Das Jahresende haben wir mit Christine, die uns wieder besucht hat, und unseren niederländischen Nachbarn verbracht. Christine hatte dafür extra Käsefondue aus der Schweiz mitgebracht. Es war sehr lecker und Ciska und Andre assen sogar das erste Mal Fondue. Auch dieses Jahr haben wir den Jahreswechsel mit den Sandwich-Insel gefeiert. Wir haben wieder Puppen gebastelt und verbrannt. Damit lassen wir das alte Jahr hinter uns und wünschen uns, dass das neue Jahr das Gute bringt, was wir uns erhoffen.


Leider hat aber das neue Jahr gleich begonnen wie das alte aufgehört hat. Schon in der ersten Woche sind die Goldwäscher bei uns in den Wald gegangen und haben mit Waschen begonnen. Die Waldhüter von Selva Viva haben sie dabei ertappt und uns dies gleich mitgeteilt. Wir haben daraufhin viele Kamerafallen sowohl in unserem als auch im Schutzwald von Selva Viva aufgestellt, um sie direkt bei der Arbeit zu filmen. Nur so haben wir genügend Beweise für eine allfällige Anzeige. Es handelt sich wie immer um die gleiche Familie die neben dem Goldwaschen auch illegal Jagt. Sie haben sich wohl ertappt gefühlt und sind nicht mehr gekommen, das heisst sie sind einfach auf das Nachbargrundstück weitergezogen und waschen nun da die Ufer der kleinen Bäche ab. Wir haben die Nachbarn informiert.



Seit wir in Ecuador sind, misst Michael täglich den Regen. Bis anhin tat er dies von Hand mit einem selbst umfunktionierten Regenmesser. Der war aber nur auf 0.5mm genau. Neu hat sich Michael eine kleine Wetterstation zugelegt, die den Regen genauer misst und zudem noch viele andere Daten erfasst. Die gesammelten Daten sind nicht nur für uns interessant, auch Institutionen wie z. B. die Universität IKIAM in Tena haben Interesse daran. Prof. Wilfredo Franco kommt regelmässig bei uns vorbei, um die neuesten Messungen abzuholen. Wir wurden auch schon zu einem Umweltforum mit dem Thema Klimawandel eingeladen. Da hat Joëlle gerne teilgenommen, aber nur als Gast. Wir stellten Wilfredo alle unsere gesammelten Daten zur Verfügung und er hat sie dann vorgetragen und dabei die regionalen Unterschiede hervorgehoben. Die verschiedenen Vorträge waren sehr spannend, aber noch wichtiger waren die Begegnungen mit vielen neuen Personen. So können wir unser Netzwerk stets vergrössern.


Joëlle durfte Anfang Januar eine Reisegruppe als Übersetzerin begleiten. Sie war zehn Tage mit der Gruppe unterwegs und musste feststellen, dass der Tourismus nicht nur bei uns Tod ist, er ist im ganzen Land zum Stillstand gekommen. In fast allen Hotels waren sie jeweils alleine und auch bei den Ausflugzielen gab es kein anderes Bild. Ecuador befindet sich in einer tiefen Krise und das mehr denn je zuvor. Der Drogenkrieg welcher in ganz Südamerika herrscht schreckt viele ab. Nach dem die USA Venezuela angriffen hat und Kolumbien ebenfalls bedrohten ist die Lage hier recht unübersichtlich geworden. Der Präsident Ecuadors hat die Landgrenzen zu Kolumbien (bis auf eine die sehr genau kontrolliert wird) geschlossen um die grossen Drogenrouten zu schliessen – aber Kolumbien hilft da nicht mit, weshalb der Präsident Ecuadors die Zölle auf Importe aus Kolumbien erhöht hat. Ecuador bezieht sehr viel Elektrizität aus Kolumbien, was wiederum dazu führte, dass Kolumbien die Stromlieferungen einstellte. Nun steht uns ein Wirtschaftskrieg mit Kolumbien bevor. Ecuador ist das grösste Transitland für Drogen aus Kolumbien und Peru. Der Präsident würde ja gerne mit den Amerikanern gegen die Drogenkartelle und die damit verbundene Korruption vorgehen, kann es aber nicht, da sich die Opposition dagegen wehrt. Wir sind gespannt, wie es weiter geht, es wird auf jedenfall richtungsweisend sein.








































