade viel los. Joëlle hat viel Arbeit bekommen, da in der Firma, für die sie arbeitet, jemand länger ausfällt. Michi hat auch mehrere kleinere Aufträge erhalten und Bambus konnten wir auch schon verkaufen. Zwar nur kleinere Mengen, aber so leert sich das Lager und wir müssen bald unseren Stock wieder auffüllen. Im Dezember hatte Michi noch geplant das Haus neu zu streichen und einen neuen Hühnerstall zu bauen. Das Haus kann warten, aber der Hühnerstall nicht. Unser neuer Hahn hat eine kräftige Stimme, aber vor allem singt er in einer sehr unangenehmen Tonlage. Sogar Hector schmerzt es in den Ohren, wenn der Schweizerhahn morgens um 4 Uhr kräht. Darum baut César nun den neuen Hühnerstall, etwas weiter vom Haus entfernt.
neuer Hühnerstall im Aufbau
Michi hat gerade keine Zeit um beim Bau des Hühnerstalls mitzuwirken, denn er darf für ein Hotel eine Bar inkl. Stühle aus Bambus bauen. Als erstes musste er sie zeichnen, dann alle Verbindungen austüfteln und schon ging es los mit dem Zuschneiden. Die Deckplatte des Tresens und die Sitzflächen der Stühle werden aus Holz sein. Dieses Holz er bei einem hiesigen Schreiner zuschneiden lassen. Wir haben darauf geachtet, dass es keine geschützte Holzart ist aber vor allem, dass es legal geerntet wurde. Wir hoffen das die Platten bald kommen, so dass Michi alles zusammensetzten kann. Der Zeitdruck beim Kunden ist gross und wir wollen ihn ja auch nicht verlieren.
Die Bar aus Bambus ist in Arbeit
Seit Anfang des Jahres sind auch die Strassenplaner wieder einmal unterwegs. Wir wurden informiert, dass sie Bohrungen an den Strassenrändern machen, um festzustellen wie der Untergrund beschaffen ist und wo die neue Strassenführung durchgehen soll. Die Strasse sollte auf insgesamt neun Meter verbreitert und asphaltiert werden. Das sind Neuigkeiten die wir so bereits vor 14 Jahren gehört haben. Neu ist aber, dass tatsächlich Bohrungen gemacht werden. Wer weiss, vielleicht meinen sie es ja dieses Mal wirklich ernst. Wir würden ca. 1 500 m2 Land verlieren, eine Entschädigung dafür wird es nicht geben. Nur wenn sie einem mehr als fünf Prozent der gesamten Landfläche enteignen, muss der Staat Entschädigung zahlen. Wir sind ja mal gespannt wie es da weiter geht.
Tena wird immer etwas moderner, es ist ja auch die Hauptstadt der Provinz Napo. Bis jetzt gab es genau einen Supermarkt der Kette «TIA» in Tena und in der ganzen Provinz Napo gibt es davon gerade mal zwei Filialen. Seit zwei Wochen gibt es nun einen weiteren Supermarkt: TuTi. Das ist ein Harddiscounter, so wie es früher Aldi oder Lidl waren. Ein für Ecuador komplett neues Einkaufssystem das die Leute hier nicht kennen. Auch wir sind natürlich schauen gegangen. Es ist nicht alles günstiger, aber es hat ganz viele Produkte die es früher in Tena nicht gab – uns freut es.
Fertigpizza, Eiscreme und sonst noch allerlei Ungesundes aus dem TuTi
Jetzt spüren wir die Nachfolgen der Stromeinsparungen die Ecuador vom 20. September 2024 bis 22. Dezember 2024 hatte. Es hat z. B. die Bierproduktion getroffen. Die zwei grossen und einzigen Bierkonzerne (Heineken: mit Biela, Brahma, Heineken und AmBev: mit Pilsener, Club, Budweiser) konnten nicht mehr brauen. Nun gibt es einen Lieferengpass bei den Bieren die in Ecuador hergestellt werden. Betroffen sind vor allem die Mehrwegflaschen in der «normalen» Grösse. Nun werden alle Lagerbestände von Einwegflaschen und Dosen geleert bis die Mehrwegflaschen gewaschen und wieder abgefüllt sein werden. Das hört sich erstmal komisch an, ist aber ein sehr grosses Problem. Denn da hängen sehr viele Arbeitsplätze dran. Es gibt keine Kurzarbeit in Ecuador, was bedeutet: Keine Arbeit = kein Job und demzufolge kein Einkommen. Bei der Stahlindustrie ist es genau das gleiche Bild. Bis die Industrie wieder hochgefahren ist und normal produzieren kann muss man schon bald wieder mit Stromeinsparungen rechnen, denn der Januar ist bis jetzt schon wieder viel zu trocken. Auf alle Fälle geniessen wir unser Feierabendbier noch solange wir Bier haben…
Michi hat diese Windlichter aus einer gefundenen Wurzel und alten Flaschen gestaltet
Wir sassen mal wieder wegen eines Streiks fest und mussten einmal mehr improvisieren. Als uns die Materialen für die Renovation des Hauses ausgingen, nutzten wir die Zeit um Bäume zu pflanzen. Bei uns hat es endlich begonnen regelmässig zu regnen und die Böden sind auch wieder gut getränkt. Also passte alles und wir konnten in drei Tagen 50 neue Bäume pflanzen. Michi hatte einen wichtigen Zahnarzttermin in Quito und am gleichen Tag erwarteten wir Besuch aus der Schweiz. Da die Strassen aber wegen des Streiks alle blockiert waren, konnte er nicht den normalen Weg fahren und musste einen Umweg von vier Stunden in Kauf nehmen. Er hat deshalb viele neue Strassen und Fähren gefunden, die nirgends verzeichnet sind und die man nur findet, wenn man die jeweiligen Anwohner fragt, wo der schnellste Weg nach Loreto ist.
Auf der Fähre über den Rio Napo
Am Tag darauf, bei der Rückfahrt mit Christine (unsere Besucherin) waren dann bereits die Strassenblockaden verschwunden und man konnte wieder den normalen Weg fahren. Bis sich nach einem Streik in Tena wieder alles normalisiert und alles wieder vorrätig ist, dauert es schon einige Tage. Die Streikenden haben sich, Tena und uns immerhin 14 Tage von der Umwelt abgeschnitten. Ob sie mit dieser Aktion Erfolg hatten, wird sich erst nach den Feiertagen zeigen. Falls nicht, wird der Irrsinn wieder von vorne beginnen. Wir verstehen das Anliegen, welches an den Präsidenten gerichtet ist sehr gut und finden das neue Gefängnis mitten in der Stadt auch idiotisch. Die eigene Stadt aber von der Aussenwelt abzuschneiden ist garantiert nicht der richtige Weg und bringt vor allem viel Unverständnis in der eigenen Bevölkerung.
Auch wir versuchen die Weihnachtstage etwas ruhiger zu gestalten. Leider war die Vorweihnachtszeit überhaupt nicht ruhig. Einmal mehr war es Michi der festgestellt hat, dass man im Schutzwald von Selva Viva aktiv Gold wäscht. Es wurden zwar keine Bagger eingesetzt, aber mit Wasserpumpen wurde das Ufer abgewaschen. Nach Rücksprache mit dem neuen Geschäftsführer von Selva Viva, Lester Espin, stellten wir Fotofallen auf und konnten so innert weniger Tage die Personen identifizieren. Der Geschäftsführer ist dann auch gleich mit den drei Waldhütern und Christine, die ja Präsidentin von Selva Viva ist, zu diesen Personen hin gegangen und hat das Gespräch gesucht. Mal schauen, ob sie nochmal auf den Kameras auftauchen werden, denn davon wissen sie nichts.
ausgewaschene Uferböschung
Nur gerade einen Tag später hat uns unser niederländischer Nachbar angerufen und erzählt, dass er soeben einen Bagger mit einer Waschanlage von seinem Grundstück verscheucht hat. Der Bagger sei im Fluss in unsere Richtung unterwegs.
Bagger mit Waschanlage im Rio Cusano
Da liegt aber noch ein Grundstück des Hotels Casa del Suizo dazwischen. Und genau da hat sie Michi dann auch mit der Drohne gefunden. Joëlle hat sofort die Besitzer vom Casa del Suizo und noch viele Personen mehr informiert. Damit die Kommunikation aller involvierten Personen einfacher wurde und alle auf dem gleichen Stand gebracht werden mussten, eröffnete Joëlle eine WhatsApp Gruppe. Innert weniger Stunden konnte so die Umweltpolizei und das Militär informiert werden und sie warteten nur noch auf den Befehl zum Ausrücken. Der Geschäftsführer von Selva Viva hat es sogar geschafft den Gouverneur der Provinz Napo auf den Plan zu rufen.
Auszug aus dem Bergbaukataster, in unserer Zone gibt es keine bewilligten Minen
Michi schaute mit Hilfe der Drohne immer wieder, wo die Goldwäscher sich gerade befanden und Casa del Suizo ging direkt vor Ort, um nachzuschauen.
Bagger im Rio Cusano und flussaufwärts die Waschanlage
Noch in der gleichen Nacht wurde es den Goldwäschen vermutlich zu gefährlich und sie haben sich aus dem Staub gemacht. Casa del Suizo hat die Verantwortlichen dieser illegalen Goldwaschaktion enttarnt und mit ihnen gesprochen. Das war eine extrem erfolgreiche Aktion, bei der alle am gleichen Strick zogen und dem illegalen Goldwaschen in unserer Region der Kampf angesagt wurde. Es zeigt uns endlich, dass wir doch nicht die einzigen sind die dieses grüne Paradies hier, solange dies noch möglich ist, erhalten wollen. Leider hat sich aber auch einmal mehr gezeigt, dass die vermeintlich gleichgesinnten Projekte dem Umweltschutz doch nicht so nahestehen, aber dafür andere, von denen wir es nicht erwartet hätten, uns tatkräftig beistanden und mithalfen.
Bagger auf der Isla Anaconda geparkt, bis zum Einbruch der Dunkelheit
Für uns neigt sich ein schwieriges Jahr dem Ende zu. Wir mussten viele schwere Entscheidungen treffen, was unser Projekt Finca Don Sigifredo betrifft. Wir erlitten viele Rückschläge und hatten so einige Zweifel. Joëlles Job hat uns aber in finanzieller Hinsicht viel Ruhe gebracht und sichert die Existenz der Finca Don Sigifredo. Die erfolgreiche Aktion gegen die Goldwäscher war ein sehr versöhnlicher Abschluss für uns. Klar ist, wir werden uns selber treu bleiben und uns auch nächstes Jahr wieder für den Umweltschutz stark machen, auch wenn das natürlich nicht allen gefällt.
Sonnenaufgang im Nebel
Nachträglich noch schöne und besinnliche Weihnachten, die ihr alle hoffentlich hattet, und dann vor allem einen guten Start ins neue Jahr.
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Durch den stetig steigenden Goldpreis wird der illegale Goldabbau immer attraktiver. In der Provinzhauptstadt Tena gibt es kein einziges Autohaus; in der ganzen Provinz Napo kann man keinen Neuwagen kaufen. Aber in Tena hat vor zwei Monaten bereits das FÜNFTE «Baggerhaus» eröffnet, dort kann man sich direkt einen neuen Bagger besorgen. Wir haben schon mehrmals über den illegalen Goldabbau in unseren Beiträgen berichtet. Jetzt konnten wir leider auch viele Beweise sammeln, die Personen vom benachbarten Umweltprojekt betreffen. Für uns ist klar, dass wir nicht mehr mit diesem Projekt oder diesen Personen zusammenarbeiten werden und sie auch nicht mehr unterstützen, solange diese Doppelmoral herrscht. Wir bedauern sehr, dass all die gutgläubigen Spender vom betreffenden Projekt so dreist hinters Licht geführt werden.
Dragas (rechts) im Einsatz am Rio Arajuno auf der Höhe des amaZOOnicos (links) am 12. Oktober 2024
Ecuador ist das erste Land der Welt welches den Natur- und Tierschutz in der Verfassung verankert hat; somit haben die Natur und die Tiere Rechte. Leider ist die Korruption in Ecuador sehr gross. Es werden Millionen an Schmiergeldern bezahlt, so dass viele Beamte nicht hin- bzw. wegsehen. Der Übergangpräsident, Daniel Noboa, hat diesen Sommer ein Gesetz gegen den Terrorismus verabschiedet. Der Präsident kann nun selbst bestimmen, welche Organisationen oder sogar einzelne Personen als Terroristen eingestuft werden und kann diese mit Hilfe des Militärs bekämpfen, ohne zuvor den Notstand ausrufen zu müssen. Das ist eine gefährliche Macht, die sich da der Präsident verschafft hat. Das einzig positive ist, dass Präsident Noboa ein vermeintlich grünes Gewissen hat und den illegalen Bergbau als terroristischen Akt an der Natur betrachtet und so das Militär losschicken kann. In der letzten Woche kam es gleich zu zwei Aktionen in unserer direkten Umgebung gegen das illegale Goldwaschen. Das Militär ist aufgetaucht und hat sogleich Personen verhaftet und mit der Zerstörung der insgesamt 10 Bagger und einigen Waschanlagen begonnen. Das Militär muss jetzt nicht mehr Abklärungen treffen oder Material beschlagnahmen, es kann direkt Zerstören. Eine Aktion fand in unserer Gemeinde, Ahuano, statt.
Fotos: Ecuadorianische Armee – Soldaten haben einen Bagger angezündet
Natürlich haben das die Goldwäscher bei uns am Arajuno mitbekommen und ihre Arbeiten eingestellt. Keiner will, dass das Militär auch hier auftaucht. Mal schauen, wie lange dieser positive Effekt anhält.
AmaSelva hat vor gut zwei Jahren eine Drohne gekauft, die sie bei uns auf der Finca Don Sigifredo stationiert haben. Wir fliegen sie sowohl im Auftrag von AmaSelva als auch von Selva Viva, haben aber auch die Erlaubnis sie anderweitig einzusetzen. In der Zeit, seit wir die Drohne bei uns haben, konnten wir schon vieles aufdecken. Sie ist besonders hilfreich gegen das illegale Goldwaschen. Da viele Minen nicht so einfach einzusehen sind, entdecken wir sie schnell bei einem Überflug. So können wir das Wachstum der Mine gut verfolgen und auch ganz genaue Koordinatenpunkte nehmen. Bei Überfügen über den Wald kontrollieren wir auch, ob es illegalen Holzschlag gibt. Besonders bei Sekundärwäldern mit hohem Aufkommen von Balsabäumen müssen wir gut schauen; die sind schnell geerntet. Wir setzten die Drohne aber auch ein, wenn wir das dumpfe Knallen von Dynamit im Fluss hören. Wir schicken sie gleich los, um zu schauen welche Personen mit Dynamit am Fischen sind. Auf den hochaufgelösten Bildern sind auch aus sicherer Entfernung die Gesichter gut erkennbar.
MIne am Rio Rodriguez angrenzend an Selva Viva
Solche Daten geben wir immer an Selva Viva weiter und informieren auch die Besitzer der Drohne, AmaSelva. Wir machen uns so natürlich nicht immer beliebt und wir müssen uns auch immer wieder bedeckt halten und die Drohne einige Zeit am Boden lassen. Leider gibt es eine Flugverbotszone quer über dem Schutzwald von Selva Viva. Das ist die Anflugschneise vom hiesigen Flughafen. Leider erkennt unsere Drohne das, und so können wir dort nicht fliegen. Als die Goldwäscher gerade in dieser Zone Gold abbauten, hat sich Michi dazu hinreissen lassen die Drohne mit einem Trick trotzdem Starten zu lassen. Zweimal hat es für zwei Minuten funktioniert und er konnte gut festhalten, wo und auf welchem Land gewaschen wurde. Aller guten Dinge sind drei, oder eben auch nicht. Das dritte Mal hat sich die Drohne zu schnell mit dem GPS verbunden und sogleich eine Notlandung in der verbotenen Zone eingeleitet – zum Schreck über dem Fluss. Michi konnte sie nur noch schnell ans Ufer fliegen, wo sie dann im Wasser verschwand. Er tauchte gleich hinterher, aber fand sie nicht sofort. Es dauerte etwa zwei bis drei Minuten, bis er sie am Grund ertastete. Sofort nahm er den Akku ab und versuchte so viel Wasser auszuschütteln, wie es ging. Zu Hause schraubte er alles, was möglich war auf und legte es in Reis an die Sonne. Nach einer Woche und vielen Stunden der Reinigung setzte er sie dann wieder zusammen. Der Akku hat es nicht überlebt, er hat sich gebläht und droht zu platzen. Die Stunde der Wahrheit war gekommen, und Michi wollte die Drohne zum Testen starten. Die Motoren sprangen an und die Drohne hob wieder ab. Glück gehabt! Privat nutzen wir sie hauptsächlich, um schöne Bilder zu machen.
Im Hintergrund ist Ahuano sichtbar
Die Wasserknappheit hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Ecuador trocknet aus. Die Stauseen sind fast leer und das bedeutet das noch verschärfter Wasser gespart werden muss. Seit bereits fünf Wochen wird der Strom abgeschaltet, um Wasser zu sparen. Am Anfang waren es sieben Stunden, dann acht und dann wurde zehn Stunden lang der Strom abgeschaltet. Inzwischen sind es sogar 14 Stunden am Tag, in denen wir nicht mit Strom versorgt werden. In gewissen Regionen wird sogar das Wasser für die Haushalte abgestellt. In Tena haben viele Geschäfte keinen Generator und schliessen einfach in dieser Zeit. Für uns ist das eine Herausforderung, was die Organisation betrifft. Wenn wir etwas besorgen müssen, wissen wir nie genau ob geöffnet ist oder nicht und wir fahren einfach mal auf gut Glück nach Tena. Am Anfang des «Stromsparens» haben wir uns einen grösseren Generator gekauft. Michi hat eine Installation gemacht, so dass nun das ganze Haus angeschlossen ist. Danke Claudio für die Info, Tipps und Tricks! So ein grosser Generator ist auch nicht der leiseste, die Lärmbelastung ist stark und kann einem recht auf die Nerven gehen. Michi hatte aber auch da eine Idee und hat Lärmschutzwände gebaut. Die reduzieren den Lärm hörbar, so dass man sich bei der Arbeit auch wieder konzentrieren kann.
Schallschutz des neuen Generators
Wir haben immer wieder kleine Aufträge, bei denen wir einige Bambus Stangen oder Latten verkaufen können. Kleine Mengen haben wir an Lager. Als kürzlich von einem bestehenden Kunden von uns eine neue Bestellung für 50 Stangen dünnwachsenden Bambus kam, waren wir sehr erfreut darüber. Er wollte ihn gewaschen, grün und auf vier Meter zugeschnitten. Ja, darüber freute sich auch der Bauer, bei dem wir diese spezielle Bambussorte einkaufen. Wir wollten die seit rund einem Jahr im Bau befindlichen Gebäude mal anschauen und haben deshalb den Transport gleich selbst übernommen. So machten wir einen schönen Ausflug in das Luxus Resort Richtung Puyo.
Bereits zur Abfahrt
In der Hotelanlage Heimatlos hat man eine wunderschöne Aussicht über das ganze Amazonasbecken von Ecuador. Die neuen Bungalows, die aus unserem Bambus gebaut wurden und immer noch werden sind traumhaft! Der Ausblick vom eigenen Whirlpool ist atemberaubend, aber eben im Luxusbereich. Eine Nacht wird rund USD 450 kosten, das ist nichts für unser Budget.
Es würde uns sehr freuen, wenn die zukünftigen Bungalows auch mit unserem Bambus gebaut würden.