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Weihnachtszeit

Wir konnten noch vor Weihnachten die geplante Pergola in Tena aufstellen und so der neuen Besitzerin übergeben. Durch die gute Planung und Vorarbeit waren wir schneller als gedacht.

Nachdem der Zement ausgehärtet war, half Michi die Hängematte aufzuhängen. Er war ein wenig nervös, ob die Konstruktion dem Schaukeln standhalten würde. Zur Freude von allen steht die Pergola wie eine EINS. Das war der letzte anstehende Auftrag, den wir hatten.

Pergola mit Hängematte

Als Bernd uns Besuchen kam, konnten wir mal einige Tage sorgenfrei wegfahren. Daraus wurde eine ganze Woche, die wir seit langem wieder einmal zusammen verbringen konnten. Wir waren in den Anden und haben zum ersten Mal (fast) alle grossen Vulkane gesehen – das heisst, der Sangay hat sich uns auch dieses Mal nicht gezeigt. Nun ist er der letzte Vulkan Ecuadors, den wir noch nie gesehen haben. Wir sind ins Refugio (Schutzhütte) vom Chimborazo hochgefahren, das liegt auf 4800 m.ü.M. Der Chimborazo ist mit 6263 Metern Höhe der höchste Berg (Vulkan) Ecuadors.

Anfahrt zum Chimborazo

Vom Refugio aus sind wir zur nächsthöheren Hütte gewandert, die befindet sich auf 5000 m.ü.M. Die Luft ist da schon sehr dünn und man kommt nicht mehr so schnell voran.

5000 m.ü.M. reichten, mehr musste wirklich nicht sein

Michi hatte noch etwas mehr Puste und Motivation und ist bis zum Gletschersee weiter gegangen der sich auf 5100 m.ü.M. befindet.

In diesen Ferien haben wir auch die Lagune vom Quilotoa zum ersten Mal gesehen. Wir waren bereits vor zwei Jahren da, aber da regnete es und der Nebel war sehr dick. Dieses Mal zeigte sie sich von ihrer schönsten Seite. Der Vulkansee wird häufig als der schönste von ganz Südamerika betitelt, was wir gut glauben können.

Wir liessen uns vom schönen Wetter und der traumhaften Aussicht hinreissen und sind den Kraterrundweg gegangen – einmal rund herum. Der Weg befindet sich (konstant) auf 4000 m.ü.M., mit einigen Hügeln dazwischen. Die Wanderung war wunderschön, aber auch sehr anstrengend. An dieser Stelle sei gesagt, dass man für diesen Weg schwindelfrei sein muss.

Zum Abschluss unserer kleinen Andenreise, genossen wir noch die heissen Quellen von Papallacta. Von unserm Pool aus hatten wir die perfekte Sicht auf den Antisana. Wir konnten es so richtig geniessen, denn wir wussten ja, dass unser Haus und Hof bei Bernd in guten Händen sind. Nochmals DANKE, lieber Bernd, und wir werden dich ja sicher bald wieder sehen 😊.

Antisana

Und zum Schluss noch etwas zum Schmunzeln und Staunen: Unsere Gemeinde Ahuano ist, was die Bevölkerungszahl betrifft, nicht besonders gross und zählt lediglich rund 4.000 Einwohner. Leider ist Ahuano jedoch weithin bekannt für die sich dort befindenden illegalen Goldminen. Innerhalb der gesamten Provinz Napo liegt hier das zweitgrösste illegale Abbaugebiet. Es werden täglich rund 20 kg Gold illegal gewaschen. Die grossen Minen werden von den Drogenkartellen geleitet und die Korruption in der Gemeinde ist riesig. Um die Bevölkerung zu besänftigen, die unter der immensen Umweltzerstörung, zunehmender Kriminalität und Prostitution leidet hat die Gemeinde ein Fussballstadion gebaut. Brot und Spiele – das haben auch schon die Römer so gehalten. Ein Fussballstadion klingt zunächst nicht nach etwas Besonderem, aber das ist es durchaus wenn es das erste Fussballstadion dieser Grösse der ganzen Provinz Napo ist. Nicht einmal die Provinzhauptstadt Tena hat ein Stadion diesen Ausmasses. Und was auch sehr erstaunlich ist, es gibt hier keine Mannschaft, die in einer Liga spielt. In dieser Region wird fast ausschliesslich «Indoor» gespielt. Das bedeutet, die Spielfelder sind kleiner und es spielen nur sieben Personen pro Mannschaft. Bei der Eröffnungsfeier Ende Oktober, waren dann aber alle korrupten Politiker anwesend und haben es sich nicht nehmen lassen ein Spiel zwischen der Provinz- und der Gemeinderegierung zu machen. Der Einsatz war, man höre und staune, die Installation der Lichtmasten. Ja, es gibt keine Spiele nach 18.00 Uhr, denn es hat kein Licht im Stadion. So war das Fest dann auch bereits um 18.30 Uhr vorbei. Übrigens die Provinzregierung hat gewonnen, aber bis heute gibt es noch immer kein Licht und das Stadion wurde auch nie wieder benutzt.

Wir wünschen allen noch weiterhin erholsame Festtage. Allen ein grosses Dankeschön die uns immer wieder unterstützen mit Spenden, mit aufmunternden Gesprächen, guten Ideen, oder auch mit ihren guten Gedanken.  Ein spezielles Dankeschön denen die bei uns tatkräftig mit anpacken und immer wieder vor Ort mithelfen.  Euch allen wünschen wir einen guten Start ins neue Jahr.

Links im Hintergrund die Spitze vom Altar und rechts der Tungurahua
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Das Jahr geht zu Ende

Wir sassen mal wieder wegen eines Streiks fest und mussten einmal mehr improvisieren. Als uns die Materialen für die Renovation des Hauses ausgingen, nutzten wir die Zeit um Bäume zu pflanzen. Bei uns hat es endlich begonnen regelmässig zu regnen und die Böden sind auch wieder gut getränkt. Also passte alles und wir konnten in drei Tagen 50 neue Bäume pflanzen. Michi hatte einen wichtigen Zahnarzttermin in Quito und am gleichen Tag erwarteten wir Besuch aus der Schweiz. Da die Strassen aber wegen des Streiks alle blockiert waren, konnte er nicht den normalen Weg fahren und musste einen Umweg von vier Stunden in Kauf nehmen. Er hat deshalb viele neue Strassen und Fähren gefunden, die nirgends verzeichnet sind und die man nur findet, wenn man die jeweiligen Anwohner fragt, wo der schnellste Weg nach Loreto ist.

Auf der Fähre über den Rio Napo

Am Tag darauf, bei der Rückfahrt mit Christine (unsere Besucherin) waren dann bereits die Strassenblockaden verschwunden und man konnte wieder den normalen Weg fahren. Bis sich nach einem Streik in Tena wieder alles normalisiert und alles wieder vorrätig ist, dauert es schon einige Tage. Die Streikenden haben sich, Tena und uns immerhin 14 Tage von der Umwelt abgeschnitten. Ob sie mit dieser Aktion Erfolg hatten, wird sich erst nach den Feiertagen zeigen. Falls nicht, wird der Irrsinn wieder von vorne beginnen. Wir verstehen das Anliegen, welches an den Präsidenten gerichtet ist sehr gut und finden das neue Gefängnis mitten in der Stadt auch idiotisch. Die eigene Stadt aber von der Aussenwelt abzuschneiden ist garantiert nicht der richtige Weg und bringt vor allem viel Unverständnis in der eigenen Bevölkerung.

Auch wir versuchen die Weihnachtstage etwas ruhiger zu gestalten. Leider war die Vorweihnachtszeit überhaupt nicht ruhig. Einmal mehr war es Michi der festgestellt hat, dass man im Schutzwald von Selva Viva aktiv Gold wäscht. Es wurden zwar keine Bagger eingesetzt, aber mit Wasserpumpen wurde das Ufer abgewaschen. Nach Rücksprache mit dem neuen Geschäftsführer von Selva Viva, Lester Espin, stellten wir Fotofallen auf und konnten so innert weniger Tage die Personen identifizieren. Der Geschäftsführer ist dann auch gleich mit den drei Waldhütern und Christine, die ja Präsidentin von Selva Viva ist, zu diesen Personen hin gegangen und hat das Gespräch gesucht. Mal schauen, ob sie nochmal auf den Kameras auftauchen werden, denn davon wissen sie nichts.

ausgewaschene Uferböschung

Nur gerade einen Tag später hat uns unser niederländischer Nachbar angerufen und erzählt, dass er soeben einen Bagger mit einer Waschanlage von seinem Grundstück verscheucht hat. Der Bagger sei im Fluss in unsere Richtung unterwegs.

Bagger mit Waschanlage im Rio Cusano

Da liegt aber noch ein Grundstück des Hotels Casa del Suizo dazwischen. Und genau da hat sie Michi dann auch mit der Drohne gefunden. Joëlle hat sofort die Besitzer vom Casa del Suizo und noch viele Personen mehr informiert. Damit die Kommunikation aller involvierten Personen einfacher wurde und alle auf dem gleichen Stand gebracht werden mussten, eröffnete Joëlle eine WhatsApp Gruppe. Innert weniger Stunden konnte so die Umweltpolizei und das Militär informiert werden und sie warteten nur noch auf den Befehl zum Ausrücken. Der Geschäftsführer von Selva Viva hat es sogar geschafft den Gouverneur der Provinz Napo auf den Plan zu rufen.

Michi schaute mit Hilfe der Drohne immer wieder, wo die Goldwäscher sich gerade befanden und Casa del Suizo ging direkt vor Ort, um nachzuschauen.

Bagger im Rio Cusano und flussaufwärts die Waschanlage

Noch in der gleichen Nacht wurde es den Goldwäschen vermutlich zu gefährlich und sie haben sich aus dem Staub gemacht. Casa del Suizo hat die Verantwortlichen dieser illegalen Goldwaschaktion enttarnt und mit ihnen gesprochen. Das war eine extrem erfolgreiche Aktion, bei der alle am gleichen Strick zogen und dem illegalen Goldwaschen in unserer Region der Kampf angesagt wurde. Es zeigt uns endlich, dass wir doch nicht die einzigen sind die dieses grüne Paradies hier, solange dies noch möglich ist, erhalten wollen. Leider hat sich aber auch einmal mehr gezeigt, dass die vermeintlich gleichgesinnten Projekte dem Umweltschutz doch nicht so nahestehen, aber dafür andere, von denen wir es nicht erwartet hätten, uns tatkräftig beistanden und mithalfen.

Bagger auf der Isla Anaconda geparkt, bis zum Einbruch der Dunkelheit

Für uns neigt sich ein schwieriges Jahr dem Ende zu. Wir mussten viele schwere Entscheidungen treffen, was unser Projekt Finca Don Sigifredo betrifft. Wir erlitten viele Rückschläge und hatten so einige Zweifel. Joëlles Job hat uns aber in finanzieller Hinsicht viel Ruhe gebracht und sichert die Existenz der Finca Don Sigifredo. Die erfolgreiche Aktion gegen die Goldwäscher war ein sehr versöhnlicher Abschluss für uns. Klar ist, wir werden uns selber treu bleiben und uns auch nächstes Jahr wieder für den Umweltschutz stark machen, auch wenn das natürlich nicht allen gefällt.

Sonnenaufgang im Nebel

Nachträglich noch schöne und besinnliche Weihnachten, die ihr alle hoffentlich hattet, und dann vor allem einen guten Start ins neue Jahr.

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Kurz vor Weihnachten

Ende November durften wir Sinchi, unseren treuen Gefährten und lieben Begleiter, gehen lassen. Er war während 14 Jahren und 7 Monaten stets an unserer Seite.

Sinchi hinterlässt nicht nur bei uns eine riesige Lücke, sondern auch bei unseren anderen drei Hunden. Sie müssen sich nun zuerst neu ordnen und bestimmen, wer die oder der neue Chef ist. Yuma erhebt da ihren berechtigten Anspruch, da sie am längsten bei uns ist.

Hektor weiss noch nicht so recht, was er davon halten soll, aber er fügt sich und Floh ist noch zu jung und hat andere Flausen im Kopf. Die Veränderung in der Meute ist zu spüren. Klar ist, dass wir alle Sinchi vermissen. Aber dennoch sind wir froh, dass wir ihn rechtzeitig gehen lassen durften. Er wird für immer in unseren Herzen bleiben.

Michi hat ein kleines Platzproblem bei seiner Werkstatt und hat deshalb den Vorplatz des Schulhäuschen in Beschlag genommen. Das ist aber keine dauerhafte Lösung, weshalb wir einen neuen Unterstand für unser Auto bauten. Natürlich ist auch dieser Bau aus Bambus.

So konnten wir erneut einigen jungen Leuten zeigen, wie man einfache und stabile Konstruktionen aus Bambus macht. Auch Louis, unser derzeitiger Praktikant (Student der ZHAW), konnte mithelfen und viele Erfahrungen sammeln. Jetzt kann Michi den alten Autounterstand zu einer Werkstatt umbauen. Mal schauen, wie lange es dauert bis auch da zu wenig Platz ist. Wir sind jedenfalls froh, wenn es nicht immer direkt neben dem Haus staubt, wenn jemand an der Arbeit ist.

César mit dem Bauteam

Wir haben begonnen rund zwei Hektaren alte Weidefläche wieder dem Wald zurückzugeben. Als Erstes haben wir es einfach Verbuschen lassen umso sehen zu können, welche Sekundärbäume da wachsen. Dann haben wir begonnen einzelne Fruchtbäume zu pflanzen oder zu fördern, indem wir sie frei schnitten. Nun sind wir in der Phase in der wir gezielt einzelne Primärbäume pflanzen und so die Artenvielfalt wieder erhöhen. In der ganzen Zeit liessen wir immer wieder die Kühe in diesen Abschnitt, die frassen das nachwachsend Gras. Wir müssen da aber immer noch gezielt die gepflanzten Bäume freischneiden gehen. Vereinzelt würden sie sonst von Schlingpflanzen zerdrückt werden. So geben wir den neuen Bäumen eine höhere Überlebenschance. Louis schreibt eine Arbeit zum Thema Auswirkungen der Viehhaltung auf den sekundären Regenwald. Kurz gesagt über das Zusammenspiel von Wiederaufforstung, Kühen und einheimischen Wildtieren. Er ist mit César mehrmals kontrollieren gegangen, ob die Bäumchen noch leben oder ob die Kühe sie gefressen oder zertrampelt haben. Mit Erstaunen stellte er fest, dass es mehr Schaden durch Insektenfrass gibt als durch die Kühe. Auch er durfte dort noch drei Bäume pflanzen die er dann als Patenpflanzen zu Weihnachten verschenken wird. Er weiss ja nun genau wo sie stehen und mit den Koordinaten, die er mit seinen Urkunden erhält, können auch die Beschenkten nachschauen, wo die Bäumchen stehen.

Drohnenaufnahme der Aufforstungssfläche

Louis hat für seine Arbeit auch Wildkameras aufgestellt. Zum einen bei der Aufforstungsfläche und zum anderen rund um die Finca Don Sigifredo. Michi hat ebenfalls noch weitere Kameras aufgestellt, um zu sehen was in einzelnen Sektoren geschieht, denn wir hören leider wieder vermehrt Schüsse aus dem Wald. Nach einem Monat holte Michi seine Kameras zurück und musste feststellen, dass eine gestohlen wurde. Zum Glück haben wir bei der betroffenen Stelle zwei Kameras aufgestellt, denn Michi hatte dort Tapir Spuren gefunden und wollte die Tiere sowohl von vorne als auch von der Seite fotografieren. Wir hatten auch tatsächlich Tapire auf den Bildern, worüber wir uns extrem freuten.

Zwei Tapire

Weniger schön waren dagegen die Bilder von einem Wilderer, wie er nur gerade 24 Stunden zuvor unsere Kamera stiehlt. Tatsächlich haben wir sehr gute Fotos, auf denen man das Gesicht des Wilderers gut erkennt und man sieht sein Gewehr. Aber vor allem sieht man wie er unsere Kamera, nachdem er sie von der Befestigung gelöst hat, in den Händen hält. Wir kennen die Person, er ist unser Nachbar auf der anderen Seite des Flusses.

Der Wilderer beim stehlen unsere Kamera

Für uns war klar, dass wir etwas unternehmen werden. Wir hofften sehr auf die Unterstützung von Selva Viva und dem amaZOOnico, um gemeinsam etwas zu unternehmen und eine geschlossene Haltung gegen die Wilderei zu zeigen. Die Fotos wurden nur 50 Meter von der Grenze zu Selva Viva und rund zwei Kilometer von der Wildtierauffangstation amaZOOnico aufgenommen. Zum ersten Mal gibt es gute Beweisfotos von einem Wilderer. Tja, es war einmal mehr nur Wunschdenken. Der Geschäftsführer von Selva Viva und Besitzer des amaZOOnicos sagte ganz klar, dass es zwar nicht schön ist, aber auch nicht im Schutzwald von Selva Viva geschah und deshalb unser eigenes Problem sei. Wir bekamen zwar vereinzelt Zustimmung vom Schweizer Vorstand Selva Vivas, aber der Geschäftsführer hat entschieden. Wir staunten nicht schlecht über die Absage. Auch der amaZOOnico hat kein Interesse etwas gegen die Wilderei zu unternehmen, obwohl die Tapire auf den Fotos vermutlich von ihnen ausgewildert wurden. Als dann vom Vorstand des Fördervereins des amaZOOnicos in der Schweiz, ehemalige Volontäre der Wildtierauffangstation, keine Reaktion oder Stellungnahme kam, stellten sich uns einige Fragen.

Wir liessen ein Schreiben durch unserem Anwalt aufsetzen, wo wir dem Wilderer die Möglichkeit gaben uns die Kamera oder deren Gegenwert zurückzugeben, um so einer Klage zu entgehen. Wir waren leider nicht zu Hause als der Wilderer tatsächlich eine Kamera zurückbrachte, Louis hat sie entgegengenommen. Er staunte jedoch nicht schlecht, denn es war nicht unsere Kamera, sondern seine. Am nächsten Tag sind Louis und César natürlich gleich seine anderen Kameras einsammeln gegangen. Von vier waren nur noch zwei da. Die Fotos für seine Arbeit sind weg und es fehlt ihm noch eine Kamera. Jetzt sind wir dabei den Wilderer erneut zu kontaktieren und mit ihm zu klären, wie viele Kameras er insgesamt gestohlen hat. Es müssen ja mindestens zwei sein. Diejenige welche wir bekommen haben, stimmt nicht mit derjenigen auf dem Foto überein. Leider kostet uns das viel Zeit und Nerven. Wir wissen nicht was uns mehr ärgert, die vermeintliche Scheinheiligkeit der sogenannten Tier- und Umweltschutzorganisationen und ihrer Funktionäre oder der reumütige Wilderer.

Sonnenaufgang

Auf diesem Weg wünschen wir allen unseren treuen Lesern, Spendern und Wohltätern ruhige und erholsame Weihnachten. Wir wünschen euch nur das Beste!

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Weihnachten an Neujahr

Wir hoffen, dass ihr alle gut ins neue Jahr gestartet seid. Für uns war der erste Tag im 2023 so etwas wie verspätete oder auch zwölf Monate zu frühe Weihnachten. Tina und Thomas, Michis Bruder und seine Partnerin, kamen uns besuchen. Sie sind am ersten Januar angekommen und haben natürlich viele Geschenke und super Leckereien aus der Schweiz mitgebracht. Wir möchten uns bei allen recht herzlich bedanken für die vielen schönen Überraschungen. So ins neue Jahr zu starten war extrem schön. Am gleichen Tag kam auch Bernd zu uns. Er ist unser Volontär für die nächsten drei Monate. Bernd war vor ca. fünf Jahren schon einmal hier, aber damals als Volontär für die Schule. Jetzt hilft er bei uns mit und entlastet uns bei der Arbeit. Der arme hatte einen wirklich schwierigen Einstieg. Er hatte eine Woche Zeit alles zu lernen, was das Haus und die Haustiere betrifft, bevor wir ihn sechs Tage allein liessen. Wir nutzten die Gelegenheit und sind mit Tina und Thomas kurzerhand in den Urlaub gefahren.

Unterwegs nach Vilcabamba

Das war unser erster gemeinsamer Urlaub seit über 2,5 Jahren. Bernd kannte das Haus und die Region von früher schon und darum war er auch damit einverstanden. César war ja tagsüber für Hof und Tiere da. Wir fuhren mit unserem Auto nach Vilcabamba ins Hotel Izhcayluma um unsere Freunde zu besuchen. Das liegt gerade mal 650 km südlich von unserer Finca. In der Schweiz wäre das eine 6-Stunden Fahrt hier sind es 11 Stunden wenn man entlang des Amazonasbeckens fährt oder 14 Stunden über die Anden. Es war eine sehr schöne Zeit und wir konnten uns mal etwas erholen. Klar sind sechs Tage kurz ja eher sogar zu kurz, aber wir nehmen was wir bekommen. Tina und Thomas sind dann weiter nach Cuenca und danach nach Galapagos gereist. Wir werden sie vor ihrem Rückflug nochmals in Quito treffen.

Unsere Rückfahrt führte uns über die Anden in zwei Tagen zurück nach Hause. Unterwegs haben wir sehr viele Eindrücke gesammelt. Nun wissen wir auch wieder warum wir im Regenwald leben. Bei uns ist es einfach wärmer und viel, viel grüner. OK, es gibt in den Anden keine stechenden Insekten aber man kann ja leider nicht alles haben. Bernd war schon etwas erleichtert als wir wieder zurück waren. Er hat es super gemacht und alle Tiere sind wohl auf.

In der Zwischenzeit ist die Arbeit aber nicht stehen geblieben. Für das Bambushaus auf der Insel hatten wir begonnen die Fundamente zu giessen. Wie bereits erwähnt wird das Haus auf Stelzen gebaut zum Schutz bei Hochwasser. Michael will mit diesem Modellhaus aufzeigen, dass man beim Bauen komplett auf Holz verzichten kann. Darum machen wir die Stelzen aus gebrauchten Autoreifen und verzichten auch da auf Verschalungsbretter. Mit Zement gefüllte und in den Boden eingelassene LKW-Reifen dienen als Fundamente.

LKW-Reifen im Boden eingelassen
Mit Zement gefüllte Reifen

Um zwölf solche Pfeiler mit Zement zu füllen braucht es eine beachtliche Menge Sand und Steine, was alles  zum Bauplatz auf die Insel getragen werden muss. Da haben wir uns betreffend des Aufwands ordentlich verschätzt und es hat zwei volle Arbeitstage länger gedauert als dies vorgesehen war. Jetzt müssen wir schauen wo wir das wieder einsparen können. Michael kann vieles, aber mit Zement da kennt er sich überhaupt nicht aus. Und da er das weiss hat er darum von Anfang an einen Spezialisten angestellt. César hatte den Auftrag die Zementierungsarbeiten während unserer Abwesenheit zu überwachen. Jetzt muss das Ganze erst richtig aushärten und dann können wir darauf aufbauen.

Transport über den Arajuno im Kanu

Fair Trade ist uns persönlich sehr wichtig und gerade deshalb wollen auch wir niemanden ausnutzen. In der ersten Januarwoche hat uns Leo, ein Bekannter von uns, eine grosse Menge Bambus Gigante angeboten da er in einer finanziellen Notlage war und dringend Geld benötigte. Wir hatten bei ihm schon mal Bambus gekauft und in einem vorgängigen Beitrag auch darüber geschrieben. Damals hatten wir uns auf einen Preis pro Meter geeinigt. Doch wegen seines Notfalls wollte er uns gleich eine ganze Matte (bzw. Strauch) Bambus verkaufen. Ihm war egal wann wir die Stangen ernten würden aber er brauchte das Geld jetzt sofort. Michael kannte bereits die Dimensionen der Matten und hatte aufgrund dessen ein sehr konkretes finanzielles Limit vor Augen. Wir dachten, wenn wir eine durchschnittliche Matte für $1’000 kaufen könnten wäre das für uns ein gutes Geschäft. Er bot uns aber eine grosse Matte an und gab uns noch den Rest von der bereits vorgängig teilweise abgeernteten dazu und das für $1’000. Nun muss man wissen, dass man in Ecuador immer handelt. Wenn man also $800 erzielen möchte beginnt man bei  $1’200, so bekommt man dann auch was man möchte. In diesen 1 ¼ Matten stehen ca. 350 gute Halme und bei $1’000 bezahlen wir nur $3 pro 18 Meter was die Hälfte unter dem Durchschnitt im Einkauf ist. Wir staunten also nicht schlecht über das Angebot. Und wie gesagt hätten wir den Preis noch drücken können, das wäre aber nicht mehr fair gewesen und deshalb haben wir ihm dann ohne zu Handeln die $1’000 bezahlt. Leo war überglücklich das wir ihm den Preis zahlten und er strahlte über das ganze Gesicht. Der Vertag wurde dann auch gleich mit einer Chicha de Chonta (vergorene Palmfrüchte) beschlossen. Dies ist unsere lieblings Chicha die es nur saisonal gibt. Nun haben wir Riesen Bambus auf Vorrat eingekauft und hoffen nun auf grosse Aufträge, nicht dass wir dann noch darauf sitzen bleiben.

Das ist die gekaufte Matte

Mit den Aufträgen ist es leider so eine Sache. Wir hatten einen riesen Auftrag der über 10`000 Stangen betrug und dafür wurde auch bereits eine Anzahlung gemacht. Dieser Auftrag war auch der Grund weshalb wir unsere ganze Anlage so gross gebaut haben. Über Weihnachten wurden wir informiert, dass das Bauprojekt geplatzt ist. Das war für uns ein grosser Schock, den wir erst mal verdauen mussten. Uns war natürlich bewusst, dass wir mit dem Bau hoch gepokert hatten. Aber mit dem riesen Auftrag hätten wir unsere Investitionen wieder draussen gehabt. Einmal mehr haben wir wieder dazu gelernt und müssen schauen wie wir das mit der Vorauszahlung regeln. Unglücklicherweise haben wir es im Vertrag als Kredit für den Bau bezeichnet mit einer Rückzahlung in Form von Bambus. Der wird ja aber jetzt nicht mehr benötigt. Mal abwarten was die Vertragspartner meinen und bis wann sie das Geld zurückhaben wollen. Im Moment arbeiten wir an einem kleineren Auftrag für ein Hotel in der Nähe von Puyo. Benötigt werden 150 Stangen Bambus Gigante den haben wir bereits und 150 Stangen Guadua die sind gerade noch am trocknen. Hinzu kommen 200 m2 geöffneter Bambus (esterillas oder caña picada) oder auch Bambusbretter genannt. Wir werden nächste Woche die noch fehlenden 100 m2 produzieren.

Im Moment ist Blütezeit des Kakaos. Unsere Bäume tragen sehr viele Blühten da wir rechtzeitig mit dem Baumschnitt fertig waren. Nun hoffen wir auf eine grosse Ernte, welche wir in ca. drei Wochen beginnen werden können.